27. Februar 2020, 20:06 Uhr

Fußball

Lock: »Nichts zu verlieren«

Am Sonntag (15 Uhr) startet der FSV Fernwald mit dem Gastspiel in Walldorf in die Restrunde der Fußball-Hessenliga. Kein einfaches Unterfangen für die Elf von Trainer Benjamin Lock.
27. Februar 2020, 20:06 Uhr
Benjamin Lock hat mit seinem FSV Fernwald nichts zu verlieren. FOTO: FROESE

Der Abstieg in die Verbandsliga Mitte scheint bei 16 Punkten Rückstand auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz und lediglich noch 13 zu absolvierenden Spielen vorgezeichnet. Die Planungen der Fernwälder laufen bereits in Richtung der kommenden Saison. Eine erste wichtige Weiche wurde mit der Verpflichtung von Daniyel Bulut als Trainer gestellt. Bis zur Staffelübergabe will sich Benjamin Lock aber nicht kampflos geschlagen geben und das Optimum mit seiner Elf herausholen.

Wie verlief die Wintervorbereitung, wo lagen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Mit welchem Spielsystem wollen Sie die Restrunde angehen?

Der Schwerpunkt lag auf der physischen Komponente. Es war uns wichtig, dass wir künftig selbst mit den starken Gegnern unserer Liga über 90 Minuten mithalten können. In der Hinrunde hatten wir zu oft das Problem, dass wir mit eine Führung in die Halbzeit gegangen sind und auch das Spiel zwei Drittel positiv gestalten konnten. Hintenraus ist uns dann aber die Puste ausgegangen. Wir müssen in der Lage sein, bis zum Ende wach zu sein. Das in der Hinrunde praktizierte System mit einer Dreierkette werden wir zur Stabilisierung der Defensive auf eine Viererkette umstellen. Dies ändert aber nichts an unserer Grundausrichtung, mutig nach vorne zu spielen. Ich gehe optimistisch in die Restrunde.

Wie schätzen Sie die Tabellensituation ein, welche Ziele geben Sie als Trainer bzw. welche Ziele gibt der Verein dem Team vor?

Die Tabelle kann jeder lesen. Die Situation ist rabenschwarz - wir stehen mit acht Punkten abgeschlagen als Letzter da. Dies darf aber nicht wie ein Damoklesschwert über uns schweben, sondern wir müssen befreit in die Restrunde gehen. Auf uns wettet keiner mehr einen Cent und jeder glaubt, dass wir sowieso bereits abgestiegen sind. Wir haben daher keinen Druck. Wir wollen in jedem Spiel das Maximum erreichen und gehen in jede Partie mit dem Ziel, dieses gewinnen zu wollen.

Mit Brian Mukasa und Lukas Marvin Friedrich haben sich zwei neue Spieler dem FSV in der Winterpause angeschlossen, Mirco Geisler hat Fernwald in Richtung Stadtallendorf verlassen. Wie schätzen Sie die Zu- und Abgänge ein?

Mirco Geisler war einer meiner konstantesten Spieler, so dass ich es bedauere, dass er uns verlassen hat. Mit Brian und Lukas haben wir zwei Verstärkungen bekommen, die uns weiterhelfen können. Wir haben in den fünf Testspielen viel rotiert und zahlreiche Eindrücke gewinnen können. Die beiden Neuen haben einen guten Eindruck hinterlassen und werden in meinen Planungen eine Rolle spielen.

Zum Auftakt geht es zum Tabellenachten Rot-Weiß Walldorf, es folgt das Derby gegen den SC Waldgirmes, ehe die Partie beim ebenfalls abstiegsbedrohten FV Bad Vilbel folgt. Wie schätzen Sie das Auftaktprogramm ein?

Es hätte uns weitaus schlimmer treffen können. Wir sind nicht chancenlos in Walldorf, wir haben im Derby gegen Waldgirmes aus dem Hinrundenspiel noch etwas gutzumachen - und auch in Bad Vilbel rechne ich mir etwas aus. Die Jungs sind heiß, das merke ich jeden Tag im Training. Wenn wir dies in die Spiele transportieren können, sind wir in jedem der drei Spiele in der Lage, Punkte zu holen.

Können Sie dabei auf Ihren kompletten Kader zurückgreifen?

Marvin Göltl laboriert an einer Verletzung der Schulter, die wahrscheinlich operiert werden muss. Stephen Jäckel klagte vor dem letzten Testspiel über Schwindel und wurde geschont. Ich hoffe auf seinen Einsatz, habe aber mit Jonas Burger eine weitere Option in der Hinterhand. Luke Dettki plagt ebenfalls eine Schulterverletzung. Ansonsten haben wir nur kleinere Wehwehchen.

Ein Wort zu Ihrer eigenen Situation: Mit Daniyel Bulut steht Ihr Nachfolger bereits fest. Beeinflusst diese Tatsache Ihre Arbeit?

Das beeinflusst meine Arbeit in keiner Weise. Ich gehe mit dem gleichen Engagement und dem gleichen Ehrgeiz in jedes Training, wie ich dies vorher auch gemacht habe. Für mich zählt nur die Restrunde. Wer in der kommenden Saison Trainer sein wird spielt für mich keine Rolle. Ich möchte dem Verein danken, dass sie mir die Chance gegeben haben, einen Hessenligisten trainieren zu dürfen. Es ist nicht selbstverständlich, dass man einem No-Name-Trainer ein solches Amt überträgt. Derzeit habe ich noch keinen Verein für die neue Saison. Ich möchte natürlich gerne ligaunabhängig als Trainer weiterarbeiten, da mir die Arbeit mit den Spielern Freude macht und ich mich auch als Trainer weiterentwickeln möchte. Daher könnte ich mir auch ein Engagement bei einem Kreisoberligisten oder einem Gruppenligisten durchaus vorstellen.

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