29. August 2020, 07:00 Uhr

Fußball

Kreisoberliga vor der Saison: Zwei Schwergewichte für ASV Gießen

Mit zwei Gießener Stadtvereinen und einer Spielgemeinschaft starten wir unsere Vorschau auf die Fußball-Kreisoberliga. Zwei Klubs von diesem Trio haben den Trainerposten neu besetzt.
29. August 2020, 07:00 Uhr
Kevin Rennert kickt mit Beginn der Saison 2020/21 für den ASV Gießen und will die Kreisoberliga aufmischen. ARCHIVFOTO: FRO

Die SG Treis/Allendorf, der ASV Gießen und der TSV Klein-Linden beginnen die Saison in der Fußball-Kreisoberliga jeweils am 6. September.

Zwei Verletzte beim TSV Klein-Linden

Corona: »Corona macht alles sehr kompliziert«, so der Abteilungsleiter des TSV Klein-Linden, Jan Römer. Das fange beim Training schon an. »Und dann die ganzen Pläne für den Spielbetrieb mit den Hygienekonzepten.« Es bedürfe mehr Personal am Platz, um das alles durchzusetzen. Dabei fühlt er sich vom Verband »etwas allein gelassen.« Bei den Profis werde viel entschieden. Da im Amateurbereich Zuschauer zugelassen seien, sieht er dies als »mit zweierlei Maß gemessen.« Zuschauer gänzlich ausschließen möchte er dennoch nicht. Doch sähe er es lieber auf die heimischen Besucher begrenzt. »Denen kann ich am ersten Spieltag den Zettel zum Ausfüllen mit den persönlichen Daten für den zweiten Spieltag gleich mitgeben. Bei auswärtigen Fans ist das halt nicht möglich«, so ein zwiegespaltener Verantwortlicher. Dennoch freut er sich riesig auf den ersten Spieltag. »Man vermisst das doch, wenn man sonntags nicht mehr zum Sportplatz kann.«

Aktuelle Situation : Sportlich sieht der Abteilungsleiter seine Mannschaft gut aufgestellt. Allerdings wurde die Vorbereitung von zwei schweren Verletzungen überschattet. So hat sich in einem Testspiel Neuzugang Daniel Pfeiffer für die Defensive die Achillessehne gerissen, was einen Ausfall bis weit ins neue Jahr bedeutet. Bei Julian Dietrich hofft Römer, dass sich der Verdacht auf Wadenbeinbruch nicht bestätigt.

Kommen/Gehen: Immerhin stehen sechs Zugängen zehn Abgänge gegenüber. Sieht wohl erstmal schlimmer aus als es tatsächlich ist. »Wir haben zwar den einen oder anderen Spieler verloren.« Doch eigentlich seien es keine nennenswerten Abgänge. »Mit den Neuzugängen können wir das gut abfedern«, gibt Römer sich positiv gestimmt.

Stärken/Schwächen: Den »ausgewogenen« Kader sieht Römer als Stärke der Mannschaft an. »Jeder ist fähig, Tore zu schießen.« Dagegen müssten die Spieler im Vergleich zur letzten Saison lernen, cleverer zu agieren. »Wir haben oft vergessen, den Sack zuzumachen, Spiele frühzeitig zu entscheiden.« Daran sei zu arbeiten.

Prognose: Zwar sei es »etwas utopisch«, Rang eins in der Kreisoberliga anzupeilen. Doch von Platz zwei bis Platz sechs sieht Römer schon sein Team. »Wir wollen möglichst lange im Aufstiegsrennen mitmischen«. Das sollte auch der Anspruch des Kaders sein. Wichtig für den Coach sei es allerdings, »möglichst früh mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben.« Für Jochen Maaß ist es die vierte Trainersaison in Kleinlinden. Auf der Co-Trainer-Position gab es dagegen einen Wechsel. Statt »Benni« Hack hat diese Aufgabe der Spieler Marco Knauß übernommen.

ASV setzt auf Achse Barthomene/Rennert

Corona: »Nun ja, wir haben die ersten Freundschaftsspiele, auf heimischem Geläuf, absolviert. Es stellt für uns ganz klar ein Riesenaufwand dar, das Hygienekonzept umzusetzen.« Dennis Geißler, Torwart und zugleich Fußballabteilungsleiter des ASV Gießen, findet die Maßnahme zwar »richtig so«. Doch bedeute es für einen kleinen Verein wie seinen eine große Herausforderung. »Doch was gemacht werden muss, muss gemacht werden«, ist seine Position. »Letzten Endes sind wir alle froh, dass wir wieder auf dem Platz stehen können.« Allerdings müsse man davon ausgehen, dass jederzeit ein erneuter Abbruch aller sportlichen Tätigkeiten eintreten könne.

Aktuelle Situation: In den drei Wochen der Vorbereitung musste der Verein acht Neuzugänge integrieren. Bisher sieht Geißler alle motiviert. Auch scheint er mit dem neuen Spielertrainer Michael Ray Barthomene sehr zufrieden zu sein. »Man merkt, dass er schon höherklassig gespielt hat.« Auch müsse es nicht schlecht sein, aus dem gewohnten Fahrwasser der letzten Jahre herauszukommen und mit einem neuen Coach etwas Neues zu erproben.

Kommen/Gehen: Drei Abgängen stehen acht Neuzugänge gegenüber. »Die Abgänge tun schon einerseits weh. Doch haben wir dies durch die Neuzugänge gut kompensieren können.« Hier sind vor allem Spielertrainer Bartohomene sowie Stürmer Kevin Rennert zu nennen.

Stärken/Schwächen: Durch den neuen Trainer, der großen Wert aufs Taktische legt, könne die Mannschaft abgeklärter und ruhiger werden, als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen sei. »Das wird uns das Leben einfacher machen«, hofft der Abteilungsleiter. Zudem setzt er große Hoffnung und zugleich Erwartung auf Rennert. Andererseits müssten »die vielen neu dazugekommenen jungen Leute« lernen, taktische Vorgaben auch über 90 Minuten umzusetzen.

Prognose: Vorrangiges Ziel des Vereins ist es, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. »Wir waren gerade aufgestiegen und haben in der vorigen Saison, die bekanntermaßen abgebrochen wurde, gnadenlos gegen den Abstieg gespielt.« Als Kreisoberligist will man sich etablieren. Mit Platz zehn wäre Geißler sehr zufrieden.

Spiele zunächst nur in Allendorf/Lda.

Corona: Gar nicht denken will Steffen Heinz an ein weiteres Ausbreiten des Coronavirus, das zuletzt beim Nachbarn FSG Lollar/Staufenberg auftrat. »Wie im Nachbarort geschehen, kann das auch bei anderen Mannschaften vorkommen«, sagt der Fußball-Abteilungsleiter der SG Treis/Allendorf. »Für einen geregelten Spielbetrieb sehe ich dann schwarz. Wenn weitere Teams zwei Woche in Quarantäne sind, kann ich schwer nachvollziehen, wie eine geordnete Runde abgewickelt werden soll.« Die Hygienemaßnahmen bedeuten für die beiden Vereine der Spielgemeinschaft mehr Aufwand mit weitaus mehr Personen. »Unsere Heimspiele tragen wir erstmal alle in Allendorf aus, da der Treiser Sportplatz keine Umzäunung besitzt und so ein geordneter Zugang der Zuschauer nicht ermöglicht werden kann.« In Allendorf gibt es allerdings nur eine kleinere WC-Anlage im Kabinenbereich der Umkleideräume, sodass die Zuschauer bei Bedarf auf die öffentliche Toilette des Festplatzes ausweichen müssen.

Aktuelle Situation: Seit dem 1. August ist die Mannschaft offiziell im Training. »Die Jungs haben schon vorher Laufeinheiten und Fitnessübungen absolviert«, verrät Heinz. Damit musste nicht bei »Null« angefangen werden. Störfaktoren wie verletzungsbedingte Ausfälle sind nicht aufgetreten. Bislang läuft alles solide bei der Spielgemeinschaft.

Kommen/Gehen: Zwei Zugängen stehen fünf Abgänge gegenüber. »Mit Marcel Krieb und Silas Vollrath haben wir zwei richtig gute neue Spieler an Bord. Zudem ist Marcel Temme nach langer verletzungsbedingter Pause wieder fit«, sagt Heinz. Der Kader sei so breit, dass die Abgänge kompensiert werden könnten.

Stärken/Schwächen: Das Leistungsvermögen schätzt Heinz als »enorm« ein, sodass die Mannschaft ganz oben mitspielen könne. »Wir rechnen uns etwas aus.« Doch will er den neuen Trainer Thorsten Zimmerling - »der wohnt schon lange in Treis und kennt alle Spieler« - nicht unter Druck setzen. »Die Ideen des neuen Trainers müssen bei der Mannschaft ankommen und umgesetzt werden. Das wird sich finden.«

Prognose: Platz eins bis drei ist das Ziel. »Wir wollen oben mitspielen, müssen jedoch nicht unbedingt aufsteigen. Alles weitere muss man sehen«, so Heinz. Auch wisse man nicht, was sich bei den anderen Mannschaften in der Zwischenzeit getan habe. Im Mai beim Saisonabbruch stand man nominell auf Rang zwei.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Abstieg
  • Fußball
  • Prognosen und Vorhersagen
  • Spielertrainer
  • TSV Klein-Linden
  • Rüdiger Schäfer
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos