Lokalsport

Im Trainingsmodus angekommen

Handball-Oberligist HSG Pohlheim bereitet sich auf die neue Saison vor, die am 11. September beginnen soll. Trainer Jens Dapper und seine Spieler haben in der Vorbereitung eine Menge zu beachten.
13. Juli 2020, 16:00 Uhr
Harold Sekatsch
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Die Abstandsregeln werden bei Übungen dieser Art im Training der HSG Pohlheim gewahrt. FOTO: SE

Jens Dapper spekuliert nicht. Auf die Frage, ob die Saison 2020/21 in der Handball-Oberliga wie vorgesehen am 11. September starten wird, antwortet der Trainer der HSG Pohlheim: »Da kann und will ich keine Prognose abgeben.« Allerdings ergänzt er: »Aktuell sieht unsere Planung nichts anderes vor«.

Mit dem Heimspiel gegen die TSG Münster sollen die Pohlheimer laut Terminplan am 11. September die neue Spielrunde im hessischen Handball-Oberhaus eröffnen. Allerdings befindet sich das Coronavirus weiterhin im Land und könnte einen dicken Strich durch die Rechnung der Verantwortlichen im Hessischen Handball-Verband machen. Diese haben trotz bestehender Unsicherheiten und dank der Unterstützung durch den DHB den Weg zurück in Richtung Normalität geebnet. Tritt diese ein, würde die HSG nach dem Auftaktspiel gegen Münster am 16. September in Breckenheim anzutreten haben und hätte eine Woche später Rot-Weiß Babenhausen zu Gast. Am vierten Oktober-Wochenende trägt die HSG Pohlheim laut Plan ihr erstes Derby der Saison aus und wird bei der HSG Kleenheim-Langgöns auflaufen. Die Vorrundenpartie bei der HSG Wettenberg ist für den 27. November vorgesehen

In die Saison geht die HSG Pohlheim mit einem leicht veränderten Kader. So werden Pascal Ohrisch und Lucas Kammer künftig für die zweite Mannschaft der Pohlheimer auflaufen, gehören aber nach wie vor dem erweiterten Kader des Oberligateams an. Jan Linck legt eine Pause ein, und den Verein mit unbekanntem Ziel verlassen haben Felix Erdmann und Chris Grundmann. Die Zugänge der Pohlheimer können sich auf der anderen Seite sehen lassen. Rückraumspieler Stefan Lex wechselt vom ASV Hamm (Westfalen) zum heimischen Oberligisten. Der Bruder des »spielenden Co-Trainers« Andreas Lex, der auch schon für den TV Hüttenberg, die HSG Wetzlar, die TSG Friesenheim und den HSC 2000 Coburg tätig war, bringt jede Menge Erfahrung mit. Moritz Lambrecht (TV Hüttenberg/Kreis) sowie Christoph Träger (Rückraum) und Tom Gilbert (Rückraum, Linksaußen) von der Jugend A der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen sind weitere Zugänge.

In diesem Jahr war die Saisonvorbereitung unter ungewöhnlichen Vorgaben zu absolvieren. »Wir haben uns am Phasenmodell des DHB orientiert«, berichtet Jens Dapper, »und am 6. Juni mit dem Freilufttraining begonnen.« Mit dem Saisonabbruch Mitte März hatten die Handballer in Hessen weitgehend auch den Trainingsbetrieb eingestellt. Dann folgten vier Monate Pause. »Die Pause ist weniger das Problem«, stellt Dapper fest, schränkt dann aber ein: »Wenn es jetzt normal laufen würde.« Das ist aber nicht der Fall. »Bislang ist Training aufgrund der Auflagen - derzeit maximal 5:5 - nicht vollumfänglich möglich«, klagt Dapper. Dennoch sieht der Pohlheimer Coach auch Positives am Acht-Stufen-Plan des DHB, nach dem seit dem 1. Juli wieder Zweikämpfe im Training erlaubt sind. »Für die Trainingsarbeit ist das natürlich eine zielführende Orientierung«, bewertet Dapper das Positionspapier des Verbandes im Rahmen der Aktion »Return-to-play« im Amateursport und nennt einen weiteren Aspekt: »Dass der Verband im Austausch mit der Politik ist und über diesen Weg der Handballsport im Blick bei den Verantwortlichen dort ist.« Dapper weiß aber auch, dass vieles anders ist als in der Zeit vor Corona: »Die Verantwortung für die Spieler hat eine neue Qualität. Ein Spieler wird im Falle einer Infektion erheblich betroffen sein.«

Kaum Auswirkungen auf die Saisonvorbereitung haben die Stufen eins bis fünf des Acht-Stufenplans, in denen Athletik- und Mannschafts- bzw. Kleingruppentraining ohne Zweikämpfe erlaubt waren. »Grundlagenarbeit wie Ausdauer und Athletik hätten wir sowieso im Fokus der ersten Wochen gehabt«, erklärt der HSG-Coach, der allerdings befürchtet, dass die Vorbereitung bei den Einschränkungen mit »massiven« Qualitätseinbußen verbunden ist. »Wenn keine weiteren Lockerungen möglich werden, können die Trainingsziele in Richtung komplexer Spielsituationen nicht trainiert und gefestigt werden«, erklärt der Pohlheimer Trainer. Konkret: »Bislang ist keine 6:6-Situation gegeben.«

Ob und wann die Oberliga-Saison 2020/21 starten kann und ob bzw. wie viele Zuschauer bei den einzelnen Spielen (nach dem heutigen Stand bis zu 250) zugelassen werden, ist noch offen. Es können Ereignisse eintreten, die Einfluss auf die behördlichen Vorgaben nehmen. Wie dem auch sei, die Heimvereine haben die Einhaltung der Hygienevorschriften und Abstandsregeln zu garantieren. Gelingt dies und treten keine weiteren Änderungen wie zum Beispiel ein weiterer Lockdown ein, dann dürfen sich die heimischen Handballfreunde wieder auf eine prickelnde Saison nicht nur in der Oberliga freuen. Das wäre ein weiterer Schritt in Richtung eines von allen Beteiligten gewünschten geordneten Spielbetriebs.

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