17. Oktober 2017, 12:00 Uhr

Big John

John Bryant kommt bei Gießen 46ers immer besser in Form

Big John zum Kapitän der Gießen 46ers zu bestimmen, war ein genialer Schachzug von Trainer Ingo Freyer. Er überragt die anderen nicht nur durch seine Größe, er gibt ihnen auf dem Feld auch Halt.
17. Oktober 2017, 12:00 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
Big John Bryant gibt den Gießen 46ers die benötigte Stabilität. (Foto: mv)

Der zweifache MVP aus früheren BBL-Zeiten kommt immer besser in Form. Noch hat er Luft nach oben. Aber an der stetig steigenden Leistung des 30-jährigen Centers ziehen sich seine Mitspieler hoch, werden individuell und als Team stärker. Das haben die beiden Siege am perfekten Wochenende des mittelhessischen Basketball-Erstligisten verdeutlicht.

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»John hat die Qualität, uns auf allen Ebenen weiterzuhelfen. Er ist mit hauptverantwortlich, dass wir besser spielen«, sagt Freyer in seiner typisch norddeutschen, eher zurückhaltenden Art. Der 46-Jährige will die beiden Siege in Ludwigsburg und gegen Bremerhaven nicht überbewerten. »Wir hatten ein tolles Wochenende. Doch ich will das nicht zu hoch hängen«, ist sein Fokus bereits auf den Freitag (19 Uhr) gerichtet, wenn die bislang noch sieglosen Walter Tigers Tübingen in der Osthalle ums Überleben kämpfen werden.

Nicht nur Bryant ein Faktor

Doch nicht nur Bryant ist maßgeblich am stark verbesserten Auftreten des Teams beteiligt. Die beiden Kleinsten im Kader, Max Landis und Darwin Davis, haben mindestens den gleichen Anteil daran. Sie ergänzen sich auf den Aufbaupositionen glänzend. Während der 25-jährige Landis viel Struktur, Energie und Treffsicherheit von außen ins 46ers-Spiel bringt, wirbelt der 1,83 Meter große Davis die Abwehrreihen durcheinander, zeichnet verantwortlich für den Überraschungsmoment und streut mit seiner unkonventionellen Wurftechnik Dreier aus Entfernungen ein, die meist jenseits der Sieben-Meter-Marke liegen.

+++ Überraschungssieg in Ludwigsburg: Die 46ers-Spieler im Check +++

Beide waren in der Vorbereitung lange Zeit verletzt, Davis dazu noch krank vor dem Erfurt-Spiel. Das ist mal schnell vergessen. Letzte Woche hatte Freyer zum ersten Mal alle Spieler seines Kaders gesund im Training – und wenige Tage später fährt er zwei verdammt wichtige Siege ein.

Kein Thema für die Öffentlichkeit

Wie er das so schnell geschafft hat, in die Köpfe der Protagonisten zu kommen und ihnen seine Sichtweise von der Art des Basketballspielens zu verinnerlichen, das möchte er gerne für sich behalten. Das sei noch kein Thema für die Öffentlichkeit, erklärt er.

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Freyer bleibt im Fokus-Modus auf das Wesentliche beschränkt. Dabei spricht er auch die Leistungssteigerung von Austin Hollins an. Der talentierte Flügelspieler mit Zug zum Korb fand gegen Bremerhaven schneller und besser seinen Rhythmus. Jamar Abrams dagegen brillierte im Angriff nur mit einem fulminanten Dunking. Sonst war wenig von dem sprunggewaltigen 2,01-m-Mann zu sehen, der sich aber auch das eine oder andere Mal auf der Position vier beweisen musste, was für den gelernten Dreier Neuland ist.
 

Tabelle

  S Pkt
1 5 10
2 6 10
3 5 8
4 5 8
5 5 8
6 4 6
7 4 6
8 4 6

9

5

6
10 5 4
11 5 4
12 5 4
13 5 2
14 5 2
15 5 2
16   5 2

17

5

0
18 5 0


Lischka erneut stark

 

Benjamin Lischka lieferte erneut eine ganz starke Vorstellung ab. Er kommt zwar nun vermehrt als sechster Mann von der Bank, aber mit sehr viel Energie und Durchsetzungsvermögen. Der Powerforward ist bislang mit Abstand der konstanteste Spieler im Team und nimmt auch außerhalb des Feldes als »Gießener« eine wichtige Rolle ein.

Guard Jahenns Manigat, mit einem Dreimonatsvertrag ausgestattet, verkörpert immer mehr den emotionalen Leader auf dem Court. War er anfangs noch zurückhaltend, sicherlich auch deswegen, weil es beim Kanadier selbst nicht lief, pushte er am Sonntag im Spiel gegen die Eisbären gleich mehrmals die Massen auf den Rängen. Sie bedachten seine spektakulären Aktionen, die mit unbändigem Einsatzwillen ausgeführt wurden, mit viel Beifall. In der jetzigen Verfassung ist der Anheizer eine Verstärkung für die Freyer-Mannschaft.

Von 18 auf 12

Die hat sich mit den zwei Siegen innerhalb von drei Tagen vom Tabellenende der Basketball-Bundesliga auf Platz zwölf des 18er-Feldes katapultiert. »Es waren zwei richtungsweisende Spiele für uns. Wir glauben an uns, mehr aber nicht. Wir müssen immer weiter an uns arbeiten«, sagt Freyer, der sich auf das Tübingen-Spiel am Freitag freut.



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