14. Dezember 2018, 07:00 Uhr

Handball

HSG Wetzlar vs. Erlangen: Wer bleibt in der Erfolgsspur?

In einem Duell zweier punktgleicher Mannschaften sollte für gewöhnlich das Heimteam einen Vorteil besitzen. Das will die HSG Wetzlar bei ihrem Gastspiel in Erlangen so nicht gelten lassen
14. Dezember 2018, 07:00 Uhr
Wunsch der HSG-Fans: Zum Hinrunden-Abschluss in Erlangen hoffen die Wetzlarer Anhänger nach dem Abpfiff auf feiernde Spieler des heimischen Bundesligisten. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Am Samstagabend um 20.30 Uhr hat die HSG Wetzlar die Möglichkeit, ihren guten Lauf in der Handball-Bundesliga fortzuführen. Beim HC Erlangen will die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider die nächsten beiden Punkte ins Visier nehmen, um in der Tabelle weiter an den Mittelfeldplätzen dranzubleiben. Es ist das 17. Spiel der Mittelhessen, die damit auch die Hinrunde einer bisher turbulenten Saison abschließen werden.

Diese »verflixten« zehn Minuten: Wie ein roter Faden ziehen sich die letzten zähen zehn Minuten eines Spiels durch die HSG-Saison. Immer wieder agiert die Mannschaft in der Crunch-Time zu nervös und hektisch und hat dadurch bereits den einen oder anderen Punkt liegen gelassen. Am Sonntag gegen Hannover hat es nun endlich mal geklappt, so eine Partie für sich zu entscheiden. Gesprochen hat Trainer Kai Wandschneider mit seinen Spielern darüber nicht. »Nö, warum sollen wir das ansprechen? Die Gründe liegen klar auf der Hand. Das ist eine junge Mannschaft. Erfahrung kann man nicht kaufen, Erfahrung muss man sammeln. Das braucht Zeit.« Erschwerend hinzu kommt die sich permanent wegen Verletzungen verändernde Mannschaft. »Das bewirkt immer wieder neue Abstimmungsprobleme. Man muss das so sehen, dass diese knappen Niederlagen auch immer gezeigt haben, wie kampfstark unsere Mannschaft ist«, stellt Wandschneider klar. »Dass sie überhaupt da hinkommt gegen Mannschaften, die eigentlich höher einzuschätzen sind als wir, dass sie immer wieder auf Augenhöhe agiert – das ist positiv zu nehmen. Wir haben sensationell Handball gespielt und irgendwann ist es eine Kraftfrage. Es ist sehr stark, was die Mannschaft macht – und so kann es weitergehen. Wir belohnen uns ja dafür, sonst hätten wir Hannover nicht schlagen können.«

Franken-Party: In Erlangen ist man momentan in Feierlaune. Christoph Steinert wurde für den 28-Kader der Nationalmannschaft nominiert, Johannes Sellin hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert und die letzten drei Spiele gegen Leipzig, in Bietigheim und gegen Stuttgart wurden gewonnen. Überdies treffen die Wetzlarer auf Dominik Mappes, der im Sommer den TV Hüttenberg Richtung Erlangen verlassen hatte. Zu Saisonbeginn wartete ein unangenehmes Programm auf den HC, dabei wurden einige Spiele unglücklich verloren. Das lag wohl auch daran, dass einige Leistungsträger verletzt waren und erst nach und nach wieder in den Kader gerückt sind. »Man merkt, dass die Qualität deutlich steigt, wenn die Leute wieder da sind«, freut sich Coach Adalsteinn Eyjólfsson. Die Muss-Spiele gegen Gummersbach und Ludwigshafen wurden gewonnen, die Siege zu Hause gegen Lemgo und Leipzig waren sehr willkommene Zusatzpunkte. »Das war wichtig, um uns zu Hause ein bisschen freizuschwimmen. Jetzt kommen noch Wetzlar und die Eulen, beides Heimspiele, in denen wir uns etwas ausrechnen.« Bis zur Winterpause besteht also durchaus noch die Möglichkeit, sich mit einem guten Gefühl zu verabschieden. »Das ist auch das Ziel«, schmunzelt der Coach, der über eine schlagkräftige Truppe verfügt.

Das sagen die Trainer zum Gegner: »Erlangen hat hohe Ziele. Sie hatten zu Beginn viele verletzte Spieler, die alle wieder an Bord sind. Die werden uns schlagen wollen. Wir wollen die aber auch schlagen und unseren guten Trend fortsetzen«, gibt Wandschneider die Marschroute vor.

»Wenn jemand Wetzlar kennt, dann ich«, schmunzelte Eyjólfsson, der knapp zwei Jahre lang beim benachbarten TV 05/07 Hüttenberg als Trainer fungierte. »Es waren nur wenige Trainer näher zu Wetzlar als ich. Ich weiß, welche Spielphilosophie und welche Charaktere auf uns zukommen. Darauf werde ich meine Mannschaft vorbereiten. Wetzlar hat sich nach den Personaländerungen im Sommer wieder stabilisiert, ich bin gespannt.«

Im Angriff bereitet allem das Zusammenspiel von Mittelmann Filip Mirkulovski mit seinen Halbpositionen Kopfzerbrechen, darauf muss man sich einstellen. Und auch die Rückkehr von Kristian Björnsen schätzt der Erlanger Coach hoch ein. »Wenn die ins Abwehrspiel kommen und der Torhüter einen guten Tag hat, sind sie im Konterspiel sehr gefährlich.«

Wer fehlt?: Aufseiten der HSG auf jeden Fall die Langzeitverletzten Tibor Ivanisevic und Lars Weissgerber. Und auch auf Alexander Hermann und Stefan Kneer wird Wandschneider verzichten müssen. Beim HCE fällt lediglich der am rechten Fuß verletzte Nicolai Theilinger aus.

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