Lokalsport

Hungen/Lich wieder an der Spitze

Die Handball-Bezirksoberliga der Männer kommt langsam in ihre entscheidende Phase. Noch haben fünf Mannschaften die Chance, am Ende ganz vorn zu stehen oder den zweiten Tabellenplatz zu belegen. Am 20. Spieltag dieser Klasse ist die Spitzengruppe einerseits näher zusammengerückt, andererseits gab es wieder einen Wechsel an der Tabellenspitze. Eine Woche nach der Niederlage in Dutenhofen eroberte sich die HSG Hungen/Lich Platz eins zurück. Nach dem 36:24-Erfolg baute Hungen/Lich die eigene Bilanz auf 32:8 Punkte aus und zog an der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III (31:9) vorbei, die bei der HSG Marburg/Cappel eine nicht völlig überraschende Niederlage bezog. 31:30 hieß es am Ende für die Marburger, die die Qualität besitzen, für jede andere Mannschaft der Liga zum Stolperstein zu werden. In Lauerstellung auf Platz drei liegt die HSG Kleenheim/Langgöns II (30:8), die Schlusslicht TV Wetzlar (2:38) mit 31:27 bezwang. Dahinter folgt die HSG Wettenberg II, die nach dem 30:26 über die MSG Kirchhain/Neustadt 29:11 Zähler aufweist. Mit 28:12 Punkten liegt die HSG Dilltal auf Platz fünf.
09. März 2020, 17:33 Uhr
Harold Sekatsch
Marvin Menges (57) und die HSG Hungen/Lich nehmen die Hürde HSG Florstadt/Gettenau problemlos.	FOTO: JAUX
Marvin Menges (57) und die HSG Hungen/Lich nehmen die Hürde HSG Florstadt/Gettenau problemlos. FOTO: JAUX

Die Handball-Bezirksoberliga der Männer kommt langsam in ihre entscheidende Phase. Noch haben fünf Mannschaften die Chance, am Ende ganz vorn zu stehen oder den zweiten Tabellenplatz zu belegen. Am 20. Spieltag dieser Klasse ist die Spitzengruppe einerseits näher zusammengerückt, andererseits gab es wieder einen Wechsel an der Tabellenspitze. Eine Woche nach der Niederlage in Dutenhofen eroberte sich die HSG Hungen/Lich Platz eins zurück. Nach dem 36:24-Erfolg baute Hungen/Lich die eigene Bilanz auf 32:8 Punkte aus und zog an der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III (31:9) vorbei, die bei der HSG Marburg/Cappel eine nicht völlig überraschende Niederlage bezog. 31:30 hieß es am Ende für die Marburger, die die Qualität besitzen, für jede andere Mannschaft der Liga zum Stolperstein zu werden. In Lauerstellung auf Platz drei liegt die HSG Kleenheim/Langgöns II (30:8), die Schlusslicht TV Wetzlar (2:38) mit 31:27 bezwang. Dahinter folgt die HSG Wettenberg II, die nach dem 30:26 über die MSG Kirchhain/Neustadt 29:11 Zähler aufweist. Mit 28:12 Punkten liegt die HSG Dilltal auf Platz fünf.

MSG Florstadt/Gettenau - HSG Hungen/Lich 24:36 (11:20): »Hungen/Lich war deutlich besser«, erklärte MSG-Trainer Christian Sacks. Ähnlich sah es Carsten Schäfer, sein Kollege aufseiten des neuen, alten Tabellenführers: »Unser Sieg ist in der Höhe verdient. Die Florstädter hatten keine Waffen gegen uns.«

In den ersten Minuten klappte es allerdings noch ganz gut bei den Hausherren. Nach zehn Minuten hieß es 7:7. In der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs erzielte der Gast dann einen Treffer nach dem anderen und zog bis zur Pause auf 20:11 davon. »Wir haben im Angriff zu viele technische Fehler gemacht«, sagte Christian Sacks. Die Gäste nahmen die daraus entstehenden Möglichkeiten zu Tempogegenstößen dankend an.

Im zweiten Durchgang hatte die HSG Hungen/Lich angesichts des deutlichen Vorsprungs leichtes Spiel. Nach 32 Minuten führten die Gäste mit zehn Treffern Differenz, nach 40 Minuten lag die HSG mit 28:16 vorn und geriet nicht mehr ansatzweise in Gefahr.

Tore, Florstadt/Gettenau: Peppler (12/2), Greife (4), Stewen (3), Potschka (2), Grosso, Stelz, Starck (je 1). - Hungen/Lich: Dönicke (7), Hahn (6/1), Kümpel (4/4), Kreß, Menges (je 4), Böhm, Metzger (je 3), Macht (2), Anhäuser, Martschenke, Diehl (je 1).

HSG Marburg/Cappel - HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III 31:30 (21:13): Eine bittere Niederlage für die Gäste, die zur Pause deutlich im Hintertreffen lagen. »In der ersten Halbzeit sind uns zahlreiche technische Fehler unterlaufen«, sagte Gästetrainer Torben Wegner und sprach sogar von einem »Totalausfall«. Die Marburger lagen nach acht Minuten mit 6:4 vorn und bauten diesen Vorsprung innerhalb der nächsten fünf Minuten auf 11:4 aus. Bis zum Seitenwechsel verteidigten die Hausherren die Sieben-Tore-Führung und vergrößerten den Vorsprung bis zur 32. Minute gar auf neun Tore (23:14).

Doch dann nahmen die Grün-Weißen das Heft in die Hand und reduzierten den Rückstand bis zur 40. Minute auf 20:25. Die Wende? Noch nicht. Auch 17 Minuten vor dem Ende lag Dutenhofen/Münchholzhausen III mit fünf Treffern im Hintertreffen, ehe der 13-fach erfolgreiche Torschütze Dennis Agel und seine Teamkollegen den Rückstand Tor um Tor verkürzten. Nach dem 30:26 (53.) trafen Lukas Wallwaey, Johannes Wenzel, Daniel Müller und Leon Becker zum 30:30-Gleichstand. Eine Minute vor dem Ende erzielte Matthias Reul den 31. Treffer für Marburg/Cappel. Trotz Auszeit verstanden es die Gäste nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen.

Tore, Marburg/Cappel: Schuster (7/2), Pallesen (5), Lumm, Achenbach (je 4), Flothow, Brünger (je 3), Reul, Sangmeister (je 2), Purschke (1). - Dutenhofen/Münchholzhausen III: Dennis Agel (13/5), Wallwaey (5), Becker, Müller (je 3), Luca Kaiser, Wenzel (je 2), Rompf, Weimer (je 1).

HSG Großen-Buseck/Beuern - HSG Linden II 23:25 (9:11): Busecks Trainer Jens Hohaus stellte neidlos fest: »Ein verdienter Sieg für die Lindener.« Er hatte auch gleich eine Erklärung parat: »Unser Angriff war zu statisch gegen die 3:2:1-Abwehr der Lindener«, berichtete der Coach der Gastgeber und schob auch gleich eine weitere Erläuterung hinterher: »Beiden Mannschaften unterliefen viele technische Fehler, die Lindener konnten diese früher abstellen.« Lindens Coach Conrad Melle freute sich riesig über den Sieg und die 6:2 Punkte aus den letzten vier Spielen: »Ein großes Kompliment an die Mannschaft«, gab er zu Protokoll. »Die Jungs haben wieder mehr Leidenschaft gezeigt als der Gegner, und auch spielerisch haben sie sich langsam gefunden.«

3:3 lautete der Spielstand nach 13 Minuten, ehe die Gäste besser ins Spiel kamen und sich nach und nach absetzten. 10:6 führte Linden II nach 24 Minuten, beim Seitenwechsel hieß es 11:9 für die Gäste. Abschütteln ließen sich die Busecker allerdings nicht. Mehrfach standen sie vor dem Ausgleich - 11:12 (37.), 15:16 (46.), 17:18 (49.) - , doch den Gleichstand erreichten sie im weiteren Verlauf der zweiten Spielhälfte nicht mehr. Bis fünf Minuten vor der Schlusssirene warfen die Gäste mit dem 24:20 den entscheidenden Vier-Tore-Vorsprung heraus.

Tore, Buseck/Beuern: Avemann (6/4), Stein (6), Foos, Biedenkapp (je 4), Jan Schneider (2), Tim Schneider (1). - Linden II: Adamczyk (9/3), Höhn, Hirzmann (je 3), Rühl. Brockmann, Rüdesheim (je 2), Ebert, Laun, Schury, Weisbrod (je 1).

HSG Wettertal - SG Rechtenbach 26:21 (12:9): Wenig erbaut vom Spiel war Rechtenbachs Trainer Christian Kunz. »Wir haben die ersten 20 Minuten komplett verschlafen«, erklärte er, »und allein fünf einfache Gegenstöße kassiert.« Auch wenn aktuell der Rhythmus fehle, dürfe so etwas nicht passieren. »Da fehlt mir einfach die taktische Disziplin«, ergänzte der SGR-Coach.

Das Spiel war gerade einmal 15 Minuten alt, da lagen die Gastgeber bereits mit 7:2 vorn. »Dieser schlechten Phase laufen wir bis zum Schluss hinterher«, ärgerte sich Kunz. Den Vorsprung gaben die Wettertaler in der Tat nicht mehr aus der Hand, auch wenn der Gast mehrfach herankommen konnte. 12:9 lautete der Spielstand bei Seitenwechsel, zwei Minuten nach Wiederbeginn führte Wettertal mit 15:10. Auch danach verstanden es die Gäste nicht, den Rückstand entscheidend zu verringern. »Wir stellen uns einfach zu dämlich an, um das Spiel wirklich noch einmal heiß zu machen«, ärgerte sich hinterher der Gäste-Coach.

Tore, Wettertal: Exner (6/1), Yannick Kreuzer (5), Kielich (4), Tobias Kreuzer, Zimmer (je 3), Kehm, Andreas Boller (je 2), Bunfill (1). - Rechtenbach: Bepperling (8/2), Viehmann, Schmidt (je 4), Cislaghi, Diehl (je 2), Langsdorf (1).

HSG Wettenberg II - MSG Kirchhain/Neustadt 30:26 (15:12): Der erwartete Sieg für die Wettenberger »Zweite«, doch so richtig zufrieden war HSG-Trainer Dragan Nenad mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht. »Wir haben irgendwie zwei Punkte geholt«, sagte der Wettenberger Coach. Mehr nicht. Offensichtlich sei seine Mannschaft zu locker in die Partie gegangen und habe den Gegner nach seinem Tabellenplatz eingeschätzt. Und so schafften es die Gäste, die Partie über weite Strecken ausgeglichen zu gestalten.

Bis zum 6:6 (14.) war Kirchhain/Neustadt gleichwertig. In der Folgezeit setzten sich die Wettenberger nach und nach ab und hatten nach 24 Minuten beim 12:9 einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen, der auch zur Halbzeitpause Bestand hatte.

Nach Wiederbeginn holten die Gäste auf, stellten in der 38. Minute den 16:16-Gleichstand her und lagen knapp zwei Minuten später sogar mit 18:17 in Führung. Bis zum 19:19 (42.) verlief die Partie weiter ausgeglichen, ehe sich die Hausherren binnen zwei Minuten durch Treffer von Michel Wingefeld (2) und Tobias Henkel auf 22:19 absetzten. Neun Minuten vor dem Ende lag die HSG mit 26:22 vorn und brachte diesen Vorsprung problemlos ins Ziel. Bei den Gastgebern wirkte nach einer längeren Pause wieder Felix Kreutz mit. »Er war ohne Frage unser bester Mann«, erhielt er bei seinem Comeback ein Sonderlob vom Trainer.

Tore, Wettenberg II: Henkel (9/5), Michel Wingefeld (7), Büsse (3), Marc Stroh, Quurck, Weidner (je 2), Schäfer, Gerisch, Schmitz, Simon Wingefeld, Felix Kreutz (je 1). - Kirchhain/Neustadt: Billek (9/4), Voß (5), Petersen (4), Kojetinsky, Mohr, Oswald (je 2), Kaufmann, Pfeil (je 1).

HSG Kleenheim/Langgöns II - TV Wetzlar 31:27 (17:14): »Wir sind schleppend ins Spiel gekommen«, berichtete Kleenheims Trainer Micha Wiener. So konnte in der Anfangsphase keine der beiden Mannschaften einen nennenswerten Vorsprung herauswerfen. 7:7 lautete der Spielstand nach 14 Minuten. Bis zur 17. Minute beim 9:9 hielten die Gäste gut mit, doch dann setzte sich die HSG durch Treffer von Sebastian Henze, Jannis Keßler und Marc Weller auf 12:9 ab und nahm diesen Vorsprung auch mit in den zweiten Durchgang.

In dieser Phase hat die Kleenheimer Deckung Bälle immer wieder »rausgefischt«, wie TVW-Coach Marco Schmidt berichtete. Die daraus resultierenden Tempogegenstöße habe den Wetzlarern den Rückstand beschert. Nach Mitteilung Wieners habe sich in dieser Phase die Deckung seiner Mannschaft stabilisiert.

Im zweiten Durchgang bauten die Kleenheimer ihre Führung nach und nach aus, auch dank der guten Leistung von Torhüter Aljoscha Vogt, der von seinem Trainer mit einem Sonderlob bedacht wurde. Zehn Minuten nach Wiederbeginn lagen die Hausherren mit 22:15 vorn, weitere zehn Minuten später hieß es sogar 28:19 für die HSG. Damit war die Partie entschieden. Die Schlussphase allerdings gehörte dann den Wetzlarern, die durch Max Breitfelder (2) und Maximilian Menger die letzten drei Treffer der Partie erzielten und damit einmal mehr eine gute Moral bewiesen.

Tore, Kleenheim/Langgöns II: Weller (8), Keßler (7/4), Schäfer (4), Klarner, Henze, Faatz (je 3), Drubig, Brandenburger, Ewald (je 3). - Wetzlar: Max Breitfelder (7/4), Menger (5), Stanzel (4), Johannes Schetzkens (3), Schmidt, Felix Breitfelder, Käppler, Michael Schetzkens (je 2).

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