18. November 2018, 19:38 Uhr

Kein Widerspruch

18. November 2018, 19:38 Uhr
Moderator Frank Piroth, Kreisfußballwart Henry Mohr (3. v. l .) Jörg Fischer (Geschäftsführer FC Gießen, 2. v. l.), Holger Pfeifer (Geschäftsführer Licher Privatbrauer, r.) und die Vertreter der geehrten Vereine. (Foto: fro)

Die Ehrungen des Licher Fair-Play-Cups standen am Freitag traditionell im Hardtberggarten der Licher Privatbrauerei auf dem Programm. Kay Schunder von der FSG Wettenberg wurde dabei mit der Fair-Play-Urkunde für sein besonders faires Verhalten ausgezeichnet. In einem Pokalspiel hatte er an der Seiten-Auslinie einen Gegner, der auf Aus reklamierte, ausgespielt und beim Stande von 2:1 für seine Elf ein weiteres Tor erzielt. Obwohl der Schiedsrichter den Treffer anerkennen wollte, erklärte Schunder, dass das Leder tatsächlich im Seitenaus gewesen ist, so dass das Spiel statt mit Anstoß mit einem Einwurf für den Gegner fortgesetzt wurde. »Solche Gesten wollen wir sehen«, lobte Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr, der auch die bei der Ehrung nicht anwesenden Laurenz Loos (SG Trohe/Alten-Buseck) und Fabian Kaiser (TSV Lang-Göns) für ähnliche Aktionen in der Kreisoberliga mit der Fair-Play-Urkunde auszeichnen wird.

Geschäftsführer Holger Pfeifer hob die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisfußballausschuss hervor und betonte, dass es der Licher Brauerei »eine Herzensangelegenheit sei, den Menschen Freude zu machen«. Daher unterstütze sein Unternehmen den Fair-Play-Gedanken, denn diese Werte seien als Vorbildcharakter wichtig. In der Diskussionsrunde erklärte Jörg Fischer (Geschäftsführer FC Gießen), dass Fair-Play und Erfolg in keinem Widerspruch stehen. Dabei verwies er auf die Tatsache, dass mit dem FSV Fernwald (Vizemeister in der Verbandsliga), der SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen (Meister in der A-Klasse Gießen/Alsfeld) und dem Frauenteam der SG Reiskirchen/Saasen II (Meister der B-Liga) drei der geehrten Mannschaften auf vorderen Plätzen in der Tabelle gelandet sind. Zudem wurde der fünffache Serien-Fair-Play-Sieger SV Annerod II (Kreisliga B Gießen, Gruppe 1), der SV Annerod I (Kreisliga A Gießen), die FSG Biebertal III (Kreisliga B Gießen, Gruppe 2) und die bereits im Vorjahr geehrte Elf der FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod (Kreisoberliga) ausgezeichnet.

»Bereits Kleinigkeiten wie der gegenseitige Handschlag fördern den gegenseitigen Respekt. Wir sind hier auf einem guten Weg, doch es muss noch einiges besser werden«, betonte Henry Mohr. Kaum zu übertreffen ist allerdings die Bilanz der Frauenelf der SG Reiskirchen/Saasen II, die in der gesamten Saison 2017/18 lediglich eine Gelbe Karte kassiert hatte. »Da habe ich eine gegnerische Spielerin weggegrätscht«, bekannte sich Tina Münster »schuldig«, ohne aber zu versäumen, klarzustellen, dass sie sich umgehend für ihr überhartes Einsteigen entschuldigt habe. Holger Pfeifer machte deutlich, dass gerade im Profisport der Fair-Play-Gedanke immer mehr zurückgedrängt werde. »Das Profitum ist ein Event-Geschäft, wo es um viel Geld geht. Der Druck auf den Spielern, die auch nur Menschen sind, ist immens. Die Generation der Spieler, aber auch das Umfeld haben sich im Laufe der vergangenen Jahre verändert. Dennoch sind und bleiben die Spieler Vorbilder, so dass ein unfaires Verhalten nicht salonfähig werden darf«, so Pfeifer. »Die großen Spieler verdienen zu viel Geld. Dies ist nicht maßvoll und sorgt dafür, dass die Schere zwischen den Vereinen immer weiter auseinandergeht. Wir müssen diese Kluft schließen, denn der Amateurfußball ist die Basis unseres Sportes«, nimmt Pfeifer auch Sponsoren in die Verantwortung.

Henry Mohr verwies daraufhin, dass der Fußball es immer wieder schaffe, die Fans vom Fußball wegzutreiben. »Die Verzerrung der Anstoßzeiten und die Überfrachtung durch die Entzerrung des Bundesliga-Spieltages auf Freitag, Sonntag und Montag schaden den Vereinen an der Basis. In Gießen und Fernwald wird guter Fußball präsentiert. Dass die Spieler dort nicht nur für eine Bratwurst spielen, ist in Ordnung«, so der Kreisfußballwart. »Angebot und Nachfrage bestimmen auf dem Markt den Preis. Hinter dem Fußball steckt eine große Kraft. Dies sieht man derzeit an der Entwicklung des neuen Vereins FC Gießen. Für diesen Wert sind die Sponsoren auch bereit, zu zahlen. Allerdings darf man dabei das Maß nicht verlieren«, machte der Geschäftsführer der Licher Brauerei klar, dass sein Unternehmen nicht einzelne Vereine, sondern den Sport in der Breite der Region unterstütze.

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