19. Oktober 2017, 19:17 Uhr

Keiner will der Favorit sein

19. Oktober 2017, 19:17 Uhr
Max Panther geht mit seinem TV Hüttenberg U23 zwar als Gastgeber ins Derby gegen die SG Kleenheim, von der Favoritenrolle will sein Trainer allerdings nichts wissen. (Vogler)

Die heimischen Mannschaften in der Handball-Oberliga haben das punktspielfreie Wochenende nutzen können, um Verletzungen von Spielern auszukurieren, an Stellschrauben zu drehen und/oder sich mit der gebotenen Intensität auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Dass vor allem Letzteres von besonderer Bedeutung sein könnte, wird dadurch deutlich, dass es die mittelhessischen Teams diesmal mit Schwergewichten der Liga zu tun haben. Das fängt bereits heute an. So erwartet der noch ungeschlagene TV Hüttenberg U23 den Tabellenzweiten SG Kleenheim zum Derby. Die HSG Pohlheim hat es am Samstag um 20 Uhr mit Spitzenreiter Rot-Weiß Babenhausen zu tun. Zur gleichen Zeit empfängt die HSG Wettenberg die TSG Offenbach-Bürgel, die am vergangenen Wochenende gegen den TSV Vellmar mit 41:32 gewann und den Schwung aus diesem Sieg mit nach Launsbach nehmen möchte. Zwei ihrer drei Siege hat die HSG Wetzlar U23 im fremden Hallen eingefahren. So gesehen ist es kein großer Nachteil für die Schützlinge von Andreas Klimpke, diesmal wieder auswärts antreten zu müssen. Am Samstag treffen sie im fränkischen Amorbach auf Gastgeber TV Kirchzell.

TV 05/07 Hüttenberg U23 – SG Kleenheim (Fr., 20.15 Uhr/Sporthalle Hüttenberg): »Ich hoffe auf ein spannendes Spiel und darauf, dass wir gegen den Favoriten mithalten können«, erklärt Alois Mráz, der Hüttenberger Trainer, der seine Mannschaft trotz der bisherigen Bilanz in dieser Saison gegen den Nachbarn als Außenseiter sieht. In personeller Hinsicht ist eben noch nicht alles im Lot beim Aufsteiger. Ob Sasa Cosic (Fußverletzung) und Evgenij Chalepo (Verletzung im Sprunggelenk) mitwirken können, ist noch fraglich. In der Vorbereitung haben die Hüttenberger bereits ein Freundschaftsspiel gegen Kleenheim ausgetragen. Sie wissen also, was auf sie zukommt. Vor zwei Wochen in Münster hat die U23 des TVH in den letzten Minuten einen Drei-Tore-Rückstand wettgemacht und noch zum 27:27 ausgeglichen. Die Moral ist also intakt beim Neuling, bei dem sich der Trainer außerdem darüber freut, dass die beiden Torhüter Joshua Laudt und Nils Lorenz zu den Stützen der Mannschaft zählen. Das könnte sich heute auszahlen.

»Das dritte Derby«, rechnet der Kleenheimer Johannes Wohlrab vor, »im ersten bei der HSG Wettenberg haben wir nur 99 Prozent gebracht und verloren, danach gegen Pohlheim 100 Prozent und gewonnen«, stellt der Trainer der SGK, der sich Anfang der Woche einer (erfolgreich verlaufenen) Augenoperation unterzogen hat, fest und weist seinen Spielern damit den Weg zum Erfolg. Allerdings will er in diesem Derby von einer Favoritenrolle seiner Mannschaft nichts wissen. Und das liegt nicht nur an den Kleenheimer Ausfällen (neben Torben Weinandt noch Jörg Müller und Marc Weller), sondern auch daran, dass die Hüttenberger im bisherigen Saisonverlauf konzentriert aufspielten und bisher noch keinen Bezwinger gefunden haben. Als wichtig für den Ausgang der Partie sieht es der SGK-Trainer an, ob seine Mannschaft Lösungen gegen die 3-2-1-Deckung der Gastgeber finden wird und die »Dreier-Achse« Tim Lauer, Johannes Klein im Rückraum sowie Max Panther am Kreis unter Kontrolle bekommt.

TV Kirchzell – HSG Wetzlar U23 (Sa., 19.30 Uhr/Parzival-Sporthalle Amorbach): Der ehemalige Drittligist liegt an der Peripherie zur Spitzengruppe und kann mit einem Sieg an der HSG vorbeiziehen. Vor knapp zwei Wochen gewannen die Franken knapp bei Mitabsteiger Umstadt/Habitzheim und haben sich so in Stellung gebracht. »Kirchzell spielt wechselnde Deckungssyteme«, berichtet HSG-Trainer Andreas Klimpke, verfügt über »schnelle Beine in der Abwehr« und ist durch »viel Tempo im Umschaltspiel« gefährlich. Aus diesen Worten spricht nicht wenig Respekt für den Kontrahenten. Aber die Wetzlarer haben in den letzten Spielen zumindest »kämpferisch überzeugt«. »Allerdings müssen die Chancenverwertung noch besser und die technischen Fehler minimiert werden.« Im Spiel beim TV Kirchzell muss Andreas Klimpke auf Hendrik Schreiber, der weiterhin unter den Folgen einer Lungenentzündung leidet, Fabian Kraft, der sich einen Muskelfaserriss im Leistenbereich zugezogen hat, und Tim Weber (beruflich verhindert) verzichten.

Spandau warnt vor Lenort

HSG Pohlheim – Rot-Weiß Babenhausen (Sa., 20 Uhr/Sporthalle Holzheim): Die Gäste sind Aufsteiger und Tabellenführer. Mit der SG Rot-Weiß Babenhausen stellt sich morgen eine Mannschaft in Holzheim vor, auf die man gespannt sein kann. »Babenhausen hat dreimal mit einem Tor Unterschied gewonnen«, stellt HSG-Trainer Jens Dapper fest, warnt aber vor dem Gast: »Die bringen bestimmt eine super Euphorie mit«, vermutet er. Und das kann Flügel verleihen. Vor zwei Wochen bezogen die Pohlheimer eine schmerzhafte Niederlage bei der SG Kleenheim. Das ist aufgearbeitet, und der Fokus richtet sich in erster Linie auf die Partie gegen die Südhessen. Dapper hofft, wieder auf Max Rühl, Dreh- und Angelpunkt im Spiel seiner Mannschaft, zurückgreifen zu können. Fraglich ist auch der Einsatz von Thimo Wagner. Verzichten muss der Coach auf Felix Erdmann (privat verhindert) und den verletzten Lucas Kammer. Für den Fall der Fälle würde der A-Jugendliche Lucas Kammer nachrücken.

HSG Wettenberg – TSG Offenbach-Bürgel (Sa., 20 Uhr/Gesamtschule Launsbach): »Dieses Spiel wird zeigen, wo die Reise bis Weihnachten hingeht«, misst HSG-Trainer Axel Spandau der Partie gegen den aktuellen Tabellendritten eine wegweisende Bedeutung bei. Der Fauxpas in Babenhausen, wo die Wettenberger am vorletzten Sonntag mit 26:27 unterlagen, sei analysiert worden. Die 13-tägige Spielpause haben die HSG-Trainer, -Spieler und -Betreuer zur Aufarbeitung genutzt. Offenbach-Bürgel ist eine Mannschaft ähnlichen Kalibers wie Babenhausen. »Dreh- und Angelpunkt bei der TSG ist Nils Lenort im Rückraum links«, berichtet Spandau, »Torschützen vom Dienst sind Markus Wagenknecht im rechten Rückraum und Linksaußen Lars Kretschmann.« Welche Formation der Wettenberger Trainer aufs Parkett schicken kann, muss abgewartet werden. So ist der Einsatz von Tom Warnke (Knieverletzung) ebenso fraglich wie der der erkrankten Max Kühn und Niclas Puhl.

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