21. Oktober 2018, 20:06 Uhr

Kost steht goldrichtig

21. Oktober 2018, 20:06 Uhr
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Von Kai Köger

Durch einen Last-Minute-Treffer von Karl Cost in der dritten Minute der Nachspielzeit konnte der SC Waldgirmes am Samstag gegen den Favoriten KSV Hessen Kassel noch einen umjubelten Punkt vor rund 550 Zuschauern einfahren. 1:1 (0:0) trennten sich die Lahnauer in der Fußball-Hessenliga von den Nordhessen. SC-Coach Daniyel Bulut muss seine Mannschaft nach dem 5:5 gegen Friedberg, als man selbst in den Schlussminuten den Ausgleich einstecken musste, offensichtlich gut erreicht haben, schrieb er in seiner Trainerkolumne im Vereinsheft doch noch: »Wir müssen mit dieser Jungen Mannschaft daraus lernen, dass ein Spiel erst zu Ende ist, wenn der Schiedsrichter abpfeift.«

Dabei sah die personelle Lage der Gastgeber alles andere als rosig aus, neben Kapitän Lang und den Langzeitverletzten Dalmeida und Azizi fehlte auch Allrounder Nico Strack, der gegen Friedberg noch als doppelter Torschütze überzeugen konnte. Die Gäste von Hessen Kassel hatten in einer höhepunktarmen ersten Halbzeit eine leichte optische Überlegenheit, ihnen gelang aber oft der finale Pass oder der Abschluss nicht. Chancen hatten unter anderem Mogge nach einem Ballverlust von Siegel (12.), Bravo-Sanchez mit einem Schuss von links nach einem Steilpass, der aber rechts am Tor vorbei ging (31.), sowie Najjar mit einem Kopfball (43.), der ans Außennetz ging. Beim SC hing Stürmer Tobias Schmitt wie auch seine Offensivkollegen Hartmann und Duran in der Spitze etwas in der Luft, gegen die robuste KSV-Abwehr konnte man sich nur selten durchsetzen. Die einzige nennenswerte Chance für den SC hatte Lucas Hartmann nach acht Minuten, als ihn Tolga Duran von links bediente, er aber im Abschluss noch gestört wurde.

In der zweiten Halbzeit ging es erstmal so weiter, wenige Torchancen auf beiden Seiten, so dass es bis zur 63. Minute weiter 0:0 stand. Den Führungstreffer markierte Kassels Sturmtank Sebastian Schmeer aus dem Gewühl im Strafraum, Schwechel brachte den Ball per Lupfer in den 16er. Bulut reagierte nach dem Treffer prompt und wechselte mit Dennis Hinz einen schnellen Stürmer ein, der etwas mehr Tiefe ins Angriffsspiel des SC brachte. »Nach dem Rückstand haben wir dann alles nach vorne geworfen, genauso wie Friedberg in der letzten Woche«, gab Bulut die Marschrichtung seiner Elf vor.

Warnschüsse von Hartmann und Schneider waren die Folge, wirklich gefährlich wurde es aber erst später, als Emre Duran Lucas Hartmann bediente, dieser aber an seinem Namensvetter im Kasseler Tor scheiterte (71.). Auf der Gegenseite hatte aber auch Kassel mehrfach das 2:0 auf dem Fuß, Schmeer (78. und 87.), Mogge (77.) und Co. scheiterten aber alle am nun sehr gut aufgelegten SC-Keeper Fabian Grutza, der seine Elf damit im Spiel hielt. Als schon die Nachspielzeit lief und Kassels Hartmann einen Kopfball vom eingewechselten Emre Duran noch aus dem Winkel fischte, lag der Ausgleich bereits in der Luft. Die Entscheidung fiel dann nur wenige Momente später, den nachfolgenden Eckball von Tolga Duran köpfte Golafra an den Pfosten, SC-Abwehrschlacks Cost stand goldrichtig und brachte mit seinem ersten Treffer für den SC Waldgirmes die heimischen Fans doch noch zum Jubeln.

Daniyel Bulut bilanzierte: »Das fühlt sich fast wie ein Déjà-vu von letzter Woche an, nur andersrum, diesmal sind wir die Glücklichen. Letzte Woche war es ein harter Schlag. Bis zum 0:1 haben wir ein gutes Spiel gemacht. Danach haben wir versucht noch mal alles nach vorne zu werfen. Die Jungs haben dran geglaubt und sich am Ende auch belohnt.«

SC Waldgirmes: Grutza – Siegel, Cost, Schmidt, Ciraci – Schneider, Golafra – Hartmann (79. Helm), Tolga Duran, Öztürk (65. Emre Duran) – Schmitt (63. Hinz)

Hessen Kassel: Hartmann – Häuser (76. Dawid), Merle, Evljuskin (85. Allmeroth), Brandner (89. Voss) – Brill, Schwechel – Najjar, Mogge, Bravo-Sanchez – Schmeer

Im Stenogramm: Schiedsrichterin: Stadler (Fulda). – Zuschauer: 550. – Tore: 0:1 Schmeer (63.), 1:1 Kost (90.+3)



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