20. Februar 2020, 18:03 Uhr

Mehr als das Spitzenspiel

20. Februar 2020, 18:03 Uhr

Es ist die Paarung, auf die die Fans der Rollstuhlbasketball-Bundesliga hinfiebern, es ist das absolute Spitzenspiel der Liga, das Kräftemessen zweier europäischer Topteams und das Duell des deutschen Rekordmeisters gegen den amtierenden Titelträger - gemeint ist das Aufeinandertreffen des letzten Spieltages in der Hauptrunde zwischen dem RSV Lahn-Dill und den RSB Thuringia Bulls am Samstagabend um 19.30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle.

Dabei geht es im Wohnzimmer des RSV um Platz eins nach der Hauptrunde und damit um die Poleposition für die Playoffs. Beide Kontrahenten sind bereits direkt für das Halbfinale im Modus »best of three« qualifiziert, während die Konkurrenz im Viertelfinale die Gegner der Mittelhessen und der Thüringer zunächst ermitteln muss. Neben der besten Ausgangsposition geht es in einem solchen Duell der beiden großen Rivalen auch um Emotionen, Duftnoten und den vermeintlichen psychologischen Vorteil, denn die zweite Partie der beiden Platzhirsche in der laufenden Saison, dürfte längst noch nicht die letzte der Spielzeit 2019/2020 sein.

Bereits am 1. März könnte in Hannover das 36. Endspiel um den Deutschen Pokal ebenfalls Lahn-Dill gegen Thuringia Bulls lauten, sofern beide Seiten ihrer Favoritenrolle im Halbfinale des Final Four gegen Hamburg bzw. Gastgeber Hannover gerecht werden. Natürlich sind die beiden Konkurrenten aus Wetzlar und Elxleben auch die Favoriten auf ein mögliches Playoff-Finale um die deutsche Meisterschaft und könnten sich zudem im Final Four der Champions League gegenüberstehen. Alles Konjunktive, und genau deshalb wollen RSV-Kapitän Michael Paye und Co. den Fokus ausschließlich auf den Samstagabend richten.

Die Mittelhessen treffen auf ein internationales Topteam mit Spielern aus sieben Nationen, die die Thuringia Bulls in den letzten Jahren in den Großraum Erfurt locken konnten. Letzter Zugang ist der österreichische Nationalspieler Hubert Hager, der zum Ende der Wechselfrist am 31. Dezember aus München kam.

Doch der RSV Lahn-Dill braucht sich weder spielerisch noch von den Namen aufseiten der Gäste beeindrucken lassen. Die Mannschaft von Cheftainerin Janet McLachlan besitzt Klasse und Erfahrung. Insbesondere unter den Brettern hat sich der RSV in dieser Saison deutlich verbessert, was auch auf die Verpflichtung des australischen Hünen Michael Auprince und des polnischen Routiniers Dominik Mosler zurückzuführen ist.

Dennoch musste sich der 13-malige deutsche Titelträger im November mit 59:71 bei den Thuringia Bulls geschlagen geben. Doch das neu formierte Team ist seitdem zusammengewachsen und hat vor allem deutlich an Stabilität gewonnen. Topscorer Thomas Böhme spielt durchgehend auf extrem hohen Niveau und US-Center Brian Bell blüht in seiner neuen Rolle im Team förmlich auf.

Im 41. Duell der beiden Teams gegeneinander sind also Spannung, internationale Klasse und die nötige Portion Emotionen garantiert. Bisher rollten beide Seiten je 20-mal als Sieger vom Parkett. Tickets für die Begegnung am Samstagabend um 19.30 Uhr gibt es weiterhin online auf www.ticketmaster.de, an den bekannten Vorverkaufsstellen in Wetzlar und Gießen sowie an der Abendkasse.

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