21. Juni 2020, 07:00 Uhr

Handball

Phase sechs ist angelaufen

Die Handball-Bundesliga will am Dienstag einen Starttermin für die neue Saison beschließen. Aber auch in Hessen ist der Verband gerüstet und plant mit mehreren Szenarien.
21. Juni 2020, 07:00 Uhr
Zweikämpfe sind wieder erlaubt. Der DHB plant den Übergang zum vollen Wettkampfbetrieb in acht Phasen. Derzeit läuft Phase sechs. FOTO: FRIEDRICH

Durch die neuesten Lockerungen im Kampf gegen das Corona-Virus sind die Handballer in Phase sechs des »Return-to-play«-Plans des Deutschen Handball-Bundes übergegangen. In acht Phasen hat der DHB den Übergang vom kompletten Sport-Stopp zum vollen Wettkampfbetrieb unterteilt. »Handballspezifisches Training mit Zweikämpfen« heißt Phase sechs, danach folgen Spielbetrieb ohne Publikum und als finale Phase Spielbetrieb mit Publikum. Ob die neue Saison aber tatsächlich im September beginnen kann, steht noch nicht fest, wie Gunter Eckart, Präsident des Hessischen Handball-Verbandes (HHV) sagt. Während das HBL-Präsidium am Dienstag nominell einen Termin für den Rundenbeginn festlegt, plant auch der HHV mit einem normalen Saisonstart, hat sich aber auch für mehrere spätere Starttermine gerüstet. Der Landesverband hat die wichtigsten Fragen zur möglichen Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs, Geisterspielen und einer etwaigen Saison-Unterbrechung aufgrund einer zweiten Corona-Welle beantwortet.

? Wie sehen die Szenarien für einen oder mehrere mögliche Saisonstarts für den Hessischen Handball-Verband aus?

Ziel des HHV ist es nach wie vor, Mitte September mit der Hallenrunde zu starten. Sollte dies nicht möglich sein, ist ein Saisonstart nach den Herbstferien am Wochenende 31. Oktober/1. November oder dann erst nach den Weihnachtsferien ab 8. Januar 2021 geplant.

? Welche Auswirkungen hätte ein späterer Saisonstart auf die Spieltage?

Bei einem Start nach den Herbstferien würden die ersten Spieltage ans Ende der Runde rücken und diese entsprechend verlängern. Bei einem Rundenstart nach den Weihnachtsferien würde eine Einfachrunde gespielt werden. In einigen Jugendklassen sind Dreifach-Runden geplant, die auf eine Zweifach- oder Einfach-Runde reduziert werden können. Dabei sind die Klassenstärken so bemessen, dass diese Szenarien problemlos durchgeführt werden können.

? Was würde im Falle einer zweiten Welle durch das Corona-Virus und einer Saison-Unterbrechung passieren?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, da es mit Sicherheit auf den Zeitpunkt der Saisonunterbrechung ankommt. Der HHV wird dann auf dem Hintergrund der bereits gespielten Runde und der eventuell abzusehenden Länge der Unterbrechung eine Entscheidung treffen. Eine Regelung für einen solchen Fall bereits jetzt in die Durchführungsbestimmungen aufzunehmen, hält HHV-Präsident Gunter Eckart für nicht machbar, da Umstände und Zeitpunkt der Unterbrechung berücksichtigt werden müssten. »Wir haben die Entscheidung zum Abbruch der Runde 19/20 auf die gleiche Art treffen müssen und sind dabei gut gefahren.«

? Wie viel Vorbereitungszeit im vollen Wettkampfbetrieb, sprich im normalen Handballtraining mit voller Mannschaftsstärke und Zweikämpfen, brauchen die Mannschaften vor dem Start?

Der HHV steht auf dem Standpunkt, dass nach einer kompletten Hallenöffnung mit wettkampfspezifischen Trainingsbedingungen eine Anlaufzeit von mindestens drei Wochen bis zum Beginn der Wettkampfspiele vorhanden sein muss.

? Sind Geisterspiele bei Erwachsenen und/oder Jugendlichen ein Thema, mit dem sich der HHV befasst?

Natürlich ist das eine Option, die einkalkuliert werden muss. Da die Vereine aber vor allem auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, sei dies nicht das Mittel der ersten Wahl. Der Verband hat gerade eine Umfrage unter den Vereinen gestartet, die sich mit dieser Frage beschäftigt.

? Die jüngsten Lockerungen, die Zweikämpfe möglich machen, machen Hoffnungen auf einen Saisonstart im September: Wie ist die Einschätzung des Verbands?

Die Auswirkung der Lockerungen sind zur Zeit noch nicht abschätzbar, da in den verschiedenen Kommunen diese Lockerungen verschieden gehandhabt werden. Sollte die derzeitige Entwicklung der Anzahl der Neuinfizierten so anhalten, besteht eine Chance, im September mit der Runde starten zu können. Für eine endgültige Entscheidung ist es aber noch zu früh.

? Fachsimpeln unter Handball-Fans, in der Halbzeit Wurst und ein kühles Getränk: Müssen sich Zuschauer von gewohnten Ritualen in der Halle in der neuen Saison verabschieden?

Dies liegt nicht in der Entscheidungsbefugnis des HHV. »Wir sollten froh sein, wenn wir wieder mit Zuschauern Handball spielen können«, so Eckart.

? Mit welchen Sorgen und Ängsten kommen Vereine auf den HHV zu?

Vor allem wegen der Qualifikation im Jugendbereich. »Bedingt durch die Tatsache, dass der HHV als erster Landesverband die Runde beendet hat, sind wir aber in der Lage gewesen, früh die Weichen für einen Neustart zu stellen. Deshalb sind diesbezügliche Fragen größtenteils geklärt«, sagt Eckart. Ansonsten hätten Vereine aufgrund der finanziellen Ausfälle teilweise Probleme. Hier sei das Hilfsprogramm der Landesregierung aber ein probates Unterstützungsmittel, um teilweise Kompensation zu gewährleisten.

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