23. November 2017, 22:05 Uhr

Kneer und Ferraz wieder im Kader

23. November 2017, 22:05 Uhr
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Von Ralf Waldschmidt

Da die Berliner durch die beiden Europapokal-Auftritte gegen den FC Porto aber leicht gestresst sein dürften, wollen ihnen die Schützlinge von Trainer Kai Wandschneider mit Konstanz und Disziplin das Leben so schwer wie möglich machen. Die jüngsten Heimsiege gegen HC Erlangen und Die Eulen Ludwigshafen haben die Wetzlarer nach der zwischenzeitlichen Negativserie wieder ruhiger schlafen und das Selbstbewusstsein stärken lassen. Ein gewichtiger Faktor, einmal für die Partie in Berlin (15 Uhr, Topspiel auf Sky), vor allem aber im Hinblick auf die bis zum Jahresende noch durchaus zu bewältigenden Aufgaben gegen TVB Stuttgart (3. Dezember), beim TBV Lemgo (10. Dezember), gegen VfL Gummersbach (21. Dezember) und bei GWD Minden (26. Dezember).

Wie ist die aktuelle Situation der HSG Wetzlar? Gute Nachrichten gibt es auf dem Personalsektor. Trainer Kai Wandschneider kann für das schwere Auswärtsspiel wieder mit Routinier Stefan Kneer und Linkshänder Joao Ferraz planen. Beide konnten bereits Dienstag wieder das Mannschaftstraining aufnehmen. Kneer hatte den Mittelhessen in den vergangenen beiden Ligaspielen wegen einer Borreliose-Erkrankung gefehlt, sogar eine Woche zur Behandlung im Uniklinikum Gießen verbracht. Der Portugiese Ferraz plagte sich zuletzt mit einer schweren Bronchitis herum, die nunmehr jedoch überstanden zu sein scheint. Beide Spieler bekamen grünes Licht von der medizinischen Abteilung der HSG Wetzlar.

»Jetzt haben wir wieder Wechselalternativen in der Abwehr und im rechten Rückraum«, ist Wandschneider erleichtert. Zwar haben Anton Lindskog und Olle Forsell Schefvert ihre Sache im Mittelblock zuletzt vor allem gegen die Eulen Ludwigshafen ausgesprochen gut gemacht, mit Stefan Kneer kommt aber wieder mehr Erfahrung ins Zentrum. Und für Joao Ferraz ist es einfach wichtig, dass er konzentriert und ohne körperliche Probleme trainieren kann.

Weiterhin fehlen wird den Grün-Weißen der eigentliche Abwehrchef Evars Klesniks. Der Lette befindet sich nach einer Bandscheiben-Operation derzeit in der Rehabilitationsphase und soll zu Beginn des neuen Jahres wieder zur Mannschaft stoßen.

Füchse verpflichten nach: Die Füchse Berlin haben unterdessen auf dem Personalsektor noch einmal zugeschlagen und den Wechsel des kroatischen Nationalspielers Stipe Mandalinic vorgezogen. Der 25 Jahre alte Rückraumspieler kommt anstatt zu Beginn des neuen Jahres sofort von RK Zagreb und kann schon am Sonntag gegen die HSG Wetzlar eingesetzt werden. »Wir sind sehr froh, dass der Wechsel sofort geklappt hat. Gerade durch die angeschlagenen Spieler macht es für uns Sinn, den Transfer vorzuziehen«, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Die Kräfteverhältnisse: Die HSG Wetzlar verliert Jahr für Jahr ihre Leistungsträger (2018 Buric, Kohlbacher, Kvist), die Füchse Berlin steigern hingegen kontinuierlich ihre Qualität und sind nicht unerwartet in dieser Saison ein ernsthafter Titelanwärter. Angefangen von den deutschen Nationalspielern Silvio Heinevetter, Steffen Fäth, Paul Drux, Fabian Wiede und Erik Schmidt über die internationalen Topstars Petar Nenadic, Marko Kolpjar, Bjarki Elisson, Hans Lindberg und Mattias Zachrisson bis zu den Youngstern Frederik Simak und Kevin Struck aus dem eigenen Nachwuchs verfügt Trainer Velimir Petkovic über eine Kader, der die Mannheimer, Kieler und Flensburger Konkurrenz nicht scheuen muss. Dem drohenden Weggang von Petar Nenadic zum ungarischen Topklub VS Veszprem hat man mit der am Donnerstag getätigten Verpflichtung von Stipe Mandalinic bereits vorgebeugt.

Euro-Erfolg: Die Füchse Berlin haben im EHF-Pokal den Einzug in die Gruppenphase geschafft. Am Donnerstagabend gewannen die Berliner auch das Rückspiel in der dritten Qualifikationsrunde vor 6009 Zuschauern gegen den FC Porto deutlich mit 33:25 (17:12). Bereits das Hinspiel hatten die Füchse 30:27 gewonnen. Beste Berliner Werfer waren der frühere Wetzlarer Steffen Fäth und Mattias Zachrisson mit jeweils sechs erzielten Toren.

Stefan Kneer ist zurück im Kader der HSG Wetzlar für die Bundesliga-Partie bei den Füchsen Berlin. (Foto: Chernow)



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