02. April 2017, 20:32 Uhr

Kalte Dusche nach der Pause

02. April 2017, 20:32 Uhr
Oliver_Volger
Von Oliver Vogler
Zweikampf: Der Dorndorfer Martin Wilk (l.) wird vom Gießener Dominik Heberer attackiert. (Foto: Vogler)

Nicht schlecht gespielt, dennoch geht Fußball-Verbandsligist VfB 1900 Gießen einmal mehr leer aus. Gegen den FC Dorndorf unterlagen die Gießener gestern Nachmittag mit 0:2 (0:0) und zieren weiterhin das Tabellenende. Für die Fußballer aus der Limburger Kante bedeutet dieser Sieg drei wichtige Punkte im Kampf gegen den drohenden Abstieg, der für die Gießener nach dieser Niederlage immer naher rückt. Zu allem Überfluss handelte sich Gießens Dennis Jost noch die Rote Karte ein. Nach einem Zweikampf in der 77. Minute mit Marco Vorschneider hielt dieser den Gießener fest und wurde von Jost weggestoßen. Die Folge: Gelb für den Dorndorfer, Jost musste gleich vom Platz. Eine scheinbar harte, aber konsequente und regelkonforme Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Rodrigues aus Offenbach. »Mich ärgert dieser Platzverweis kolossal«, stellte hinterher Gießens Trainer Günter Stiebig fest. Denn so nahm sich die Mannschaft die ohnehin nicht sonderlich große Möglichkeit, den 0:2-Rückstand noch wettzumachen.

»Die erste Halbzeit war okay. Wir hatten kein Tor zugelassen und auf der anderen Seite die eine oder andere Chance«, analysierte Stiebig. So war es. Der VfB 1900 besaß vor der Pause ein Übergewicht und auch die größere Anzahl an Möglichkeiten. Die Gäste hatten zunächst Probleme mit den zweikampfstarken Gießenern, die in der zweiten Minute die erste Chance durch Nino Binz herausspielten, dessen Schuss wurde von Yannik Blättel, Sohn des ehemaligen Profis Michael Blättel (u. a. bei Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf, Darmstadt 98), abgeblockt. Vier Minuten später strich ein Eckball von Andreas Proske an Freund und Feind, aber auch am langen Pfosten den Tores vorbei. Wenig später klärte Gästetorhüter Niklas Kremer vor Nino Binz. Auf der anderen Seite stoppte VfB-1900-Torhüter Christian Seemann einen Sololauf von Martin Wilk.

Binz verpasst Führungstreffer

In den zweiten Durchgang startete der VfB 1900 recht vielversprechend. Nach 48 Minuten hatte sich Binz auf den rechten Flügel durchgesetzt, setzte den Ball am knapp neben den kurzen Pfosten. Dann aber kam die kalte Dusche. Der eingewechselte Behar Perquku hatte sich gegen zwei Gießener Abwehrspieler durchgesetzt, scheiterte zunächst an Seemann, der noch zwei weitere Male klärte. Der Ball landete bei Christian Groß, der den Ball aus 16 Metern über die Gießener Abwehr ins Tor hob. 20 Minuten später fiel das 2:0 für den Gast. Torschütze war der quirlige Thomas Wilhelmy. Allein vor Seemann ließ er diesem keine Abwehrchance.

Der VfB 1900 gab sich nicht geschlagen, geriet aber wenig später endgültig auf die Verliererstraße, als sich Dennis Jost die Rote Karte einhandelte. In Überzahl brachten die Gäste die verbleibende Viertelstunde vergleichsweise mühelos über die Bühne. Der FC Dorndorf war einem dritten Treffer sogar näher als der VfB 1900 dem Anschlusstor. Gießens Trainer Stiebig hatte bei seiner Mannschaft »viel Unerfahrenheit, jugendlichen Leichtsinn und Übermut« ausgemacht. Er hält es aber weiterhin für wichtig, den »Lernprozess nicht zu unterbrechen«.

VfB 1900 Gießen: Seemann; Heberer (ab 82. Köse), Dursun, Apostolou, Proske, Jost, Dursun, Dörfler, Duarte Marin, Binz (ab 82. Gulec), Simon (ab 69. Spuckti).

FC Dorndorf: Kremer; Meloni, Manuel Groß (ab 46. Perquku), Blättel, Kunz (ab 57. Fries), Christian Groß, Kröner, Weinand, Wilhelmy, Vorschneider, Wilk (ab 86. Röder).

Im Stenogramm. Schiedsrichter: Rodriguez (Offenbach). – Zuschauer: 80. – Torfolge: 0:1 (50.) Christian Groß, 0:2 (70.) Wilhelmy. – Gelbe Karten: Weinand, Wilk, Vorschneider, Meloni. – Rote Karte: Jost (77.).



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos