Ausgerechnet im zweiten Spiel der ProB-Playoffs zeigten die Gießen 46ers Rackelos ihre wohl schlechteste Vorstellung seit mehreren Monaten und zogen mit 72:79 bei den Itzehoe Eagles den Kürzeren. In der Serie war das der 1:1-Ausgleich. Am kommenden Freitag (20 Uhr) kommt es zum entscheidenden dritten Aufeinandertreffen in der Sporthalle Gießen-Ost.

Die Gastgeber übernahmen in der vierten Minute die Führung und sollten diese fortan nicht mehr aus der Hand geben. Vier Youngster und ein Routinier hätten das Spiel aber fast noch gedreht.

Beim Stand von 57:76 schickte das Gießener Trainerduo um Rolf Scholz und Lutz Mandler den 17-Jährigen Jannis Hahn aufs Feld. Längst schienen sich die Mittelhessen mental aus der Partie verabschiedet zu haben. Von einem Spielfluss konnte kaum noch die Rede sein. Hahn, der zusammen mit Tim Uhlemann, Tim Köpple und Daniel Thurau den Altersschnitt der Rackelos drastisch senkte, brachte aber die nötige Unbeschwertheit zurück und verkürzte per Dreier. Sieben Punkte in Folge durch Kapitän Johannes Lischka und vier Zähler in Serie durch Uhlemann brachten die Eagles noch mals mächtig ins Schwitzen (71:76, 40.). Für ein echtes Comeback war es aber zu spät, weshalb Itzehoe den ersten Playoffsieg seit dem ProB-Aufstieg 2014 feiern durfte.

Mit Ausnahme dieses furiosen Schlussruns lag bei den Rackelos vieles im Argen. »Itzehoe hat sich gut auf uns eingestellt und von Anfang an mit viel Intensität gespielt«, analysiert Scholz. »Das konnten wir über weite Strecken nicht matchen. Als Trainer haben wir es verpasst, taktische Anpassungen vorzunehmen, um uns erfolgreicher zu machen«, sagte der Übungsleiter weiter.

Fünf Dreier, drei davon alleine von Flavio Stückemann, hatten die Eagles mit 23:16 in die Partie starten lassen. Im zweiten Spielabschnitt legten die Holsteiner nach und führten nach einem Dreier von Kevin Mickle bereits mit 33:20. Mit Ausnahme der Schlussminuten zeigten die Rackelos nun aber ihren besten Basketball, nutzten die hohe Teamfoulbelastung der Gastgeber und schienen beim Stand von 32:35 das Spiel zu drehen. Bis zur Halbzeit konterte Itzehoe aber mit einem 12:2-Run, für den Eagles-Coach Pat Elzie vor allem die gute Teamleistung verantwortlich machte. »So etwas braucht man, wenn man gegen so eine starke Mannschaft gewinnen will«, lobte der ehemalige Gießener.

Obwohl die Nordlichter nach dem Seitenwechsel wahrlich kein Feuerwerk abfackelten, reichten fünfeinhalb punktlose Gießener Minuten, um den Sack früh zuzumachen. Immer wieder zwang das Elzie-Team seinen Kontrahenten zu schweren Abschlüssen aus der Distanz. Unterm Strich 18 Ballverluste taten ihr Übriges. Als die Rackelos schließlich auftauten, erwies sich die Hypothek als zu hoch. »Es gibt schlechtere Ausgangspositionen, als es jetzt zu Hause noch in der eigenen Hand zu haben«, blickt Scholz dem Freitag optimistisch entgegen. Welches Team im möglichen Viertelfinale wartet, steht noch nicht fest. Auch Schwenningen konnte mit einem Sieg über Rist Wedel ausgleichen.

Gießen: Kraushaar (3), Köpple (13), Williams (7), Thurau (1), Uhlemann (6), Lischka (20), Tshikaya (7), Hahn (3), Lewis (5). – Itzehoe: Zirlys (4), Haake (7), Mickle (11), Zahariev (16), Wilke, Schmidt (8), Kröger, Feimann, Lang, Stückemann (24), Galiano, Nyberg (9).

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