13. Juni 2020, 07:00 Uhr

Fußball

Michael Klaper und der JSV Lehnheim hoffen auf September

Der JSV Lehnheim feiert in diesem Jahr sein 100.-jähriges Jubiläum. Alles war gerichtet für diesen Geburtstag - und dann kam die Corona-Pandemie.
13. Juni 2020, 07:00 Uhr
Michael Klaper

Wir haben mit Jugendleiter Michael Klaper gesprochen, wie weit die Planungen waren, welche Veranstaltungen vorgesehen waren - und blicken mit ihm auf die sehr erfolgreichen Jahre des JSV in der damaligen Bezirksliga Süd zurück.

100 Jahre JSV Lehnheim - der Verein wollte das Jubiläum 2020 mit einem vielfältigen Programm feiern. Doch daraus wird nichts - wie fühlt man sich?

Natürlich enttäuscht. Wir waren viele Wochen tätig, um das Fest zu planen. Wir haben bereits im Vorjahr die ersten Treffen gehabt, später dann fast alle 14 Tage. Dann kam die Pandemie - und dann fällt man angesichts der vielen Stunden Arbeit, die man investiert hat, in ein Loch. Wir haben aber bereits einige Veranstaltungen auf das kommende Jahr geschoben. Die Tom-Pfeiffer-Band wird 2021 spielen, ebenso wird unser großer Sportlerabend im kommenden Jahr stattfinden. Allerdings sind die Termine noch nicht fixiert. Wir hoffen aber, dass das Spiel gegen die Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt stattfinden kann. Vielleicht ist dies im September machbar.

Geplant war auch ein großes Jugendfußball-Camp - wie sehr schmerzt es vor allem Sie als Jugendleiter, dass Kinder und Jugendliche nun keine Möglichkeit haben, solch ein Event zu bestreiten?

Ebenfalls sehr! Das campo-ballissimo-Camp von Ex-Profi Hans-Jürgen Brunner ist eine tolle Sache. Er hat ein solches Camp im letzten Jahr schon in Mücke durchgeführt, da waren auch Kinder von uns dabei, die sehr begeistert waren. Und so haben wir uns entschieden, solch ein Event anlässlich unseres 100-jährigen Jubiläums anzubieten. Und innerhalb kürzester Zeit war das Camp ausgebucht, 75 bis 80 Kinder und Jugendliche haben sich bereits angemeldet. Wir haben lange gehofft, es durchführen zu können, doch das ist hinfällig. Wir haben uns letztlich dazu entschlossen, dass Camp auf den Herbst zu verlegen. Sollte es möglich sein, dann findet es vom 18. bis 20. September statt. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch bei unseren Sponsoren Firma systeex Brandschutzsysteme mit Sitz in Hanau (Vertreten durch Christian Hillsdorf, mein langjähriger Fußball-Mannschaftskamerad-auch jetzt noch in der AH-Mannschaft), Edeka Neukauf und Rewe Messerschmidt in Grünberg für die Unterstützung recht herzlich bedanken.

Der JSV Lehnheim war vor allem in den 80er und 90er Jahren über den Fußballkreis Gießen bekannt - Stichwort Bezirksliga Süd. Sie waren als Spieler dabei - was waren rückblickend Ihre schönsten Momente?

Das war schon toll, als ich mit 18 Jahren in den Seniorenbereich gewechselt bin. Auch weil wir zu der Zeit mit dem TuS Naunheim der dienstältestes Bezirksligist waren. In meiner ersten Saison 1988/1989 habe ich mich als Trainingskönig und -weltmeister einen Startplatz erkämpft - und das in einer Mannschaft mit sehr guten Fußballern, wie beispielsweise Ernst-Dieter Walther oder auch Waldemar Diehl. Das war eine tolle Zeit, auch weil wir bei Feiern mit den ganzen Familien zusammen waren. Es waren tolle Typen dabei, mit einigen Akteuren von damals spiele ich heute noch bei den Altherren. An was ich mich auch noch gerne erinnere, war mein erstes JSV-Senioren-Tor damals im Spiel gegen die Sportfreunde Burkhardsfelden (Endstand: 1:1 - die Dautenberger verpassten somit die vorzeitige Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg, Anm. d. Red.). Als Spieler habe ich zunächst in der Abwehr begonnen, dann ins Mittelfeld gerückt - später wurde ich sogar Spielführer. Rückblickend würde ich sagen, wir waren die Jungs vom Dorf.

Wie erklären Sie sich den »Abstieg« des JSV, der zurück auf Kreisebene musste?

Das hatte damit zu tun, dass ich und andere Spieler die letzten waren, die aus der Jugend rauskamen. Und dann kam rund zehn Jahre nicht mehr viel nach. Und die Spieler, die schon länger dabei waren, sind halt auch nicht jünger geworden. Dementsprechend mussten wir den Abstieg in Kauf nehmen.

Später folgte der Zusammenschluss mit dem TSV Grünberg und dem SV Stangenrod zur FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod. Die richtige Entscheidung für den JSV und die beiden anderen Partner?

Auf jeden Fall! Die Zusammenarbeit war die richtige Entscheidung. Wir haben damit auch in der Gemeinde wieder für Kinder die Möglichkeit geschaffen, Fußball zu spielen. Und der Erfolg stellt sich wieder ein. Wir haben in jeder Altersklasse Teams am Start - und wer die Jugend hat, braucht sich für die Zukunft keine Sorgen zu machen. Durch den Zusammenschluss sehe ich auch, dass wir in allen Altersklassen gut gerüstet sind. Ich habe mit 25 Jahren mit der Jugendarbeit begonnen, erst als Trainer, dann als Jugendleiter. Der Weg ist der Richtige, das sieht man auch an unserer zweiten Mannschaft, in der viele junge Spieler aktiv sind, um sich dann für die Kreisoberliga-Vertretung zu empfehlen. Aber eines ist auch klar: Es steht und fällt immer mit den Trainern - nicht nur bei uns. Und ich in meiner Person als Jugendleiter kann nur sagen, ich bin wirklich froh, dass unsere FSG so tolle Trainer hat.

Die Saison 2019/2020 ist vorzeitig beendet worden. Wann könnte es mit der neuen Spielzeit der Junioren Ihrer Meinung nach wieder losgehen - und wird sich was im Spielbetrieb der Jugend ändern?

Die Saison ist abrupt beendet worden. Nun muss man in den nächsten Monaten sehen, wie sich die Zahlen entwickeln. Ich denke aber, dass es beispielsweise vor dem Spiel kein Abklatschen mit dem Gegner geben wird. Und es dürfte, glaube ich, viel Desinfektionsmittel und Hygieneregeln geben. FOTO: ARCHIV

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