08. April 2020, 12:00 Uhr

Basketball

Immerhin keine sportlichen Sorgen bei den Gießen Pointers

08. April 2020, 12:00 Uhr
Pointers-Kapitän David Henke kann derzeit nicht mit einem Basketball trainieren, lediglich laufen und Rad fahren sind angesagt. ARCHIVFOTO: FRIEDRICH

Auch die Gießen Pointers in der Basketball-Regionalliga blieben vom abrupten Saisonende nicht verschont. Sportlich halten sich die Auswirkungen zwar im Grenzen. Finanziell stellt sich Günter Sikorski aber bereits auf die nahende Rezession ein.

»Nach dem Sieg über Mannheim war die Saison für uns eigentlich gelaufen«, erinnert sich der Geschäftsführer an das 92:84 Anfang März. Es war der Sieg über einen direkten Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, der Mannheim fast vorentscheidend auf den Weg in die fünfte Liga schickte. Bis Februar bot die Tabelle ein groteskes Bild. »Da hätte theoretisch ja auch der Dritte noch absteigen können«, blickt Sikorski zurück. Selbst in der jetzt eingefrorenen Tabelle trennen den Ligavierten Idstein vom Elften Gießen nur magere vier Punkte. Vor diesem Gesichtspunkt sei der Lockdown aus mittelhessischer Perspektive nicht zur Unzeit gekommen.

Auf die Ligaverantwortlichen warten hinsichtlich der Auf- und Abstiegsregelung pikante Entscheidungen. Während Mannheim kaum noch zu retten gewesen wäre, war Primus Karlsruhe die Meisterschaft längst nicht mehr zu nehmen. Bei den Pointers ist man froh, immerhin von derlei Sorgen befreit zu sein.

Unberührt lässt die Corona-Krise den Verein deshalb längst nicht. Anthony Watkins und Tyrell Sturdivant - die beiden US-amerikanischen Spieler - haben sich zeitnah in Richtung USA abgesetzt. Beiden gehe es gut, versichert Sikorski. Vor allem mit Sturdivant könne man sich eine Vertragsverlängerung vorstellen. Der Innenspieler legte überragende Zahlen in den Kategorien Punkte und Rebounds auf. Die Planungen liegen derzeit aber naturgegeben auf Eis.

Sikorski rechnet mit einer angespannten Sponsorenlage, die aber alle Vereine, »wo nicht alles umsonst ist«, beträfe. Liquiditätsengpässe und eine Anpassung an die sich dann bietende Realität sei geboten. Erste Gespräche mit den noch vor Ort befindlichen Spielern wurden bereits geführt. Für alles andere ist es aber auch bei den Pointers noch viel zu früh.

Kapitän David Henke erinnert sich an die turbulenten Tage vor rund drei Wochen. »Bis zum letzten Training haben wir das nicht an uns herangelassen«, führt der Center aus. Corona sei zwar Thema gewesen, Training und Videostudium des kommenden Gegners standen aber im Fokus. »Das war Alltagsbetrieb. Bis am Freitag dann der Lockdown erfolgte«, so Henke, der den Einfluss auf die tabellarische Abschlussposition seines Teams ebenfalls für überschaubar hält. Gerne hätten sich die Pointers noch einige Plätze nach oben verbessert. Wirklich wichtig sei das im Vergleich zu den historischen Herausforderungen, die sich jetzt stellen, aber nicht.

Der Kapitän gewährt dabei einen Einblick in seinen gegenwärtigen Trainingsplan. Bei gutem Wetter müsse das Fahrrad herhalten, das Henke zu größeren Touren nutzt. An Hallentraining ist freilich nicht zu denken. Einen Basketball hat er seit mehreren Wochen nicht in der Hand gehalten. »Wenn es dann so weit ist, schaut hoffentlich keiner zu«, schmunzelt er. Die eingerosteten Automatismen würden dann aber schnell wiederkehren.

Trauriger stimmt Henke dagegen die maximal-reduzierte Verabschiedung des Teams. Mit vielen habe man gute Bekanntschaften geschlossen, eigentlich alle fühlten sich an der Lahn wohl: »Das ist einfach doof gelaufen. Aber es gab keine andere Wahl«, so Henke. Dass jetzt alle bei ihren Familien sind, sei das einzig Wichtige.

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