26. November 2019, 07:00 Uhr

FC Gießen

Markus Haupt soll am Dienstagabend der Fischer-Nachfolger werden

Ungeachtet des Wirbels im Hintergrund wird die sportliche Situation des FC Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest bedenklicher. Am Dienstagabend tagt der Vorstand.
26. November 2019, 07:00 Uhr
Markus Haupt (rechts unten) ist erster Kandidat für die kommissarische Übernahme des Geschäftsführer-Postens beim FC Gießen. (Foto: Friedrich)

Die letzten beiden Tage bekamen die Regionalliga-Fußballer des FC Gießen frei - »es ist viel passiert«, sagt FC-Trainer Daniyel Cimen. »Wir haben uns als Trainerteam gedacht, dass das ganz gut für den Kopf ist.« Den Rücktritt am Samstag von Geschäftsführer Jörg Fischer habe Cimen »zur Kenntnis genommen. Irgendwann hört man auf, sich mit Nebengeschichten zu beschäftigen. Wir müssen uns auf das Sportliche konzentrieren«.

1,43 Punkte pro Spiel müsste der FC Gießen im Schnitt in den restlichen 16 Partien holen, um auf die anvisierten 40 Zähler in der Fußball-Regionalliga zu kommen und die Wahrscheinlichkeit für den Klassenverbleib enorm zu steigern. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass in der bisherigen Spielzeit in 18 Partien durchschnittlich 0,94 Zähler geholt wurden.

Eine Steigerung ist vonnöten, wenn der FC Gießen die Klasse halten will - das wird ohnehin kein Spaziergang und erschwert durch die Turbulenzen im Hintergrund in den letzten Wochen.

Neben den verspäteten Gehaltszahlungen kam am vergangenen Samstag nun der Rücktritt vom bisherigen Geschäftsführer Jörg Fischer hinzu. Kurz zuvor hatte der heimische Regionalligist dem Titelkandidaten SV Elversberg noch alles abverlangt und eine seiner besten Saisonleistungen geboten. »Am Ende hätten wir vielleicht sogar gewinnen müssen«, herauskam eine unglückliche 2:3-Niederlage.

Generell sagt Daniyel Cimen zur (finanziellen) Unruhe im Verein: »Das Thema existiert bei uns ja schon länger, jetzt wurde es eben letzte Woche auch geschrieben. Deshalb sage ich schon seit einiger Zeit, dass die Anzahl der Punkte, die wir bislang geholt haben, für die Umstände okay ist. Ich sehe die Gesamtsituation und dafür sind die Auftritte, gerade zu Hause, zuletzt gut. Die Leistungen gegen Offenbach und Elversberg machen mir Mut für die letzten drei Partien.«

Zwei Ligaspiele stehen für den FC Gießen vor der Winterpause noch an - an diesem Samstag geht es zum viertplatzierten FC Homburg (14 Uhr), danach ins eminent wichtige Heimspiel gegen den Tabellen-16. FK Pirmasens (Sa., 7. 12., 14 Uhr, Waldstadion). Zum Abschluss empfängt Gießen im Hessenpokal-Viertelfinale die Offenbacher Kickers (So., 15. 12., 13.30 Uhr) - neben dem sportlichen Anreiz wären ein großer Zuschauerzuspruch und ein Einziehen ins Halbfinale auch finanziell äußerst lukrativ. Immerhin wären es dann nur noch zwei Schritte bis zum möglichen Einzug in den DFB-Pokal samt garantierten Prämien in Höhe von rund 160 000 Euro. Im Halbfinale würde der TSV Steinbach Haiger warten. Dort hätte der FC wieder Heimrecht.

Mit der Leistung vom vergangenen Samstag ist in den verbleibenden Partien definitiv etwas zu holen - punkten wird auch vonnöten sein. Der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze wächst bedenklich, beträgt aktuell bereits sechs Zähler.

Nach wie vor setzt das Trainerteam, ungeachtet der neuerlichen Unruhen, auf eine gute, geschlossene Vorbereitung in der Winterpause - jene gemeinsame Zeit also, die es im Sommer aufgrund der durcheinander gewirbelten Personalplanung nicht gab. »Ich hoffe darauf, dass wir die Vorbereitung im Winter komplett durchziehen können. Dann bin ich überzeugt davon, dass wir genug Punkte holen«, sagt der Trainer.

Im Hintergrund wird der Vorstand des FC Gießen heute Abend tagen, um einen kommissarischen Nachfolger für Jörg Fischer als Geschäftsführer zu bestimmen. Markus Haupt dürfte erster Kandidat sein, er ist auch als Geschäftsführer der geplanten neuen Kapitalgesellschaft vorgesehen. Die Gründung dieser wird sich ins neue Jahr verschieben.

Genaue Beobachter stellten am gestrigen Montagmittag zudem fest, dass der Geschäftsführer Jörg Fischer zwar zurückgetreten ist, auf den Kanälen des FC Gießen davon aber nichts zu lesen war. Der Regionalligist löschte die Meldung auf der Homepage und in den sozialen Medien auf Wunsch des 56-Jährigen, dem der Trubel um seine Person rund ums Wochenende zu groß wurde.

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