11. April 2019, 07:00 Uhr

Basketball

Lich wieder zu Hause angekommen

Lich Basketball hat eine starke Saison hinter sich. Über 600 Zuschauer bevölkerten beim letzten Heimspiel die Sporthalle. Dass der Aufstieg in die 1. Regionalliga nicht klappte, ist kein Beinbruch.
11. April 2019, 07:00 Uhr
Für die Licher Basketballer um Yannik Ribbecke (vorne) hat es für den Aufstieg in die 1. Regionalliga nicht ganz gereicht – aber sie haben viel Positives bewirkt. (Foto: Vogler)

Es war wie in den guten alten Licher Basketball-Zeiten: Trommler gaben den Takt vor, das Publikum durchlebte jede Aktion auf dem Feld mit einem langgezogenen A oder O – und die Anhängerschar stand hinter ihrer ersten Basketball-Mannschaft. Die erledigte ihren Job beim 82:74 gegen die Baskets aus Limburg mit Bravour. Mehr konnte sie am letzten Spieltag der 2. Regionalliga nicht mehr tun. Das Team von Cheftrainer Viktor Klassen war abhängig vom Ausgang der Partie TV Idstein gegen den TV Langen II. Da die Idsteiner eine Stunde eher loslegten, war nach ihrem Sieg klar, dass die Licher nicht mehr aufsteigen konnten. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

»Es war einfach nur eine geile Saison«, sagt ein eingefleischter Fan, der sich keine der 20 Partien der Licher entgehen ließ. »Wir haben auch die Auswärtsspiele zu Heimspielen gemacht«, erklärt er mit leuchtenden Augen und erinnert an die Partie in Koblenz. Damals nahm der Licher Fanclub die Halle ein – und war trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit lauter als das Heimpublikum.

Der schlechtere direkte Vergleich gegenüber den Idsteinern, die vom Ex-Licher Trainer Igor Starcevic gecoacht werden, gab den Ausschlag über den Sprung in die nächsthöhere Liga. »Wir haben als Ziel vorgegeben, unter die ersten vier zu kommen. Das haben wir souverän eingelöst«, erläutert Dr. Annette Gümbel, die Vorsitzende des Clubs, die zusammen mit Sportdirektor Christian Knaus an dem Gerüst der »Ersten« gebastelt hat.

»Dass wir nicht aufsteigen, ist nicht schlimm. Das Entscheidende für uns war, dass der Licher Basketball zu sich nach Hause gefunden hat. Die Spiele sind in Lich wieder ein Familien-Event. Jeder hat seinen Anteil daran, dass das etwas Besonderes ist«, fügt Gümbel an. Sie schwärmt nicht nur von der stattlichen Kulisse von über 600 Zuschauern am vergangenen Samstag in der Partie gegen Limburg, sondern auch von dem Gefühl, dass sich bei den Licher Basketballern nach dem ProB-Ausscheiden viel Positives bewegt hat. Ein Großteil des Teams werde bleiben. Zudem werde man im Laufe des Sommers einen Profi zur Verstärkung der Mannschaft holen, ergänzt Gümbel. Ob dann in der kommenden Saison der Aufstieg angepeilt wird, kann Gümbel noch nicht sagen. »Dazu ist es noch zu früh«, so die Vorsitzende, die aber erklärt, dass mittelfristig die erste Regionalliga schon das Ziel sei.

Eine definitive Zusage hat sie bereits von Coach Klassen erhalten. Das Licher Urgestein wird auch in der nächsten Spielzeit als Cheftrainer der »Ersten« fungieren. »Darüber bin ich sehr froh. Wir sind uns sicher, dass Viktor den Licher Geist weiterführen wird«, so Gümbel, die darauf hinweist, dass erneut Eigengewächse in die Mannschaft eingebaut werden.

Mit dem Abstieg aus der 2. Regionalliga endete indes die Spielzeit für den TSV Krofdorf-Gleiberg. Dem Aufsteiger fehlte letztlich ein Sieg, um das rettenden Ufer zu erreichen. Den wollte das Team von Trainer Michael Müller unbedingt am letzten Spieltag in Koblenz einfahren. Doch daraus wurde nichts: Das 77:99 bedeutete den Gang zurück in die Oberliga. Wie bei Lich war dafür der direkte Vergleich maßgeblich, den sich die punktgleichen Gladiators Trier II gesichert hatten und insgesamt mit drei Siegen ein weiteres Jahr in der 2. Regionalliga beheimatet sind.

»Wir befinden uns noch in einer Schockstarre«, konstatiert Krofdorfs Abteilungsleiter Stephan Schneider. »Damit hat keiner gerechnet.« Im Rückblick auf die Saison stellt er fest, dass der Sprung von Oberliga in die 2. Regionalliga leistungsmäßig schon ein deutlicher Schritt ist – auch in Hinsicht einer professionellen Struktur. So besserten die Krofdorfer zwar während der Saison personell noch einmal nach. Geholfen hat es aber nicht mehr. »Die 2. Regionalliga ist schon eine andere Hausnummer«, so Schneider weiter.

Finale Gespräche haben aber noch nicht stattgefunden – die Reflexion der Saison steht noch an. »Die Mannschaft ist intakt, die Hierarchien stimmen. Wir werden gestärkt zurückkommen«, gibt sich Krofdorfs Abteilungsleiter mit Blick in die Zukunft kämpferisch.

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