17. Juli 2017, 07:00 Uhr

Spvgg. Mücke

Neue Allianz mit Manpower

Mit einer Armada von gleich 39 Fußballern ging es bei der SpVgg. Mücke in die erste Trainingseinheit. Bei solch geballter Manpower meldete man die Reserve in Konkurrenz.
17. Juli 2017, 07:00 Uhr
Die beiden Trainer Marcel Seipp (5) und Lukas Vey (vorne links) führen die SpVgg. Mücke in die neue Saison und den breit aufgestellten Kader hier auf die Runde am Spielfeldrand. (Foto: privat)

Klotzen, nicht kleckern. Das könnte der Gedanke hinter dem Entschluss zur neuen SpVgg. Mücke gewesen sein. Für die TSG Merlau, den FC Mücke und die TSG Nieder-Ohmen soll es die große Lösung im Fußballbereich werden. Viele heimische Gesichter sind für die Rollen der Hauptprotagonisten vorgesehen: Marcel Seipp, bereits im Winter in den Fußballkreis Alsfeld zurückgekehrt, übernimmt den Posten des Spielertrainers, als »Co« steht ihm mit Lukas Vey ein Mann zur Verfügung, der ebenfalls noch auf dem Feld Impulse geben soll.

Die Geschichte der Spielgemeinschaften im westlichen Vogelsbergkreis ist eine turbulente. Zwei Jahrzehnte hatte die FSG Mücke/Merlau Bestand (1987 bis 2007). Für die nächsten vier Jahre kam der SV Atzenhain dazu, das Duo wurde zum Trio. In der Saison 2011/2012 trennte man sich. Atzenhain ging wieder alleine auf Punktejagd, die TSG Merlau startete nach einjähriger Pause in der B-Liga neu. Der FC Mücke brach aus den Gemeindegrenzen aus und schloss sich mit dem FC Weickartshain zusammen. Doch auch diese Verbindung hielt nur fünf Spielzeiten. 2016/2017 kehrte man zur alten FSG Mücke/Merlau zurück, um nun – nur ein Jahr später – eine erneute Allianz einzugehen und die Nieder-Ohmener mit ins Boot zu holen.

In der Flächengemeinde ist die neue SpVgg. somit neben Aufsteiger SG Groß-Eichen/Atzenhain die einzige reine Mücker Spielgemeinschaft. Senioren-Fußball spielt man außerdem nur noch ein paar Kilometer weiter östlich, allerdings mit Verstärkung aus der Nachbarkommune.

Freilich trägt die Bündelung der Kräfte in immer größeren Zusammenschlüssen Früchte. Die FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein dominierte in der abgelaufenen Saison in beeindruckender Manier die B-Liga. Doch um welchen Preis? Die beteiligten Vereine geben ein gewisses Maß an Kontrolle ab, haben mitunter nur noch alle sechs Wochen ein Heimspiel. Doch für die meisten gibt es keine anderen Optionen.

»Wir hätten noch etwa 20 bis 25 aktive Spieler zur Verfügung gehabt. Für zwei Teams hätte das nicht mehr gereicht«, sagt Jörg Reichel, Fußball-Abteilungsleiter bei der TSG Nieder-Ohmen. »Natürlich waren nicht alle für diesen Schritt. Wenn man immer alleine spielt, dann musst du dem einen oder anderen erklären, warum man nun diesen Weg beschreitet. Wir hatten immer das Ziel, so lange wie möglich, eigenständig zu bleiben, aber jetzt gab es sportlich keine Alternative mehr. « Auch Spielausschuss-Chef Benjamin Christ vom FC Mücke will die Entscheidung als »unvermeidbar« verstanden wissen. »Wir müssen doch sehen, dass wir auf lange Sicht konkurrenzfähig bleiben. Sonst bilden wir Jugendliche aus, die sich am Ende doch eine andere Mannschaft suchen und nicht in Mücke bleiben.«

Gerade mit der Jugend haben die Vogelsberger ein Pfund, mit dem sie wuchern können. In den beiden höchsten Altersklassen spielte die JSG Mücke noch in der abgelaufenen Saison immerhin um Gruppenligapunkte. Auch weil die Stammvereine der Jugendspielgemeinschaft – TSG Nieder-Ohmen, SV Atzenhain, FC Mücke, TSG Merlau – fast die gleichen sind wie die der neuen SpVgg, lag ein Zusammenschluss auf der Hand. Dem Nachwuchs soll irgendwann wieder die Kreisoberliga als Plattform angeboten werden, wie Christ zu verstehen gab. Schon in diesem Sommer verstärken mit Nils Unger, Jannes Hohl und Eduard Noak drei Eigengewächse den Kader von Coach Marcel Seipp. Dazu kommen Philipp Müller (SG Birklar) und Sebastian Döring (SV Bobenhausen), die beide aus dem Kreis Alsfeld stammen und schon höherklassig Fußball gespielt haben.

Seipp kam schon im Winter vom FSV Braunfels zur FSG Mücke/Merlau und fungierte beim scheidenden Trainer Christian Eibach als »Co«. Bis spätestens April 2018 will der 27-Jährige die B-Lizenz in der Tasche haben. Zusammen mit dem aus Homberg nach Nieder-Ohmen zurückgekehrten Lukas Vey will Seipp auf und neben dem Platz ein Duo bilden. Er selbst spielt im Sturm, Vey ist eher im Mittelfeld zu Hause. Beide sind für die erste und zweite Mannschaft verantwortlich. Bei Auswärtsspielen der Reserve, die dann auf anderen Plätzen stattfinden, wird Norbert Seipp die Betreuung der »Zweiten« übernehmen.

Seipp sieht es als Vorteil, die Reserve in Konkurrenz antreten lassen zu können. »Eine schöne Motivation für die Spieler, die nur wenig trainieren können«, sagt der spielende Coach. Am letzten Wochenende weilte er mit seinem Kader in Eschwege im Trainingslager. Seit Sonntag steht beim Turnier um den Mücke-Ohmtal-Pokal der erste Härtetest an.

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