28. Dezember 2019, 12:00 Uhr

Basketball

Halbjahreszeugnisse für Rackelos, Lich und Gießen Pointers

Die 46ers sind bei den Männern das Aushängeschild der Basketball-Region Mittelhessen. Doch auch andere Vereine sorgen für Furore. Die drei Ligahöchsten unter den 46ers ziehen ein gemischtes, aber überwiegend positives Fazit. Zuschauermagnet Nummer eins ist ein Fünftligist.
28. Dezember 2019, 12:00 Uhr
Falko Theilig - der Denker und Lenker des Spiels der Gießen Pointers. FOTO: FRIEDRICH

Wenn Lich Basketball in der heimischen Dietrich-Bonhoeffer-Halle zum Tanz bittet, ist die Hütte voll. Über 500 Zuschauer wollen sich die Spiele in der zweiten Regionalliga nicht entgehen lassen. Erfolg macht sexy, hinzu kommt die Wiederbelegung des familiären Licher Basketballgeistes, der dem Verein in den letzten Zweitligajahren etwas abhandengekommen war.

Mit neun Siegen aus zwölf Spielen liegen die Wetterstädter auf dem zweiten Platz. Das Duell gegen Spitzenreiter Bensheim war aber verloren gegangen. »Eigentlich war der Plan, alle Heimspiele mit einem Sieg zu beenden. Aber ohne zwei Leistungsträger ist das sehr schwer«, erklärt Cheftrainer Viktor Klassen. Nils Pompalla und Kapitän René Keller waren über Wochen ausgefallen und hinterließen eine klaffende Lücke auf den Guard-Position. Dort füllte zwar Publikumsliebling und Topscorer Jermale Jones eindrucksvoll die Lücke. Das reichte aber nicht, um die Siegesserie zu Saisonbeginn fortzusetzen. »Da fehlen einfach zehn Punkten im Schnitt«, so Klassen. Erst im Verlauf der bis Mitte Januar dauernden Winterpause wird sich klären, ob Pompalla in dieser Spielzeit noch mal ins Geschehen eingreifen kann. Immerhin Keller stand zuletzt wieder zur Verfügung. Auf den Aufstiegsaspiranten wartet damit eine spannende Rückrunde.

Der Rückzug aus der ProB war im Sommer 2017 erfolgt. Die Lizenz wanderte zwölf Kilometer nordwestlich: zu den Gießen 46ers, die ein Farmteam etablieren wollten. Das ist dem Verein eindrucksvoll gelungen. Die Rackelos - Fans hatten im Rahmen eines Wettbewerbs über den Namen abstimmen dürfen; das Wort stammt aus dem Manischen und bedeutet Junge, Kind beziehungsweise Nachwuchs - haben sich in der ProB-Süd etabliert. Die Coaches Rolf Scholz und Lutz Mandler sind sich der Funktion als Talentschmiede bewusst. Alen Pjanic und Bjarne Kraushaar, die beide zuvor unter Scholz und Mandler in Lich gespielt hatten, stehen zwar noch im Kader. Längst sind die beiden aber Teil der Gießener Bundesliga-Formation. Trotzdem sind sie noch bei allen Spielen »ihrer« Rackelos dabei. Das Motto des Teams - »Einmal Rackelo, immer Rackelo« - hatte Mandler bereits in der Premierensaison vor zwei Jahren geprägt. Die Gießener Eigengewächse leben dieses Gefühl vor und feuern nun die neue erste Garde der 46ers II an. »Der Ausbildungsgedanke steht im Fokus«, erklärt Scholz. Nach holprigem Saisonstart gewannen die Rackelos mächtig an Fahrt. Vor allem die, »die schon da waren, mussten sich an ihre größeren Rollen gewöhnen«, sagt der Trainer. Gemeint sind Spieler wie Leon Okpara und die beiden Tims Uhlemann und Köpple. »Sie haben das toll gelöst. Damit sind auch die Ergebnisse besser geworden«, so Scholz weiter. Nach sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen stehen die Rackelos jetzt auf Rang drei.

Etwas enttäuschend ist die Zuschauerresonanz. Zu den Playoff-Spielen der Rackelos im Frühjahr waren an die tausend Zuschauer in die Osthalle gekommen. »Da hatten wir insgeheim schon die Hoffnung, dass wir das über die Sommerpause retten«, sagt Scholz. Zu Saisonbeginn wollten nur um die zweihundert Fans die Entwicklung des Teams verfolgen. Doch es gibt einen Aufwärtstrend: Zum letzten Hinrundenspiel kamen bereits 500. »Mit mehr Fans macht es auf jeden Fall mehr Spaß. Und die Jungs haben sich die Unterstützung auch verdient«, hofft Scholz auf eine weitere positive Entwicklung. Den Support können die 46ers II gleich im neuen Jahr gebrauchen, wenn mit Coburg (5. Januar) und Baunach (12. Januar) zwei direkte Konkurrenten an die Lahn reisen.

Einer spannenden Rückrunde sehen auch die Gießen Pointers entgegen. Der Regionalligist muss nach einer nicht eingeplanten Niederlage gegen Tübingen auf dem neunten Platz überwintern. »Zwei, drei Siege mehr hätten es gerne sein dürfen«, erklärt Trainer Daniel Dörr, der unterm Strich aber zufrieden ist. Die turbulente Sommerpause - der Club musste auf der Guard- und Center-Position unmittelbar vor dem ersten Spieltag nachbessern - hatte Anteil am Auf und Ab der Pointers. Mit Falko Theilig und Tyrell Sturdivant wurde hochkarätiger Ersatz gefunden. »Tyrell ist super zu coachen. Er hätte sicher keine Probleme, in der ProB Fuß zu fassen«, lobt Dörr die fokussierte Arbeitsweise des US-Amerikaners. Der Hüne führt die Liga bei den Rebounds mit großem Abstand an. Auch Theilig bringe das, was von ihm verlangt wird. »Er ist nicht der beste Scorer, auch wenn er mehr punkten könnte, wenn er wollte«, unterstreicht Dörr die Pass-First-Mentalität des ehemaligen Zweitligaspielers.

Eine beeindruckende Entwicklung zeigt Shooter Lucas Mayer. »Man kann ihm förmlich jede Woche zusehen, wie er besser wird«, gerät sein Coach ins Schwärmen. Mayers scharfe Züge zum Korb machten ihn zum verlässlichen Punktelieferanten. Nur seine Anfälligkeit für Ballverluste müsse noch besser werden, erklärt Dörr weiter.

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