26. September 2018, 19:47 Uhr

Personell arg gebeutelt

26. September 2018, 19:47 Uhr
Bender Baskets Grünberg (h., v. l.): Betreuer Michael Ehresmann, Physiotherapeutin Anke Nau, Hanna Reh, Alva Hedrich, Michaela Kuczera, Isabell Meinhart, Jana Putz, Klara Römer, Headcoach Aleksandra Heuser, Stellv. Abteilungsleiter Otto Klockemann; vorne (v. l.): Katharina Philippi, Paula Kohl (verletzt), Amy Patton, Marie Reichert, Charlotte Kohl (verletzt). (Foto: Vogler)

Zu beneiden sind die Bender Baskets Grünberg wahrlich nicht. Jahr für Jahr stellen sie sich hauptsächlich durch Spielerinnen auf, die in Grünberg ihre Basketball-Ausbildung erhalten haben, haben nicht selten Personalprobleme und kämpfen oft lange um den Klassenerhalt. Diesmal könnte die Lage in der 2. Bundesliga Nordost noch prekärer werden als in der Vergangenheit. Der elf Akteurinnen umfassende Zweitliga-Kader hat sich schon vor Saisonbeginn auf neun reduziert. Da sind noch zwei Jugendliche eingerechnet, die in der U16 beziehungsweise in der Oberliga auf Korbjagd gehen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Gallusstädterinnen noch verstärken werden.

Kommen/Gehen: Das Verhältnis ist 3:3, denn die Baskets melden bislang drei Zugänge und genauso viele Abgänge. Und wie sollte es bei ihnen anders sein, kommen zwei aus den eigenen Reihen. So gehört die 16-Jährige Alva Hedrich zur eigenen Jugend und spielt auch in der zweiten Mannschaft, die bereits in die Oberligarunde gestartet ist. Eigengewächs Klara Römer ist 15 Jahre alt und läuft ebenfalls in der eigenen Jugend auf. Mit der US-Amerikanerin Amy Patton haben die Bender Baskets eine Spielerin verpflichtet, die nach ihrer Zeit am Arizona-College bereits in Frankreich, in Australien, im Libanon sowie in Zypern aktiv war. Sie soll mit ihren sehr guten Passfähigkeiten und Scorerqualitäten helfen, die Lücke zu schließen, die durch die Abgänge entstanden ist. Maggie Proffitt ist in die USA zurückgekeht und wird dort als Assistant-Coach an einem College tätig sein. Ihre Landsmännin Celia Marfone hat es ebenfalls zurück in die Heimat gezogen. Die 18-Jährige Lotte Seegräber hat sich wieder ihrem »Heimatverein« TSV Krofdorf-Gleiberg/Krofdorf Knights angeschlossen.

Trainerin: Aleksandra Heuser ist mitten in der Saison 2014/2015 bei den Bender Baskets eingesprungen, hatte ihr Amt während der folgenden Spielzeit ebenfalls inne und hatte anschließend für 2016/2017 eigentlich ein Jahr Pause geplant. Doch sie sprang eine Woche vor Rundenstart bei der kurzfristig trainerlos gewordenen Grünberger Regionalligamannschaft ein – und wurde mit ihr prompt Meister. 2017/2018 war Heuser ebenso für die Baskets zuständig wie jetzt.

Stärken/Schwächen: Der Teamgeist ist die große Stützte der Bender Baskets. »Jede ist für die andere da, in der Halle aber auch außerhalb«, sieht die Trainerin einen großen Pluspunkt. Auch ist die gute Altersmischung nicht zu unterschätzen. Die erfahrenen Spielerinnen Katharina Philippi, Isabell, Meinhart, Jana Putz und Amy Patton führen den Nachwuchs an. Gerne nimmt dieser die Hilfe der Routiniers an, was sich nicht zuletzt im guten Zusammenspiel niederschlägt. Negativ ins Gewicht fallen könnte die recht dünne Personaldecke. Von den vorgesehenen elf Spielerinnen fehlen nach den Langzeitausfällen der Kohl-Schwestern zwei Centerinnen. Charlotte hat sich im Juni bei einer Drei-gegen-Drei-Maßnahme des DBB einen Kreuzbandriss zugezogen. Paula fällt als talentierte U20-Nationalspielerin nach ihrer im Erstrundenpokalspiel in Opladen erlittenen Schulterverletzung für mindestens acht Monate, gleichzusetzen mit der kompletten Saison, aus.

Prognose: Heuser trainiert seit dem 21. August mit der Mannschaft. In ihrer 30-jährigen Tätigkeit als Coach ist es in diesem Jahr erstmals passiert, kein Testspiel bestreiten zu können. Die Teilnahme am Kaphingst-Cup in Marburg musste Grünberg wegen der Erstrunden-Verpflichtung im DBBL-Pokal absagen. Dann verzichteten zwei andere Teams nur wenige Stunden vor den jeweils geplanten Tests auf deren Austragung. So wurden die Partien im Cup zu Vorbereitungsspielen unter Wettbewerbsbedingungen, die überraschend mit Siegen in Opladen und personell gebeutelt sensationell gegen den Ligakontrahenten aus Rotenburg/Scheeßel endeten. Können die Mittelhessinnen die Überraschungen in der Runde fortsetzen, dürften sie noch das eine oder andere Mal aufhorchen lassen.

Ziel: Durch den Abgang von Celia Marfone und die Ausfälle der Kohl-Schwestern fehlen wichtige Rebounderinnen. »Daher müssen wir diese Saison noch mehr als Team rebounden«, gibt die Trainerin vor. Sie strebt den Klassenerhalt an.

Fazit: »Ich sehe es wie immer als meine Hauptaufgabe, den Spielerinnen die Idee vom Basketballspiel zu vermitteln, mit welcher sie für höhere Aufgaben in der ersten Bundesliga und in DBB-Teams gerüstet sind«, formuliert Heuser. Durch die Gegebenheiten haben die Akteurinnen die Gelegenheit, auf hohem Niveau für Furore zu sorgen. Die erste in der zweiten Liga bietet sich am Samstag um 15 Uhr in der Sporthalle der Theo-Koch-Schule gegen Opladen.

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