02. Oktober 2020, 10:00 Uhr

Handball

Heim-Premiere soll steigen

Lange stand nicht fest, ob die Zweitliga-Premiere des TV 05/07 Hüttenberg am Freitagabend (19:30 Uhr, Sportzentrum Hüttenberg) überhaupt stattfinden wird.
02. Oktober 2020, 10:00 Uhr
JSA

TV 05/07 Hüttenberg


Wenn es nur um die zu behandelnden Themen der Corona-Pandemie ginge, wären die Verantwortlichen beim Wilhelmshavener HV entspannter. Doch geht es dieser Tage beim Aufsteiger um nicht weniger als das nackte Überleben. Wegen des Verdachts auf Anlagebetrug in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro sitzt Geschäftsführer Maik Menninga, zugleich Inhaber einer Consulting-Firma und Hauptsponsor des Vereins, seit Mitte September in Oldenburger Untersuchungshaft. Ein Großteil des WHV-Etats soll von Menninga stammen. Geld, welches dem Verein nun fehlt, da die Staatsanwaltschaft bis zur Klärung dessen Konten eingefroren hat.

Bis Donnerstagabend tagten die Verantwortlichen und gaben dann Entwarnung: Der Wilhelmshavener HV bestreitet die Auftaktpartie am Freitag beim TV 05/07 Hüttenberg. Auch eine Anfrage zur Spielverlegung seitens der Wilhelmshavener an den TV 05/07 Hüttenberg soll es gegeben haben.

Durch den Wechsel in die neue GmbH bekommen die Spieler neue Verträge zu deutlich geringeren Bezügen. Ein Großteil der Mannschaft hat dem bereits zugestimmt. Jedoch scheinen sich mindestens zwei Akteure bereits vom Verein verabschiedet zu haben. Der gerade erst aus Balingen verpflichtete Spielmacher Juan de la Pena soll sich mit dem Zweitliga-Rivalen SG BBM Bietigheim einig sein, während der Halbrechte Tim Rozman ein Dutzend an Angeboten vorliegen hat und wohl auch nicht mehr für die Jadestädter das Trikot überstreifen wird. »Wir arbeiten derzeit 24 Stunden rund um die Uhr, wissen aber noch nichts zu den nächsten Tagen«, merkte WHV-Trainer Christian Köhrmann an.

Klar scheint jedoch: Die aktuelle WHV-Sportmarketing-GmbH wird in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden. Dem ursprünglich damit verbundenen Abstieg entgeht der Verein aufgrund der Corona-Richtlinien der HBL, würde aber - sofern der Spielbetrieb fortgesetzt wird - mit vier Minuspunkten starten. Neu gegründet werden soll stattdessen die WHV-Handball-Sport-GmbH mit Frank Leonhardt als neuem Geschäftsführer.

Sein Hüttenberger Kollege Frederick Griesbach möchte sich indes nicht mit den Unruhen beim Gegner beschäftigen. »Auf den Gegner kann und will ich nicht eingehen. Wir tun gut daran, uns auf uns selbst und unser eigenes Spiel zu konzentrieren. Die Umstände dürfen mit dem Anpfiff auch keine Rolle mehr spielen. Dann gelten nur 60 Minuten auf dem Spielfeld und die nächste Aktion.«

Personell hat er dabei mit Dieudonne Mubenzem, Moritz Zörb und Torwart Nikolai Weber drei angeschlagene Spieler im Kader, ist jedoch bei allen durchaus optimistisch, sie bis zum Anpfiff einsatzbereit zu haben.

Nach den ursprünglichen Plänen eines »Heimspieles« in der Wetzlarer Rittal-Arena mussten die Verantwortlichen um Geschäftsführer Fabian Friedrich am Mittwochabend noch einmal umplanen, da das Gesundheitsamt offene Fragen beim Hygienekonzept sah. Somit wird die Partie, sofern sie denn tatsächlich stattfindet, unter Zuschauerausschluss im Hüttenberger Sportzentrum angepfiffen werden.

Bis zum nächsten terminierten Heimspiel am 17. Oktober gegen die SG BBM Bietigheim hofft man auf Hüttenberger Seite auf Klärung der offenen Fragen und ein Spiel vor Zuschauern in Wetzlar.

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