18. August 2020, 07:00 Uhr

Fußball

Nächster Versuch

Der FC Turabdin/Babylon war in der Vorsaison das Aushängeschild des Fußballkreises Gießen in der Verbandsliga Mitte und den Aufstieg in die Hessenliga knapp verpasst. Nun folgt ein neuer Anlauf.
18. August 2020, 07:00 Uhr
Künftig Teamkollegen beim FC Turabdin/Babylon: Sleiman Nohman (l.) und Antonyos Celik, der vom FSV Fernwald kommt. ARCHIVFOTO: FRO

Im Vorjahr war der FC Turabdin/Babylon in die Verbandsliga Mitte aufgestiegen - und spielte eine sehr starke Runde. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie und damit einhergehenden vorzeitigen Abbruch der Saison.

Die aktuelle Situation: Aufgrund der sportlich erzielten 45 Punkte wäre der FC Turabdin/Babylon anstelle des SV Zeilsheim (42 Zähler - Anm. d. Red.) in die Hessenliga aufgestiegen. Dass der Durchmarsch von der Gruppenliga in die höchste Spielklasse auf Landesebene in der letzten Saison verwehrt blieb, war dem Abzug von insgesamt sechs Punkten geschuldet. Den Malus von zwei Punkten wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Pflichtsolls hätte die Elf von Trainer Sherwin Rahmani sogar noch verkraften können. Den Ausschlag, dass man nicht als Meister der Verbandsliga Mitte gekürt werden konnte, gab der Abzug von vier weiteren Punkten, die nach den Vorfällen auf dem Sportplatz in Holzheim am 28. Oktober 2019 im Anschluss an die 2:3-Niederlage gegen den SV Bauerbach und dem daraus resultierenden Sonderbericht des Schiedsrichters vom Verbandssportgericht verhängt wurden (diese Zeitung berichtete). Bei der Quotientenregelung, die bei den drei Tabellenzweiten der Verbandsligen zugunsten des SV Buchonia Flieden (2,24) gegenüber dem FC Turabdin/Babylon (1,86 oder ohne Abzug 2,14) und dem SC Hanau (1,85) den Ausschlag für den vierten Hessenliga-Aufsteiger gab, hatten die beiden Punktabzüge dagegen keinen Einfluss.

Kommen/Gehen: Mit Kevin Rennert, Mustafa Yaman und Steffen Spottka verlieren die Pohlheimer drei ihrer Leistungsträger. Durch die Verpflichtung von Antonyos Celik, der über langjährige Regional- und Hessenliga-Erfahrung verfügt, und Garik Rafaelyan, der in der vergangenen Spielzeit 20 Tore für den Kreisoberligisten SC Viktoria Nidda erzielen konnte, wurden die verwaiste Position neben Torjäger Ahmet Marankoz im FC-Sturm adäquat wiederbesetzt. Mit Jan Dühring, der in der vergangenen Saison verletzungsbedingt beim SC Waldgirmes nur einen Hessenliga- und fünf Verbandsligaeinsätze absolvieren konnte, soll die Lücke im FC-Tor geschlossen werden. Mit Aziz Toprak vom Ligakonkurrenten FC Gießen II und Liridon Krasniq, der bei Regionalliga-Aufsteiger TSV Eintracht Stadtallendorf fünfmal Hessenligaluft geschnuppert hat, soll der Konkurrenzkampf im Mittelfeld belebt werden.

Stärken/Schwächen: Das Prunkstück der Vorsaison war zweifelsohne die Defensive. Hier ließ die von Pierre Chabou organisierte Abwehr gerade einmal 27 Gegentreffer zu, was nach dem SV Zeilsheim (24) den zweitbesten Ligawert darstellte. Mit lediglich 41 Treffern lag der Tabellenzweite dagegen auf einem Abstiegsplatz, denn lediglich der FC Cleeberg (24), der RSV Weyer (29) und der SC Waldgirmes II (40) trafen weniger als die Rahmani-Elf. Entscheidende Punkte wurden vor allem gegen die »Kellerkinder« FC Cleeberg (1:2) und SV Bauerbach (2:3) liegen gelassen, während man sich in den Topspielen gegen den SV Zeilsheim (2:1), die Spvgg. Eltville (1:1, 3:0) und den FC Waldbrunn (2:1) meist obenauf sah.

Umfeld/Trainer: Die Entscheidung der FC-Verantwortlichen, mit Sherwin Rahmani einen Trainer mit Stallgeruch zu verpflichten, hat sich als Volltreffer für die Pohlheimer erwiesen. Der 38-Jährige verfügt über einen ausgeprägten Fußballsachverstand und hat zudem die Gabe, durch seine offene Art und Weise selbst erfahrene Spieler führen und motivieren zu können. Im Umfeld liegt dagegen einiges im Argen. So genügt der Platz in Holzheim keineswegs den Ansprüchen für Verbands-, geschweige denn Hessenliga. Auch wenn es viele rührige Helfer im Verein gibt, wird man auf administrativer Ebene zulegen müssen, um den sportlichen Ansprüchen auch neben dem Spielfeld gerecht werden zu können.

Prognose: Die Wiederholung der starken Vorsaison wird sehr schwer. Die Gegner werden sich nun besser auf den zuvor unbekannten Aufsteiger und auch auf die äußeren Gegebenheiten auf dem Holzheimer Sportgelände einstellen. Die Leistungsdichte innerhalb der Liga ist zudem so eng, dass zwischen Platz eins und acht alles möglich ist. Ein Platz im vorderen Tabellendrittel sollte dennoch der Mindestmaßstab sein. Und vielleicht gelingt diesmal die perfekte Saison - und der erhoffte Aufstieg.

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