12. September 2019, 21:00 Uhr

Basketball-Bundesliga

Hamburg Towers sind gekommen, um zu bleiben

Ein Traumaufsteiger: Die Hamburg Towers bringen eine Millionenstadt in die Basketball-Bundesliga, sind sozial verwurzelt und spielen in einer neuen Halle mit Aussicht auf eine noch neuere Halle.
12. September 2019, 21:00 Uhr
Trainer Mike Taylor hat die Hamburg Towers in die Bundesliga geführt. (Foto: dpa)

Gießen 46ers


In der Ligazentrale in Köln dürfte man nicht allzu unglücklich gewesen sein, dass die Elbmetropole zum ersten Mal seit 2001 wieder auf dem Spielplan der Basketball-Beletage auftaucht. Mit der Inselparkhalle im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg haben die Towers eine gerade einmal fünf Jahre alte Spielstätte, in der 3400 Zuschauer Platz finden, bald schon will einer der Towers-Gesellschafter eine weitere Halle für 8000 in der noblen Hafencity errichten.

Die Lage: 2014 kamen die Hamburg Towers zu ihrem allerersten Pflichtspiel der Vereinsgeschichte nach Gießen und entführten prompt die Punkte aus der Osthalle. Florian, Marvin und Sascha sind damals als erste Auswärtsfans mitgereist - und schon damals kündigte Florian in dieser Zeitung an: »Ich war vorher noch nie in Gießen, aber ich war bestimmt nicht zum letzten Mal hier!« Nun gibt es wieder einen Grund: Fünf Jahre nach der Vereinsgründung haben sich die Türme in die BBL gespielt. Towers-Chef Marvin Willoughby will lieber kurz- als mittelfristig in die Playoffs, und wenn man sich die Erfolgsmeldungen der letzten Jahre ansieht, kann man davon ausgehen, dass die 46ers-Fans für die nächsten Saisons wohl regelmäßig Auswärtsfahren nach Hamburg planen können.

Das Team: Hamburg hielt einen Teil seiner Aufstiegsmannschaft und vertraut ihm für die BBL: Der Ex-Gießener Jannik Freese blieb ebenso wie Forward Beau Beech sowie die Flügel Tevonn Walker und Malik Müller. Mit Rene Kindzeka, Justus Hollatz und Osaro Jürgen Rich haben die Hamburger zudem drei Talente aus der eigenen Jugend im Backcourt. BBL-Erfahrung holten sich die Towers mit Forward Marvin Ogunsipe, der aus München ausgeliehen wurde, sowie dem Ex-Würzburger Marshawn Powell (Udine/Italien). Toptalent Kevin Yebo kam von Zweitligist Ehingen, Center Prince Ibeh von Northpong Batang Pier von den Philippinen. Die Fäden ziehen sollen der holländische Nationalspieler Yannick Franke (Pasvalys/Litauen) und Khalil Dukes (Surgut/Russland). Auf eine Rückkehr müssen die 46ers-Fans aber verzichten: Der Vertrag des Ex-Gießeners Achmadschah Zazai bei den Towers wurde, Stand heute, nicht verlängert.

Der Coach: Mike Taylor hatte einen arbeitsreichen Sommer: Schließlich ist der Mann nicht nur Aufstiegstrainer der Towers, sondern auch noch Nationaltrainer in Polen - und schaffte es mit seiner Auswahl bei der WM in China bis ins Spiel um Platz sieben gegen die USA am Samstag. Heißt aber auch: Der ehemalige Ulmer Cheftrainer hat nicht einmal zwei Wochen mit seiner Hamburger Mannschaft, um sich auf die Saison vorzubereiten: das übernahm Assistent Benka Barloschky gemeinsam mit dem ehemaligen Gießener Austen Rowland, der seine Trainerkarriere an der Elbe startet.

Stärken und Schwächen: Unter dem Korb sind die Hamburger nicht allzu tief besetzt: Ibeh kämpfte in der Vorbereitung immer wieder mit Verletzungen; Freese, Powell und Ogunsipe zeigten sich in der BBL bislang eher als Ergänzungsspieler und Beech und Yebo müssen sich das erste Mal in der ersten Liga beweisen. Für die Hamburger spricht neben dem Rückenwind durch den Aufstieg der erfahrene Trainer: Mike Taylor schaffte es bereits, die Ulmer in der ersten Liga zu etablieren - auch für die Hamburger wird er das eine oder andere Ass im Ärmel haben.

Der »Player to watch«: Kevin Yebo ist ein ungewöhnlicher Spieler. Der 23-Jährige ist ohne Zweifel voll bis Oberkante Unterlippe mit Talent, markierte letztes Jahr in der ProA im Schnitt 15,2 Punkte und 9,5 Rebounds. Doch weder stehen Einsätze für die U-Nationalmannschaften des DBB noch Einsätze in der U19-Bundesliga für ihn in der Statistik, und zumindest Letztere hat eigentlich jeder Nachwuchsspieler in Deutschland mit auch nur entferntestem BBL-Potenzial durchlaufen. Yebo ist die Ausnahme von der Regel. Über die SG Sechtem und den VfR Limburg erspielte sich der Rheinländer einen Platz im Zweitligateam von Ehingen, um nach einer Saison direkt weiterzuziehen in die BBL. Defensiven in der Liga sollten den 2,02 Meter großen Forward auf dem Schirm haben - denn aus dem Nichts plötzlich auf der großen Bühne zu stehen, kennt Yebo.

Die Prognose: Hamburg ist ein Standort, der gekommen ist, um zu bleiben. Die Towers schaffen den Klassenerhalt und spielen ordentlich mit - eine Fabelsaison wie Vechta vergangenes Jahr schaffen sie aber nicht.

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