24. Mai 2017, 13:00 Uhr

Kolumne

Henni Nachtsheims Taktik für den Frankfurter Pokalsieg

Eintracht Frankfurt hat im DFB-Pokalfinale mit Borussia Dortmund einen starken Gegner. "Wer Jesus (Vallejo) und Gott hat, muss sich nicht fürchten", meint Henni Nachtsheim. Die etwas andere Vorschau.
24. Mai 2017, 13:00 Uhr
Henni Nachtsheim - hessische Comedy-Legende, Eintracht-Fan und Kolumnist dieser Zeitung. (MDV-Grafik: J. Engel)

Hallo Herr Nachtsheim, da haben wir aber noch einmal Glück gehabt. Ich wollte schon folgendermaßen beginnen: So langsam fehlen mir die Worte ...

Henni: Das wäre in unserer langjährigen Zusammenarbeit das erste Mal gewesen. Ich glaube, ich hätte geweint.

... oh, bitte nicht. Denn nur bis zur 83. Minute fehlten mir die Worte. Dann haben Jesus Vallejo und Danny Blum (90.) wenigstens das 2:2 gegen RB Leipzig gerettet. Aber ergebnistechnisch interessiert das Spiel überhaupt nicht mehr, oder?

Henni:  Das Ergebnis ist nicht so wichtig, wohl aber, was dahintersteht. Die Aufholjagd und zwei Tore gegen einen Champions-League-Teilnehmer sind vor dem Pokalfinale nicht zu unterschätzende Muntermacher!

Genau, die Frankfurter haben Moral bewiesen. Aber wenn Eintracht-Vorstand Axel Hellmann meint, »das war noch mal eine Initialzündung, um die Stimmung nach oben zu treiben«, dann sollte man die Kirche auch im Dorf lassen.

Henni:  Die Stimmung muss man nicht mehr antriggern, die ist bei uns Eintracht-Fans schon seit Wochen am Anschlag. Man gießt ja auch kein Benzin in ein loderndes Feuer!

Apropos Kirche: Mit Jesus (Vallejo) und (Fußball-)Gott Alexander Meier, da kann doch im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund nichts mehr schiefgehen, oder?

Henni:  Sagen wir es so: Wer Jesus und Gott in seinen Reihen hat, muss sich zumindest nicht fürchten!

Allerdings muss ich zugeben, dass mir der Begriff »Fußball-Gott« überhaupt nicht gefällt. Auch wenn Alexander Meier sehr viel für die Eintracht geleistet hat, aber »Gott« hat im Sport nichts zu suchen. »Fußball-Gott«, »Handball-Gott«, »Basketball-Gott«, »Flanken-Gott«, »Torwart-Gott«, das sind mir der Götter einfach zu viele.

Henni: Dabei sollten Sie dankbar sein, dass es für alles Götter gibt. Wenn Sie zum Beispiel ihre Fernbedienung für den Fernseher suchen und sie plötzlich unterm Sofakissen finden, dann liegt das auch daran, dass der »Fernbedienungs-Gott« ein Einsehen hatte. Und raten Sie mal, wer dafür verantwortlich ist, dass Sie zu Hause heiß duschen können! Genau, der »Warmwasser-Gott«! Gut, zugegeben, ein paar wie der »Gott des Durchfalls« oder der »Fettnäpfchen-Gott« sind tatsächlich überflüssig, aber ansonsten sollten Sie das eher demütig sehen!

Zurück zum Spiel. Wer oder was kann Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang aufhalten?

Henni: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man könnte es mit einem Betäubungsgewehr versuchen, einem Elektroschocker oder Kidnapping.

Der Gabuner hat stattliche 31 Tore erzielt. Zur Erinnerung: der Eintracht gelangen in der kompletten Bundesliga-Saison insgesamt nur 36 Treffer. Da wird einem ja angst und bange vor Samstag.

Henni:  Dafür haben wir mit Hrgota den lustigsten Stürmer der Liga. Seine Art, Chancen zu vergeben, ist dermaßen unterhaltsam, dass uns viele darum beneiden. Man will ja als Stadionbesucher schließlich nicht immer nur jubeln, sondern auch mal herzhaft lachen!

Wie könnte am Samstag eine Erfolg versprechende Taktik aussehen? Schnell zwei Tore schießen und dann Beton anrühren?

Henni:  Genau so! Dürfte ein ähnliches Kinderspiel sein, wie einem ausgewachsenen Grizzlybär mit der Faust einen Knockout zu verpassen, um sich dann auf ihn zu setzen, damit er nicht mehr aufsteht.

Würden Sie sich zu einem Tipp hinreißen lassen?

Henni:  6:5 nach Elfmeterschießen!

Für wen?

Henni: Für einen der beiden! Mehr weiß ich auch nicht!

Wie können wir uns den weiteren Abend bei Ihnen nach einem Frankfurter Pokalerfolg vorstellen?

Henni:  Ziemlich einsam, denn meine Freundin ist BVB-Fan!

Und sollte die Eintracht doch verlieren, müssen wir uns dann Sorgen um Sie machen?

Henni:  Nein. Zumal ich aufgrund meiner esoterischen Veranlagung genau für solch ein Szenario vorgesorgt habe. Sollte die Eintracht verlieren, werde ich einem sehr guten Freund, der in Dortmund lebt und schon immer Borussen-Anhänger ist, ein Päckchen mit altem Handkäse zukommen lassen, den ich schon seit Wochen im Heizungskeller aufbewahre. Man nennt das in der Esoterik auch »negative Gedanken auf die Reise schicken«!

Sie können mich auch anrufen, ich kenne eine einfühlsame psychologische Notfallambulanz.

Henni:  Das ist nett, aber das wird nicht nötig sein. Aber vielleicht schicke ich Ihnen auch so ein Päckchen…

Info

Zur Person: Henni Nachtsheim

Hendrik "Henni" Nachtsheim begleitet als Kolumnist für uns im zweiwöchigen Rhythmus die Frankfurter Eintracht. Eintracht-Mitglied seit dem Abstieg der Frankfurter 2011, stellt sich die eine Hälfte des kongenialen hessischen Comedy-Duos "Badesalz" den Fragen unseres Sportredakteurs Ronny Th. Herteux. Darüber hinaus  schreibt er neben seinen Bühnenauftritten auch Bücher und Lieder. Seine Texte sind ab sofort auch auf der Homepage der Gießener Allgemeinen, der Alsfelder Allgemeinen und der Wetterauer Zeitung zu finden.

 

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