20. Juni 2019, 21:31 Uhr

München stellt Weichen auf Titel

20. Juni 2019, 21:31 Uhr
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Von SID
Devin Booker erzielt in Spiel 2 des BBL-Finals 16 Punkte für Bayern München. In dieser Szene blockt er Albas Landry Nnoko (r.) mit dem Arm. (Foto: dpa)

Auch Dejan Radonjic weiß, dass jetzt fast alles für seine Bayern spricht. Und genau deshalb warnt der Trainer eindringlich davor, gedanklich einen Haken hinter die Finalserie zu machen. »Es gibt noch nichts zu feiern«, betonte Radonjic, nachdem die Münchner am Mittwoch bei Alba Berlin gewonnen und das 2:0 im Finale der Basketball Bundesliga (BBL) klar gemacht hatten.

Nur ein Sieg fehlt dem Titelverteidiger nach dem wegweisenden 82:77 (45:46) in der Berliner Arena am Ostbahnhof noch. Am Sonntag (18.00 Uhr/Sport1 und MagentaSport) haben die Bayern in ihrer Halle die Chance, sich die fünfte Meisterschaft auf schnellstem Wege zu holen. Und sollte das nicht klappen, kommen noch zwei weitere Gelegenheiten.

»Am Ende war es für uns das Wichtigste, in dieser Atmosphäre zu gewinnen«, sagte der frühere Berliner und heutige Münchner Leon Radosevic, »Berlin kommt aber jetzt nicht nach München, um Urlaub zu machen. Wir müssen wieder ruhig und konzentriert bleiben und unser Spiel spielen.«

Wie im Auftaktspiel, das auch dank zweier Schiedsrichter-Fehlentscheidungen an die Münchner gegangen war (74:70), erwischte der Meister einen Fehlstart. Die Probleme warfen die Bayern aber nicht um, im Gegenteil. Die Gäste fingen sich, dominierten im Schlussviertel und führten klar (73:61/34. Minute), ließen Alba mit einem 0:11-Negativlauf aber noch einmal zurück ins Spiel kommen. Die Aufholjagd macht Berlin Mut. »Die Serie ist noch nicht vorbei«, sagte Luke Sikma bei MagentaSport. Es sei allerdings »schwer, in München zu gewinnen«. Der US-Amerikaner klagte vor allem über »viele schlimme Turnovers«, insgesamt schenkte Alba den Ball 13-mal her. Viel fehlte dennoch nicht zum Sieg. Franz Wagner, jüngerer Bruder von NBA-Profi Moritz Wagner, sorgte 13 Sekunden vor Schluss mit einem schwierigen Dreier für das 77:78, kurz darauf vergab Martin Hermannsson beim Stand von 77:80 die Chance zum Ausgleich.

Trainer Aito Garcia Reneses, dem die fünfte Finalniederlage mit dem Bundesligisten droht, war dennoch stolz auf sein Team, »denn es hat das Maximum gegeben und einen starken Einsatz gezeigt. Darüber bin ich glücklich, und das kann man nicht immer sagen nach einer Niederlage«, meinte der Spanier. »Ich hoffe, dass wir im dritten Spiel noch einmal 100 Prozent bringen«.

»Wir wissen, dass Berlin noch einmal 100 Prozent geben wird«, sagte Radonjic. Vor allem muss Alba aber besser unter dem Korb aufräumen. Denn die Topscorer Devin Booker (16 Punkte) und Derrick Williams (12) stopften reihenweise Bälle in den Korb. »Spiel drei wird hart. Wir müssen es so angehen, als wäre es Spiel eins«, sagte Booker. NBA-Profi Dennis Schröder, in Berlin als Zuschauer in der Halle, glaubt noch an Alba. »Wenn sie da mit Selbstbewusstsein rangehen, können sie erst mal ein Spiel holen. Sie müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken«, sagte der Nationalspieler der »Bild«.

Beste Werfer: Giedraitis (14), Wagner (14), Nnoko (10) für Berlin. - Booker (16), Williams (12), Koponen (11), Djedovic (10), Radosevic (10) für München. - Zuschauer: 14 044. - Stand: 0:2.



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