19. September 2019, 16:00 Uhr

Basketball-Bundesliga

Packt Bayreuth das Comeback?

Letztes Jahr nur Platz zwölf, dieses Jahr will Bayreuth den Weg zurück in die Playoffs der Basketball-Bundesliga schaffen. Ob das für die Franken klappt? Wir machen den Teamcheck.
19. September 2019, 16:00 Uhr
Bayreuths Trainer Raoul Korner möchte mit seinem umgekrempelten Team zurück in die Playoffs. (Foto: dpa)

Gießen 46ers


30 Jahre nach der einzigen Meisterschaft der Bayreuther Bundesliga-Basketballer startet ein runderneuertes Team in der Oberfrankenhalle in die neue Saison. Mit einem Sportmanager mit Gießener Vergangenheit, einem Guard, der an einem der besten Colleges der USA zu einem der besten Spieler gehörte und einem neuen Kooperationspartner.

Die Lage: Nach zwei Jahren unter den ersten acht gab es im Frühjahr erstmals wieder einen früheren Urlaubsbeginn für die Franken. Das Team wurde ordentlich umgekrempelt, im Hintergrund mit dem in Gießener Basketballkreisen nicht unbekannten Matthias Haufer ein Sportdirektor engagiert und eine Kooperation mit ProB-Klub BBC Coburg zur Nachwuchsförderung eingegangen: Die Talente Nico Wenzl, Jevon Perschnick und Johannes Krug sollen auch beim Nachbarn zum Einsatz kommen und treffen somit auch auf die Gießen 46ers Rackelos.

Das Team: Die deutsche Achse um Kapitän Bastian Doreth, Center Andreas Seiferth (derzeit verletzt) und Forward Lukas Meisner ist geblieben, ansonsten ist fast alles neu rund um die Oberfrankenhalle: Oder fast neu, denn Guard James Robinson (Herzliya/Israel) war bereits 2017/2018 bei den Bayreuthern, soll nun mit Doreth und Joanic Grüttner Bacoul (Göttingen) die Guard-Positionen besetzen. James Woodard (Skopje/Mazedonien), Lucious »Lucky« Jones (Aris Saloniki/Griechenland) und Bryce Alford (Oklahoma City, G-League) sollen den Flügel besetzen, wobei Letzterer auch auf die Eins ausweichen kann. Auf den großen Positionen stehen neben Seiferth und Meisner die Amerikaner Reid Travis (Kentucky, NCAA) und Evan Bruinsma (Szombathely/Ungarn) zur Verfügung. Um den Ausfall von Seiferth abzufangen, holten die Bayreuther zudem Justin Raffington von den Hamburg Towers, der bislang nur am College und in der zweiten Liga Erfahrung sammeln konnte.

Der Coach: Raoul Korner hat ein wenig von seinem Nimbus verloren: Manch ein Bayreuther Fan sah den Österreicher vor der letzten Saison in diesem Sommer gen Euroleague ziehen - mindestens ein deutscher Topklub, eher gar ein europäischer sollte es nach zwei Playoffteilnahmen mit den Oberfranken als nächste Station schon sein. Ein Jahr, Platz zwölf und eine Vertragsverlängerung später grummelte nun so mancher Anhänger, ob das nun das richtige Signal sei. Mit etwas Abstand ist festzustellen: Korner ist ein guter Trainer, der sicher seinen Anteil am Erfolg der Wagnerstädter hat. Auch, wenn er im Sommer nicht bei einem Euroleague-Topklub vorgestellt wurde - immerhin ist er seit diesem Jahr auch Cheftrainer der österreichischen Nationalmannschaft.

Stärken und Schwächen: Aus der Distanz werden die Bayreuther brandgefährlich sein, wofür Doreth, Alford und Woodard sorgen werden. Unter dem Korb dagegen sind die Oberfranken nicht nur relativ klein - nur Seiferth und der als seine Vertretung geholte Raffington sind größer als 2,03 Meter -, sondern auch nicht besonders kräftig aufgestellt: So attestierte Korner seinem Forward Bruinsma nach dem Vorbereitungsspiel gegen Bamberg »schon auf der Vier nicht der Kräftigste« zu sein - dass der Amerikaner dann ab und an auf die Fünf ausweichen muss, ist da alles andere als ideal.

Der »Player to watch«: Einen amerikanischen Nationalspieler verpflichten - das ist der Traum vieler Vereine weltweit. Einen Trainersohn verpflichten - das ist der Traum vieler Trainer weltweit. Die Bayreuther machten beides und holen mit Bryce Alford einen Spieler, der zwei Länderspiele für die USA in der Qualifikation für die WM vorweisen kann und an der renommierten UCLA unter seinem Vater Steve vor allem als Schütze reüssierte: Der 24-Jährige traf die meisten Distanzwürfe in der Geschichte der Universität und ist der fünfbeste Punktesammler der Bruins, immerhin Alma Mater von Spielern wie Kareem Abdul-Jabbar, Bill Walton und Reggie Miller. Erstmals in Europa aktiv, soll der 1,90 Meter große Alford diese Stärken nun auch in der BBL zeigen.

Die Prognose: Die Playoffs sind drin für die Bayreuther, aber gerade auf den großen Positionen haben die Franken nicht viel Luft: Eine Verletzung oder ein Formtief könnte den Unterschied zwischen Viertelfinale und Mittelfeld ausmachen.

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