11. Mai 2019, 12:05 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Kurtagic rechnet mit offenem Visier

Fünftletzter Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga und der TV 05/07 Hüttenberg empfängt am Samstag um 19.30 Uhr den Handball Sport Verein Hamburg.
11. Mai 2019, 12:05 Uhr
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Von Markus Röhrsheim
Lange vertraut. Zuvor bei der HSG Wetzlar, geben Carlos Prieto (l.) und Torhüter Nikolai Weber nun der Deckung des TV 05/07 Hüttenberg Halt. (Foto: ras)

Die Tabelle: Der TVH verharrt, speziell wegen seiner wechselhaften Leistungen, weiterhin im Niemandsland der Liga auf Rang zehn im 20er-Feld. Am Wochenende können die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt - trotz fünf Absteiger in dieser Saison - endgültig beseitigt werden. Doch das war für den Erstliga-Absteiger nicht unbedingt das Saisonziel. Zu einer einstelligen Platzierung sind es vier Punkte Rückstand. Dafür drängen von hinten mit dem morgigen Gegner, Aue und Emsdetten Mannschaften, die den Blau-Weiß-Roten nahe sind. Ein Sieg gegen Hamburg würde also hier etwas Luft verschaffen. Ähnlich wie im Hinspiel, als man nach einer nahezu perfekten ersten Halbzeit und einer 20:8-Führung (!) mit dem 31:25-Sieg in der Tabelle am Gegner vorbeizog.

Wo klemmt es beim TVH? Trainer Emir Kurtagic bemängelte am letzten Wochenende mal wieder die Chancenverwertung, die für ihn unerklärlich über weite Teile der Saison ein Schwachpunkt ist. Und ein Blick auf die Statistik weist die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim tatsächlich im Offensivbereich auf einem Abstiegsplatz aus. Die Wurfeffektivität von Außen springt besonders ins Auge. Hier ist nur Aue schlechter. »Und es sind nicht nur die jungen Spieler, die nicht treffen.« wundert sich der Coach, dass seine routinierten Flügelspieler zu oft Nerven zeigen.

Die Entwicklungen: Erstaunlich ist, wie schnell Carlos Prieto im Deckungsverbund, erst recht nach seiner Handballpause, zur erhofften Verstärkung geworden ist. Im Zusammenspiel mit Markus Stegefelt stellt Prieto einen starken Mittelblock in einer gut funktionierenden 6:0-Deckung, die sich als Alternative zur offensiven 3:2:1-Formation in den letzten beiden Spielen etabliert hat. Dahinter zeigt Nikolai Weber vermehrt seine Klasse - wie zuletzt in Dresden, als er 45 Prozent der Würfe hielt.

Der Gegner : Mit 11:1 Punkten aus den letzten sechs Heimspielen haben die Hansestädter den Abstand zur Abstiegszone vergrößert. Speziell der 30:24-Sieg am letzten Wochenende gegen den bis dato Tabellenzweiten HSC Coburg zeigt, zu was die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen, dem Ex-Nationallinksaußen, fähig ist. Auswärts setzte es zuletzt zwei Niederlagen. Dass man aber auch in der Fremde punkten kann, bewiesen die Nordlichter davor mit einem Unentschieden in Rimpar und einem deutlichen 29:22-Sieg beim zukünftigen Kurtagic-Club TuS N-Lübbecke.

Das erwartet Emir Kurtagic: »Klar, es ist psychologisch gesehen eine schwierigere Sache, weil es um nicht mehr viel geht. Aber wir haben eine Verpflichtung für den Verein, der sich uns gegenüber auch immer korrekt verhält. Deshalb wollen wir alles geben. Als Sportler will man sowieso jedes Spiel gewinnen. Und die Jungs sind immer noch mit Leidenschaft dabei. Im Training geht es immer noch zur Sache. Wir wollen den guten Eindruck bei unseren Fans aus dem Balingen-Spiel bestätigen.«

Zugleich warnt der 38-Jährige aber auch vor dem Gegner aus der Hansestadt. »Sie sind ebenfalls durch und können auswärts befreit aufspielen. Es könnte also ein offener Schlagabtausch werden. Das Hinspiel ist kein Maßstab. Und auch da sind wir in der zweiten Halbzeit noch unter Druck geraten. Aber wir sollten die Qualität und den Anspruch haben, die Punkte in Hüttenberg zu behalten.«



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