08. September 2019, 22:26 Uhr

Kampf. Leidenschaft. Moral

Eine Halbzeit lang hatte der VfL Lübeck-Schwartau das Zweitliga-Spiel beim TV 05/07 Hüttenberg sicher im Griff. Mit Kampf, Leidenschaft und großer Moral verdienten sich die Mittelhessen im zweiten Abschnitt noch ein respektables 22:22-Unentschieden.
08. September 2019, 22:26 Uhr
Emotionaler Urschei: Die Bank des TV 05/07 Hüttenberg um Trainer Frederick Griesbach (l.) und Co-Trainer Johannes Wohlrab (Mitte) bejubelt die Aufholjagd nach der Pause und den hochverdienten Punktgewinn. (Foto: ras)

TV 05/07 Hüttenberg


Der TV 05/07 Hüttenberg hat in der 2. Handball-Bundesliga dem zum Kreis der Titelanwärter zählenden VfL Lübeck-Schwartau am dritten Spieltag den ersten Punktverlust beschert. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt, speziell im kämpferischen Bereich, verdiente sich die Mannschaft von Trainer Frederick Griesbach vor nur 850 Zuschauern ein 22:22 (9:12)-Unentschieden.

Danach hatte es bis kurz vor dem Pausenpfiff allerdings nicht ausgesehen, als Tim Classen für die Gäste zum scheinbar beruhigenden 11:6 eingeworfen hatte. Doch die direkte Antwort von Routinier Christian Rompf sowie ein Tor von Linkshänder Dieudonné Mubenzem in der zweiten Welle brachten den TVH wieder heran und Björn Zintel konnte mit der Sirene vom Siebenmeterpunkt den Halbzeitstand von 9:12 herstellen.

Dass die TVH-Handballer zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch im Spiel waren, hatten sie hauptsächlich ihrem Torhüter Nikolai Weber zu verdanken, der mit acht Paraden überzeugte. Denn nach dem 2:2 von Linksaußen Robin Hübscher setzten sich die Gäste ab. Ähnlich wie vor Wochenfrist, als die Marmeladestädter gegen Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach mit 9:1 gestartet waren, zogen die Norddeutschen auf 8:3 durch Linksaußen Fynn Gonschor in der 18. Minute in Überzahl davon. Dabei profitierte die Mannschaft von Ex-TVH-Spieler Piotr Przybecki aber auch von einer hohen Fehlerquote im Hüttenberger Angriff. Zudem scheiterten sowohl Tobias Hahn als auch Markus Stegefelt, dem am Samstag nichts gelang und der sich deshalb früh auf der Bank wieder fand, per Strafwurf an der Torumrandung. »Wir waren am Anfang zu schläfrig«, hatte auch Björn Zintel nach dem Abpfiff ein Manko der ersten Halbzeit erkannt.

Zwar konnte Lübeck mit einem abgefälschten Ball von Jan Schult auch den ersten Treffer in Abschnitt zwei setzen. Danach griffen aber die personellen Umstellungen von Griesbach. Mit Moritz Zörb in der Deckungszentrale sowie Christian Rompf und Merlin Fuß auf den Halb-positionen wurde der gegnerische Rückraum neutralisiert. Speziell U 19-Vizeweltmeister Fuß verdiente sich gegen den starken Halblinken Mex Raguse ein Sonderlob und ließ diesen nicht mehr zum Abschluss kommen. Einzig auf die fehlerfreien Außen Fynn Gonschor (4) und Fynn Kretschmer (7) konnte sich Lübeck noch verlassen, die die Hälfte der Gästetreffer erzielten. Doch der TVH hatte sich nun ins Spiel gebissen und mit dem 13:14 von Zintel in der 41. Minute den Anschluss hergestellt. Kurz darauf stand so die Halle Kopf, als Christian Rompf listig einen Anwurf der Gäste stiebizte und Merlin Fuß erstmals beim 15:15 (46.) wieder ausgleichen konnte.

Da aber nun Dennis Klockmann im VfL-Tor immer mehr zum Faktor wurde, konterte der Gast wieder zum 18:15 (50.). Doch die Blau-Weiß-Roten zeigten Moral, legten ihrerseits einen 3:0-Lauf hin - und so ging es in eine spannende Schlussphase. In der legte Lübeck wieder vor, Hüttenberg durch Dieudonné Mubenzem sowie zwei Siebenmeter des nervenstarken Björn Zintel immer wieder ausglich. Rnd Rechtsaußen Tobias Hahn beantwortete auch den letzten Schwartauer Treffer mit seinem Tor zwei Sekunden vor dem Abpfiff zum aufgrund der zweiten Halbzeit verdienten 22:22-Unentschieden.

»Wir freuen uns über den Punkt. Heute können es die Jungs genießen. Aber wir haben auch gesehen, dass wir noch viele Baustellen haben«, bilanzierte TVH-Trainer Frederick Griesbach. »Kampf und Leidenschaft sind die Tugenden, die ich erwarte. Das ist uns in der zweiten Halbzeit gut gelungen. Das war der Punkt, warum wir den Rückstand noch aufholen. Die Stimmung von den Rängen war toll und ich freue mich darauf wie es ist, wenn die Halle erst einmal voll sein wird.« Denn die äußerst großzügig angegebenen 850 Besucher durften kaum zufriedenstellen.

TV 05/07 Hüttenberg: Plaue, Weber; Fuß (1), Sklenák (1), Lambrecht, Rompf (3), Zörb, Fernandes, Stegefelt, Mubenzem (4), Hübscher (2), Hahn (1), Zintel (8/5), Klein (2), Schreiber.

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz, Klockmann; Glabisch (2/2), Genda, Gonschor (4), Raguse (3), Ranke, Waschul, Schult (1), Köhler, Schrader (2/1), Kretschmer (7), Claasen (1), Runarsson (2), Möller, Bruhn.

Im Stenogramm / SR: Briese/von der Beeck (Longerich). - Siebenmeter: 7/5:4/3. - Zeitstrafen: 10:10 Minuten. - Disqualifikation: Ranke (VfL, 54.). - Zuschauer: 850.

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