Lokalsport

»Manni« Brach auf den Spuren von Kraushaar

Er ist der effektivste Spieler im JBBL-Team der Basketball Akademie Gießen 46ers und wandelte laut seinem Trainer von seiner Spielanlage und seinem Spielverständnis her auf den Spuren von Bjarne Kraushaar. Dessen Weg in den Profibasketball möchte Sebastian Brach auch gerne einschlagen. Das nächste Ziel des Youngsters ist es, mit seiner Mannschaft am Sonntag einen erfolgreichen Playoffauftakt gegen Tübingen hinzulegen.
02. März 2018, 22:47 Uhr
Lukas Becker
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Einhändiger Pass um den Gegner – der talentierte Sebastian »Manni« Brach von der BA Gießen 46ers, der sich auf die U16-Bundesliga-Playoffs freut. (Foto: Friedrich)

Er ist der effektivste Spieler im JBBL-Team der Basketball Akademie Gießen 46ers und wandelte laut seinem Trainer von seiner Spielanlage und seinem Spielverständnis her auf den Spuren von Bjarne Kraushaar. Dessen Weg in den Profibasketball möchte Sebastian Brach auch gerne einschlagen. Das nächste Ziel des Youngsters ist es, mit seiner Mannschaft am Sonntag einen erfolgreichen Playoffauftakt gegen Tübingen hinzulegen.

Es ist 14 Uhr an einem Dienstag in der Sporthalle der Liebigschule in Gießen. Sebastian Brach und sein Trainer Marcus Krapp haben gerade eine Trainingseinheit beendet. Es ist eine von acht Einheiten (Schultraining, JBBL, U18-Oberliga) die Aufbauspieler Brach wöchentlich absolviert. Ein straffes Pensum für den kürzlich 16 Jahre alt gewordenen, der von seinen Basketballkollegen nur »Manni« gerufen wird. »Früher gab es in meiner Mannschaft noch einen Sebastian, und da wurde ich dann nach meinem Zweitnamen Manfred beziehungsweise eben Manni benannt«, erläutert Brach seinen Spitznamen. Auch Krapp ruft seinen Schützling, mit dem er seit der fünften Klasse zusammenarbeitet und den er in dieser Saison in der U16-Bundesligamannschaft der Gießen 46ers betreut, bei diesem Namen und erklärt: »Manni kommt das leistungssportorientierte Konzept der Liebigschule zugute. Er kann hier direkt nach der Schule trainieren. Wir können individuell sehen, was die verschiedenen Spieler brauchen. Mal ist das reines Wurftraining, dann wieder Athletiktraining – und vor allem ist alles an einem Ort machbar.«

Diese individuelle Förderung, zusätzlich zum normalen Teamtraining, zahlt sich für den Aufbauspieler, der das Basketballspielen im Alter von sechs Jahren beim MTV 1846 Gießen erlernte, aus. Brach ist im Spiel der BBA-Auswahl Dreh- und Angelpunkt und avanciert in seinem dritten JBBL-Jahr durch seine durchschnittlich 14,3 Punkte, 6, Rebounds, 5,9 Assists und 3 Steals pro Partie zum effektivsten Spieler im 46ers-Dress. Insbesondere die gute Ausbeute bei den Rebounds sticht dabei ins Auge. »Ich bin für meine Position recht groß und habe lange Arme«, so der 1,82 Meter große Brach. Mit diesem Statistikbogen wandelt er auf den Spuren von Bjarne Kraushaar, der auf der Aufbauposition ebenfalls sehr vielfältig agiert.

»Die beiden ähneln sich nicht nur von den Statistiken her, sondern auch von ihrer Spielübersicht und ihrem Spielverständnis. Manni macht vieles intuitiv richtig, ohne dass man ihm groß Vorgaben machen müsste. Er schafft es, seine Mitspieler besser zu machen«, lobt Krapp seinen Schützling, der die Faszination für den Basketball von seinen Eltern vererbt bekommen hat. »Mein Vater hat in Bochum ProB gespielt, und ich wollte daher auch unbedingt Basketball spielen«, so Brach, der kein spezielles Vorbild hat, sich aber natürlich »gerne die Spiele in der NBA anschaut«.

Während die NBA ein fast unerreichbarer Traum ist, hat der 16-Jährige, der im Sommer ins NBBL-Team der 46ers wechseln wird, durchaus Ambitionen, eine Basketballkarriere hinzulegen: »Ich will in jedem Fall versuchen, so hoch wie möglich zu spielen. Das ist mit viel harter Arbeit verbunden, aber ich traue mir das zu. Allerdings weiß ich auch, dass man als Basketballprofi nicht unbedingt ausgesorgt hat, und peile ein Studium oder eine Ausbildung nebenher an.«

Damit der Traum des Profibasketballers wahr werden kann, hat Trainer Krapp jedoch noch eine Baustelle ausgemacht: »Er muss einfach auch mal öfter auf den Korb werfen. Es ist super, dass er als Aufbauspieler diese Ruhe ausstrahlt, dass man immer ein gutes Gefühl hat, wenn er den Ball in seinen Händen hält, aber hin und wieder muss man die Murmel auch einfach mal draufschmeißen.« Das sieht der talentierte Liebigschüler auch so, tut sich mit der Umsetzung jedoch schwer: »Klar macht es mir Spaß, Körbe zu erzielen. Aber ich spiele gerne den Extra-Pass und will mit meinen Aktionen Ruhe und Ordnung in unser Spiel bringen.«

Darauf, aber auch auf eine gewisse Korbgefahr von Sebastian »Manni« Brach, der vom DBB bereits zu Lehrgängen eingeladen wurde und mit seinen kongenialen Guardpartnern Tim Schneider und Paul Carl zu Leistungsträgern im Hessenkader gehört, wird es am Sonntag ankommen, wenn um 13 Uhr das erste JBBL-Playoffspiel gegen die Walter Tigers Tübingen steigt. »Darauf freuen wir uns alle sehr, Playoffs sind einfach was Besonderes«, lächelt Brach, ehe er sich wieder zu seinen Schulkameraden in die gerade begonnene Sportstunde gesellt.

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