27. September 2019, 20:17 Uhr

RSV Lahn-Dill mit neuem Team

27. September 2019, 20:17 Uhr
Der RSV Lahn-Dill vor der Saison 2019/2020 (hintere Reihe, v. l.): Andreas Joneck, Nicolai Zeltinger, Sebastian Mende, Rebecca Konhäuser, Teamärztin Petra Michel-Leutheuser, Sebastian Block, Headcoach Janet McLachlan, Physiotherapeut Philip Schmitz, Physiotherapeutin Pia Briegel, Armin Diekmann, Jörg Fink, Sven Köppe; (mittlere Reihe, v. l.) Kapitän Michael Paye, Brian Bell, Mark Beissert, Michael Auprince, Dominik Mosler, Kai Möller; (vorn, v. l.) Videoanalyst Björn Lohmann, Christopher Huber, Peyman Mizan, Thomas Böhme, Marian Kind, Simon Brown, Annabel Breuer, Co-Trainer Günther Mayer. (Foto: RSV Lahn-Dill)

Angriffslustig, optimistisch und mit viel Vorfreude geht der RSV Lahn-Dill in die neue Spielzeit der Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Vor allem der Umbau des Kaders mit dem Ziel, mittelfristig eine Mannschaft aufzubauen, die zum Angriff auf die europäische Spitzenposition bläst, hat eine Art Pionierstimmung im Umfeld des deutschen Rekordmeisters ausgelöst. Trotz extrem kurzer Vorbereitungszeit durch die Abstellung zahlreicher Nationalspieler, war der Auftakt vielversprechend, auch wenn Testspiele und erste Eindrücke bekanntlich im rauen Ligaalltag wenig zählen. Für den RSV heißt es nun, die Ärmel hochzukrempeln und die Grundlage zu schaffen Träume und Hoffnungen realisieren zu können, auf und abseits des Parketts. Zum Saisonstart muss der RSV Lahn-Dill in die niedersächsische Landeshauptstadt reisen. Am Samstag um 18 Uhr wartet dort mit Hannover United der letztjährige Playoff-Viertelfinalist auf die Mittelhessen.

Fünf Neuzugänge

Gleich fünf Neuzugänge werden in der Saison 2019/2020 das RSV-Trikot tragen. Damit hat das Trainergespann um Cheftrainerin Janet McLachlan und ihren Assistenten Günther Mayer und Björn Lohmann im zweiten Jahr erstmals die Chance, mit einem selbst zusammengestellten Kader arbeiten zu können. Ein Weltmeister, zwei neue Center, ein Rückkehrer und ein großes Talent freuen sich auf die neue Aufgabe. Allen voran steht der Brite Simon Brown, amtierender Welt- und Europameister, der aus dem italienischen Giulianova an die Lahn wechselt. Ein Arbeiter, der es wie kaum ein anderer versteht, seine Mitspieler stärker zu machen. Ebenfalls aus der italienischen Serie A stammt der polnische Routinier Dominik Mosler, der aus dem sardischen Porto Torres nach Mittelhessen kommt. An seiner Seite steht nun der australische Hüne und WM-Dritte Michael Auprince, den viele bereits in wenigen Jahren als einen der weltstärksten Spieler unter dem Brett einstufen. Neuzugang Nummer vier ist dagegen ein waschechter Mittelhesse. Mark Beissert, einst durch Patrick Anderson mit dem Virus Rollstuhlbasketball infiziert, lernte das Einmaleins der Sportart beim RSV Lahn-Dill II, ehe er über die Stationen Kaiserslautern, Rahden und Wiesbaden nun wieder zu seinen Ursprüngen zurückkehrt. Das Quintett vollständig macht der iranische Junioren-Nationalspieler Peyman Mizan, den das Schicksal eines Flüchtlings in das mittelhessische Wetter und damit glücklicherweise in die Arme des RSV Lahn-Dill gespült hat.

Mit einem neuen Kader will der RSV Lahn-Dill nach einem Jahr ohne Titelgewinn wieder die Hand nach mehr ausstrecken. Faktor im Kampf auf den drei Hochzeiten soll vor allem eine deutlich höhere physische Präsenz sein, die mit dem neuen Centertrio Auprince, Beissert, Mosler unterstrichen wird. Zusammen mit Paralympicssieger Brian Bell dürfte der RSV in den kommenden Monaten vor allem unter dem Brett deutlich mehr Physis haben. Und dass vor allem Weltmeister Brown und Lahn-Dills Topscorer Thomas Böhme zusammen ein ungeheures Tempo auf das Parkett zaubern können, haben die beiden neuen Teamkollegen bereits gezeigt. Der Griff nach einem erneuten Titelgewinn ist dabei ebenso machbar wie herausfordernd, denn niemand anderes als das aktuell beste europäische Team, die Thuringia Bulls, müssten hierzu vom Thron gestoßen werden.

Eng einher mit den ambitionierten Zielen und Wünschen einer professionellen Mannschaft, geht die wirtschaftliche Situation. Das Sponsoren-Netzwerk des RSV Lahn-Dill wächst und gedeiht dabei, gut 150 Partner gehören inzwischen zur großen Familie des Rekordmeisters. Was fehlt ist jedoch der elementar wichtige Hauptsponsor, da sich die Stada Arzneimittel AG nach 24 Jahren zurückzieht. Für ein Jahr ist das Pharmaunternehmen aus Bad Vilbel noch als Platinpartner beim RSV Lahn-Dill aktiv, ehe es sich weltweit ganz aus dem Sportsponsoring zurückzieht. RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck ist mit seinem Team seit Monaten auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor. Doch noch ist diese Suche nicht erfolgreich.

Internationales Highlight

Nach exakt 90 Hauptrundenspielen kommt es ab März 2020 zum erst zum zweiten Mal ausgetragenen Playoff-Viertelfinale, bei dem sich die Plätze drei bis sechs im Modus »best of three« gegenüberstehen. Deren zwei Sieger stehen dann im Playoff-Halbfinale den beiden erstplatzierten Mannschaften aus der Hauptrunde gegenüber, die im Viertelfinale zuvor pausieren dürfen. Aber auch im »Tabellenkeller« sorgen die Playdowns für Nervenkitzel, denn die Plätze sieben bis zehn stehen sich im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal im Modus jeder gegen jeden gegenüber, wobei die in der Hauptrunde erzielten Punkte mitgenommen werden.

International darf sich der sechsfache Champions-League-Sieger auf ein ganz besonderes Highlight freuen, denn der internationale Verband IWBF Europe hat das Final Four der Champions League 2020 nach Wetzlar vergeben. Die Mannschaft von Cheftrainerin Janet McLachlan muss sich dabei wie jedes andere Team für diese Endrunde qualifizieren.

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