01. Oktober 2019, 17:38 Uhr

Hungen/Lich und Wieseck stark

01. Oktober 2019, 17:38 Uhr

Einen guten Start legten die SSG Hungen/Lich und die Wiesecker Schachfreunde zum Punktspielauftakt in der Landesklasse West hin. In der Hungener Alten Schule bezwang die SSG die ersatzgeschwächte SJ Herborn ebenso mit 5:3 wie Wieseck den Aufsteiger FC Bierstadt. Gemeinsam mit Rochade Diez (5:3 gegen TuS Dotzheim II) setzten sich die beiden heimischen Vertreter vorerst an die Spitze.

SSG Hungen/Lich - Schachjugend Herborn 5:3: Ohne ihre Spitzenspieler Hahn, Blaschke und Gomez waren die Erfolgsaussichten der zudem nur zu siebt angetretenen Gäste bereits zu Beginn auf ein Minimum reduziert. Im Anschluss an den kampflosen Partiegewinn von Gerd Euler konnte Hungen an den Brettern drei und vier zeitnah auf 3:0 erhöhen, wobei sich die Gästespieler mit plumpen Figureneinstellern jeweils den »Assist Point« gutschreiben durften. Christoph Soppa (Nimzo-Indisch) hatte dem auf dem Feld d3 verirrten Läufer von Fabian Bietz mittels c3-c4 alle Rückzugsfelder abgeschnitten, während Brettnachbar Gerhard Orwatsch sich spiegelbildlich an Keuths Ld6-Läufer verköstigte, dessen einzige Deckungsfigur - der Sc4 - zuvor mit b7-b5 verscheucht worden war. Überoptimistisch wirkte die Partieanlage von Marco Hofmann (Brett acht), der aus der Französischen Tarrasch-Variante (1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sd2 usw.) heraus beide Zentralbauern für aktives Figurenspiel ins Geschäft steckte. Der Königsangriff verlief jedoch im Sande, sodass Widerpart Karl Ermert im Turm-Läufer-Endspiel sein materielles Übergewicht verwertete. Da Manuel Hölß in der schönsten Partie des Tages (Oliver Mülders opferte auf d4 die Qualität und vollendete den Mattangriff mittels Springeropfer) Herborn unfreiwillig wieder herankommen ließ, war es aus Gastgebersicht wichtig, dass Michael Ranft (DWZ 1726) nach heroischer Abwehrschlacht dem favorisierten Kenan Sancar (DWZ 2051) einen halben Zähler abknöpfen konnte. Die längste Begegnung führte Joachim Lehwalder (Hungen/Lich) gegen Timm Huber zum Erfolg. Herborns Nachwuchsspieler hatte in der Wiener Partie einen Springer gegen drei Bauern geopfert, schaffte es im weiteren Verlauf jedoch nicht, seine Bauernarmada am Damenflügel zu mobilisieren. Im Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm fand der Hungener die ideale Figurenaufstellung, sodass Huber entscheidend in Zugzwang geriet.

FC Bierstadt - Sfr. Wieseck 3:5: Wiesecks Andreas Muth sprach von einem ungefährdeten Erfolg der Gäste, auch wenn der Partieverlust an beiden Spitzenbrettern gegen die Bierstädter Jugendspieler Marcel Knödler und Julius Viol schmerzte. Während Markus Schachl als Nachziehender im Nimzo-Inder mit 4. Dc2 von Viol glatt überspielt wurde, überschätzte Muth den eigenen Raumvorteil und ging in der Zeitnotphase mehrerer vorgeschobener Bauern verlustig. An den Mittelbrettern war hingegen die Dominanz der Gäste erdrückend. Heinrich Repp kam in der französischen Steinitz-Variante zu durchschlagendem Königsangriff, sodass sein Kontrahent Luca Schneider bereits nach 90 Minuten wegen Damenverlust das Handtuch werfen musste. Steffen Reichmann gelang es im Holländer, den weißen König im Zentrum festzunageln und mit originellem Turmscheinopfer die Dame zu erbeuten, während Klaus Henzelmann seinen Eröffnungsvorteil in ein Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauer transferierte. Matthias Leinwebers technische Aufgabe beim Verwerten eines Mehrbauern wurde dadurch verkürzt, dass das Handy seines Gegners klingelte, was laut Turnierordnung automatisch zum Partieverlust führt. Beim Spielstand von 4:2 für Wieseck gab Helmut Waldrich ein vorteilhaftes Schwerfigurenendspiel freiwillig remis, um den Mannschaftserfolg unter Dach und Fach zu bringen.

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