16. Oktober 2018, 12:00 Uhr

SG Kinzenbach

Kinzenbacher erklärt: »Die Erfolgsserie motiviert uns«

Acht Siege hintereinander haben die SG Kinzenbach auf den Relegationsplatz in der Fußball-Verbandsliga Mitte gespült. Nicolas Anker macht deutlich, dass der Erfolg erklärbar ist.
16. Oktober 2018, 12:00 Uhr
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Von Sven Nordmann
Nicolas Anker von der SG Kinzenbach erklärt, dass die Erfolgsserie in der Verbandsliga für eine größere Motivation im Team sorgt. (ras) (Foto: Rainer Schmidt)

Der Höhenflug der SG Kinzenbach mit acht Siegen in Serie beschäftigt die gesamte Fußball-Verbandsliga Mitte. Der einzige Kinzenbacher im Kader, Nicolas Anker, spricht hier über die Gründe. Der 26-Jährige sagt unter anderem: »Im Abstiegskampf letzte Saison habe ich mir gesagt: Gut, eben wieder verloren. Jetzt will ich, dass die Serie nicht reißt. Die Motivation wird mit der Serie größer.« Im Gespräch mit Anker, der vor einem halben Jahr von seiner Heimat Kinzenbach nach Gießen gezogen ist, wird deutlich, dass der Erfolg des aktuellen Tabellenzweiten hinter Fernwald erklärbar ist.

Herr Anker, inwieweit verändert sich die Einstellung zum Spiel, wenn man solch einen Lauf wie die SG Kinzenbach hat und plötzlich ganz vorne mitmischt?

Nicolas Anker: Wir haben zuletzt gemerkt: Wenn man oben steht, dann hat man auch mal das Glück, dann ist die Selbstverständlichkeit da. Die Bereitschaft ist, wenn auch unterbewusst, größer, wenn man oben steht. Ich weiß noch, als wir letzte Saison im Abstiegskampf waren, da war es mir nicht egal, aber ich habe mir gesagt: Gut, eben wieder verloren. Jetzt will ich, dass die Serie nicht reißt. Da geht man anders in ein Spiel.

Also steigt die Motivation mit der Serie?

Anker: Das kann man so sagen. Das ist in gewisser Art und Weise auch logisch. Die Ziele verändern sich, man merkt: Vielleicht schafft man es bis zum Ende der Saison, oben mitzuspielen. Abstiegskampf macht wirklich keinen Spaß, oben mitspielen schon.

Gibt es Kinzenbacher, die Sie auf den Traum Hessenliga-Aufstieg ansprechen?

Anker: Die älteren Zuschauer sagen mir: Nächstes Jahr Hessenliga, das wäre so schön! Aber Mannschaft und Trainer denken da nicht drüber nach. Das ist in weiter Ferne.

Nicolas Anker traf gegen Bicken am letzten Sonntag zum 3:1. (Foto: ras)
Nicolas Anker traf gegen Bicken am letzten Sonntag zum 3:1. (Foto: ras)

In den kommenden Wochen treffen Sie auf den Vierten Biebrich, den Siebten aus Marburg und den Dritten aus Dietkirchen.

Anker: Gerade gegen Dietkirchen wäre es wichtig, zu gewinnen, weil sie direkt hinter uns sind. Es wäre schön, so lange wie möglich Zweiter zu sein, weil in dieser Liga mit Fernwald Zweiter wie Erster sein ist.

Worauf führen Sie den Kinzenbacher Höhenflug zurück?

Anker: Wir sind sehr fit, was dem Trainer zuzuschreiben ist. Auf der anderen Seite haben wir vorne mit Marankoz, Mohr und Maro Qualität. Hinten stehen wir mit der Fünferkette gut. Dazu kommt, dass wir einen sehr großen Kader haben. Wir sind am Donnerstag so weit, dass wir teilweise zehn gegen zehn im Training spielen. Du hast dann natürlich auch einen viel größeren Konkurrenzkampf. In der letzten Saison war ich auch mal öfter für eine Woche weg, dachte mir: Ach, du spielst am Ende eh. Das kann man sich jetzt nicht mehr erlauben, weil sofort jemand anderes da ist.

Ist es für Sie etwas Außergewöhnliches, mit der SGK in der Verbandsliga oben mitzumischen? Immerhin sind Sie der einzige noch verbliebene ansässige Akteur.

Anker: Das ist schon schön, vor allem auch, weil ich die meisten hier im Ort kenne. Wir sitzen öfter oben im Vereinsheim noch zusammen und trinken etwas. Als ich von der A-Jugend zu den Senioren kam, sind wir von der Kreisoberliga in die Gruppenliga aufgestiegen. Das war damals schon eine Sensation. Hätte mir damals einer gesagt, dass die Anhänger in ein paar Jahren über einen möglichen Hessenliga-Aufstieg reden, dann hätte das keiner geglaubt. Es ist interessant, mit einer Mannschaft mizuwachsen. Ich habe viele kommen und gehen sehen, aber ich habe mich immer wohl gefühlt in der Mannschaft. Das habe ich auch dem Vorstand gesagt: Dass es wichtig ist, dass man nicht irgendwelche Spieler von außerhalb holt. Als ich zum Beispiel gehört habe, dass Ahmet Marankoz geholt wird, dachte ich mir: Hm, nicht viel Positives gehört. Aber er verhält sich wirklich top, agiert mannschaftsdienlich. Die Truppe passt gut zusammen.



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