18. November 2018, 21:11 Uhr

Tiefschlag

Hüttenberger Heimpleite

Erneuter Tiefschlag für den TV 05/07 Hüttenberg. Gegen den bisherigen Zweitliga-Vorletzten HC Elbflorenz Dresden setzte es eine 18:20-Niederlage.
18. November 2018, 21:11 Uhr
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Von Markus Röhrsheim
Verloren. TomᚠSklenák (v. l.) Moritz Zörb und Moritz Lambrecht müssen die 18:20-Niederlage gegen Elbflorenz Dresden erst einmal verdauen. (Foto: ras)

Während die Gäste aus Dresden ihren ersten Auswärtspunkte ausgelassen feierten, herrschte auf Seiten der Blau-Weiß-Roten und ihrem Anhang Ratlosigkeit sowie Unverständnis über die zuvor gesehene Leistung. »Der erste Auswärtssieg. Das Ende einer langen Leidenszeit. Wir waren zuletzt knapp dran. Meine Jungs haben gebrannt und wollten das heute unbedingt«, gab der hochzufriedene Gäste-Trainer Christian Pöhler zu Protokoll, nachdem er äußerst lange hatte auf Hüttenbergs Coach Emir Kurtagic warten müssen. Was ihm aber aufgrund des Sieges etwas leichter fiel. »Das wird eine schöne Heimfahrt heute.«

Für Kurtagic dagegen ist »unsere Leidensphase noch nicht zu Ende. Wir erleben Woche für Woche unglaubliche Sachen. Gegen Emsdetten bekommen wir 34 Gegentore. Heute werfen wir nur 18. Wir sind weit weg davon, eine stabile Mannschaft zu sein und auch von unseren Ansprüchen«, hatte auch er wenig Erklärungen für das, was zuvor 60 Minuten lang zu sehen gewesen war.

Zumindest die Abwehr war, trotz einer nicht überragenden Torhüterleistung, bei 20 Gegentreffern im Soll. Dass man aber mit 18 erzielten Treffern im Aktivenbereich, egal in welcher Liga, ein Spiel gewinnt, ist so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Torhüter Nikolai Weber, den natürlich am wenigsten die Schuld an dieser unterirdischen Angriffsleistung traf, versuchte dennoch eine Erklärung. »Wir starten gut ins Spiel. Doch anstatt 4:1 oder sogar 5:1 zu führen, steht es auf einmal 2:2, weil wir uns schlechte Würfe nehmen. Und dann gehen schon die Köpfe runter. Das stimmt mich ein bisschen miesepetrig, wenn das vor so einem tollen Publikum passiert.« Ein Eindruck darüber hinaus ist aber auch, dass es dem Hüttenberger Angriffsspiel an einem Plan B und den Spielern auch an Selbstvertrauen fehlt. Wozu Mitte der ersten Halbzeit auch Kurtagic beitrug, der gefühlt jeden Angriff die Rückraumformation wechselte.

So verwunderte es nur wenig, dass nach dem besagten 2:0 durch Tore vom siebenfachen Torschützen Björn Zintel und Moritz Lambrecht und einer 5:3-Führung nach bereits einer Vier-telstunde durch Markus Stegefelt das Spiel kippte. Ein 4:0-Lauf brachte Dresden in Front und die Gäste hatten auch beim Seitenwechsel mit 9:8 die Nase vorne. Auch, da sie ihre Angriffe äußerst langatmig vortrugen, was von den Schiedsrichtern viel zu spät unterbunden wurde.

Hatten die 1200 Zuschauer gehofft, dass sich mit Wiederbeginn Besserung einstellen würde, so wurden sie enttäuscht. Elbflorenz erhöhte in der 38. Minute durch den überragenden Roman Becvar gar auf 14:10. Doch auch die zweite Hüttenberger Auszeit verpuffte. Stattdessen gerieten die Hausherren beim 12:17 nach einer Dreiviertelstunde durch einen Siebenmeter von Nils Kretschmer weiter ins Hintertreffen.

Auch, da sich nun auch noch Pech im Abschluss dazu gesellte. So beim Lattentreffer von Kreisläufer Moritz Zörb und den Pfostentreffern von Björn Zintel und des ansonsten blassen Ragnar Jóhannsson, der vom an der Wade verletzten Dieudonné Mubenzem am Samstag nicht entlastet werden konnte. Zumal diese Fehlwürfe zur Unzeit, wie beim 16:18 nach Zintels Tor und dem 17:19, als Christian Rompf seinen einzigen Treffer erzielt hatte, den Anschluss verwehrten. Und da auch Tobias Hahn in der Schlussminute noch einen Siebenmeter ausließ – wie schon Stegefelt zu Beginn – brachte der HC Elbflorenz Dresden den Sieg in trockene Tücher. Und schickte damit den TV Hüttenberg wieder in den Abstiegskampf in der 2. Liga.

Hüttenberg: Schomburg, N. Weber; Belter, Sklenák (1), Lambrecht (2), Krauhausen, Rompf (1), Zörb, Fernandes, Jóhannsson (1), Stegefelt (2), Hahn (4/3), Zintel (7), Klein.

Dresden: Halfmann, Huhnstock; Pulay (2), Jurgeleit (1), Emanuel, Dierberg (3), Gu-gisch, Buschmann, Flödl, Kretschmer (4/3), Hoffmann (1), Gress (1), Becvar (7), Quade, Pechstein (1).

Stenogramm / SR.: Dauben/Rohmer (Köln). – Siebenmeter: 5/3:4/3. – Zeitstrafen: 4:10 Minuten. – Zuschauer: 1200.



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