03. November 2019, 21:16 Uhr

Lohaus eiskalt von der Linie

03. November 2019, 21:16 Uhr

Mit einem 88:85 (40:46) in Ulm durften die Gießen 46ers Rackelos am Samstag ihren ersten Auswärtssieg feiern. Erst nach der Pause konnten die mittelhessischen Basketballer die Körperlichkeit ihres Gegners matchen.

Am siebten Spieltag der ProB ist den Rackelos der erste Auswärtssieg geglückt. »Wir haben lange gebraucht, um körperlich im Spiel anzukommen«, erklärt Cheftrainer Rolf Scholz, der ohne seinen gesperrten Center Filip Krämer nach Ulm fahren musste. Da auch Julian Pesava in Folge einer ausgekugelten Schulter angeschlagen war, hatten die Gießener die fehlenden Zentimeter durch eine Kollektivleistung zu kompensieren.

Das gelang anfangs auch deshalb nicht, weil die Ulmer OrangeAcademy von Cheftrainer Anton Gavel nach Belieben traf. Der Ex-Gießener durfte bestaunen, wie sein Team wildeste Würfe unterbrachte. »Es war ein Mix aus inkonsequenter Defensive unsererseits und deren körperlicher Dominanz«, erklärt sein Gegenüber Scholz. Auch in Brettnähe kamen die Schwaben zu vielen einfachen Zählern. Nach einem 20:29-Rückstand im Auftaktviertel änderte sich daran nur langsam etwas. »Immerhin haben wir in dieser Phase nicht aufgesteckt«, lobt Co-Trainer Lutz Mandler die Moral der Rackelos, die bislang immer mit leeren Händen von ihren Auswärtstrips heimkehrten. Zur Pause waren die Gäste daher in Schlagdistanz - und stellten taktisch clever um.

Neben einer effektiveren Verteidigung agierten die Rackelos nun körperbetonter. »Es waren einige Kleinigkeiten, die besser liefen. Das hat uns Selbstvertrauen für den Angriff gegeben«, erklärt Scholz den Run der 46ers II, die zwischenzeitlich zweistellig in Führung lagen. Vor allem Johannes Lischka und Wyatt Lohaus trugen die Mittelhessen in einer ansonsten ausgeglichenen Teamleistung durch ihre Punkte. Ulm jedoch blieb am Ball und konnte den Rückstand Punkt für Punkt abgraben.

Eine Reihe wilder Dreier, bei denen sich vor allem Ulms Shooter Christoph Philipps erfolgreich hervortat, brachte die Hausherren zurück ins Spiel. In einer hitzigen Crunchtime konnten die Orangenen vor 300 Fans auf zwei Punkte herankommen. Der taktische gefoulte Leon Okpara behielt an der Freiwurflinie die Nerven. Ein weiterer Dreier brachte Ulm aber auf 85:86 heran. Lohaus stellte an der Linie bei nur wenigen Restsekunden unter Beweis, dass Eis durch seine Adern fließt und markierte den Endstand. Ein letzter schwäbischer Notwurf verfehlte sein Ziel, weshalb die Rackelos die Punkte aus der altehrwürdigen Kuhberghalle entführten. »Alle hatten ihren Anteil«, freut sich Scholz, der seinen gesamten Kader zum Einsatz brachte, um die Verantwortung auf möglichst viele Schultern zu verteilen.

In der Tabelle stehen die Rackelos damit vor der OrangeAcademy und halten Kontakt zu den Playoffplätzen. Weiter geht es mit einem Heimspiel am Sonntag (18 Uhr) gegen Aufsteiger Unterhaching.

Gießen: Köpple, Amaize, Uhlemann, Okpara, Lischka, Pesava, Schweizer, Lohaus, Brach, Osterwalder. - Ulm: Ensminger, Bulajic, Mittmann, Diallo, Stoll, Philipps, Krause, Milicic, Krimmer, Großkopf.

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