17. Juni 2020, 23:37 Uhr

Fußball

Mehrheit der Regionalliga-Vereine für XXL-Saison

Für den FC Gießen kommt es hart: Nach der Umfrage unter den Vereinen der Regionalliga Südwest erwartet den Klub eine Mammut-Saison 2020/21 mit wenigstens 42 Partien.
17. Juni 2020, 23:37 Uhr
Auf den FC Gießen kommt eine Regionalliga-Saison mit mindestens 42 Spielen zu. SYMBOLBILD: DPA

Das ging dann doch schnell: Die Geschäftsführung der Fußball-Regionalliga Südwest hat gestern in einem Schreiben an die voraussichtlich 22 Klubs den vom Spielausschuss erarbeiteten Modus für die neue Saison mitgeteilt. Demnach planen die Verantwortlichen zwischen Anfang September und Juni 2021 nun doch mit einer Mammut-Saison. Nach 42 Spieltagen sollen der Meister in die 3. Liga und die noch zu definierende Zahl an Absteigern in die Oberligen Hessen, Rheinland-Pfalz/Saar und Baden-Württemberg ermittelt sein. Sollte neben der SG Sonnenhof Großaspach auch der 1. FC Kaiserslautern aus der 3. Liga absteigen, gäbe es sogar 44 Punktspiele.

Nach Auswertung der Umfrage fand die von der Regionalliga Südwest GbR vorgeschlagene Zweiteilung in einer Vorrunde und eine Meister-/Abstiegsrunde nur knapp keine Mehrheit. Zehn von 22 Klubs sollen sich für diese - aufgrund von maximal 30 Spieltagen - weniger stressige Lösung ausgesprochen haben. Auch Markus Haupt, Geschäftsführer des FC Gießen, hatte sich klar gegen die Mammut-Variante ausgesprochen.

»Um zu Saisonbeginn eine alternative Wettkampfform mit gravierenden Auswirkungen für Vereine und Verband einführen zu können, hätte es nach Ansicht der Spielkommission einer klaren Mehrheit der Vereine bedurft«, teilte die Regionalliga in ihrem Schreiben an die Klubs mit. Gleichwohl weist die Spielkommission darauf hin, dass die Abwicklung der Saison eine große Herausforderung darstelle und mit Risiken behaftet sei. Im Falle einer Veränderung der Covid19-Lage behält sie sich alternative Wettkampfformen offen.

Um die Chance der Durchführung der »normalen Saison« mit Hin- und Rückspiel zu erhöhen, müssen die Vereine daher eine Ausweichspielstätte nachweisen, sollte das angestammte Stadion nicht bespielbar sein oder nicht über eine Rasenheizung verfügen. Dafür komme bei Nicht-Risiko-Spielen auch ein Kunstrasenplatz in Frage. Zudem ist ein Heimrechttausch möglich. »Das ist für uns schlichtweg nicht machbar, wir haben schließlich weder Flutlicht noch Rasenheizung«, zeigt sich Haupt skeptisch.

Insgesamt acht englische Wochen sieht der Rahmenterminkalender vor. Alleine im September müssen sich die Klubs auf sieben Partien einstellen. Erster Spieltag wäre demnach am 1. September, der 20. und letzte vor Weihnachten soll am 20. Dezember ausgetragen werden. Bereits am 5. Februar 2021 soll die Restrunde eingeläutet werden.

Viele Fragezeichen

Die Gießener beschäftigt auch noch die Frage, ob und wenn ja wann der Hessische Fußball-Verband die beiden letzten Partien im Hessenpokal der Saison 2019/20 ansetzt. Der FC Gießen spielt gegen den TSV Steinbach Haiger um den Finaleinzug. Der Sieger des Hessenpokals qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals - und hätte noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Auch der neue Landespokalwettbewerb steht noch aus.

Und seit gestern kommt noch eine weitere Ungewissheit hinzu. Die Bundesregierung erließ eine Verordnung, nach der Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten sein sollen, allerdings seien Ausnahmen möglich. Welche Auswirkungen das auf Fußballspiele haben wird, ist offen. Die Regionalliga-Geschäftsführung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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