25. Oktober 2018, 07:00 Uhr

Handball-Nationalmannschaft

Handball-Nationalmannschaft in Wetzlar: Am besten einen halben Tag Urlaub nehmen

Lange Staus, Zuschauer-Schlangen, aber eine tolle Atmosphäre in der Wetzlarer Rittal-Arena, in der die deutschen Handballer gegen Israel mit 37:21 gewinnen.
25. Oktober 2018, 07:00 Uhr
Warten auf den Eintritt: Zuschauer-Schlange vor der Rittal-Arena. (Foto: Waldschmidt)

Das Wetzlarer Publikum ist ein Dankbares. Ungeachtet der nervigen, staugeplagten Anfahrt, des Schlangestehens vor der Arena und der unvermeidbaren Security-Kontrollen waren die mittelhessischen Handball-Anhänger gleich zur stimmungsvollen Anfeuerung bereit. Beim spektakulären Links-rechts-Ableger von Niclas Pieczkowski zum 8:2 (15.) war der Tagesstress schnell vergessen. Als Tobias Reichmann per Siebenmeter zum Pausen-19:9 verwandelte keine Spur mehr vom verständlichen Frust und der aufgestauten Wut. Allerdings hätte es dem DHB in Anbetracht des absehbaren Verkehrschaos und des Israel-Hochsicherheitscharakters gut zu Gesicht gestanden, im Sinne der Fans die Partie etwas später beginnen und damit alle Anhänger von Beginn an in die großartige Länderspiel-Atmosphäre eintauchen zu lassen. Erkenntnis: Wer derzeit abends eine Großveranstaltung in der Wetzlarer Arena besuchen möchte, sollte sich vielleicht einen halben Tag Urlaub nehmen.

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Die EM-Qualifikation stand zwar im sportlichen Mittelpunkt, an allen Ecken und Enden aber war die Vorfreude auf die WM im eigenen Land in nur zehn Wochen zu spüren. Die Kfz-Kennzeichen von Kassel bis Frankfurt und Köln verrieten, dass die Anhänger nicht nur aus der Region angereist waren; einige der Nationalteam-Getreuen trugen noch schwarz-rot-goldene WM-Trikots von 2007 mit den Aufschriften ihrer einstigen Lieblinge (Hens, Kraus). Und was die Sponsoren betraf, so mussten die Fans um deren Werbestände eher Slalom- statt Riesenslalom fahren. Das Interesse an den Bad Boys wächst wieder. Und wenn der neongelb-reflektierende Spielball auch bei der WM von der EHF und deren Ballsponsor zum Einsatz kommen sollte, hat man für die Wahrnehmung des Spielgerätes durch die Zuschauer einen Quantensprung erreicht – an dem sich das Eishockey ein Beispiel nehmen könnte.

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Jannik Kohlbacher, einer von drei ehemaligen Spielern der HSG Wetzlar im Nationalteam, zum Spiel: »Das Wetzlarer Publikum nimmt seine Mannschaften immer mit«, lobte der Kreisläufer die (WM)-Atmosphäre. Sein Fazit zum 37:21 war hingegen eher nüchtern: »Wir haben die beiden Punkte mitgenommen, die wir mitnehmen mussten. Im Kosovo am Sonntag müssen wir aber noch etwas mehr in die Aggressivität kommen.« Für Abwehrstratege Finn Lemke war es wichtig gewesen, »auch gegen solch einen Gegner die Konzentration bis zum Schluss hochgehalten« zu haben. Julius Kühn ordnete das Resultat im Hinblick auf die nächsten Wochen aber deutlich ein: »Wir wissen ja, dass das kein Maßstab war.«

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