04. Oktober 2020, 22:06 Uhr

Handball

HSG Wetzlar verpasst Überraschung knapp

Die HSG Wetzlar hat sich für eine starke Leistung nicht belohnen können. Die Saison-Premiere in der Handball-Bundesliga gegen Titelanwärter SG Flensburg/Handewitt geht mit 27:29 verloren.
04. Oktober 2020, 22:06 Uhr
Die elf Treffer von Stefan Cavor (3.v.l) und zwei Vier-Tore-Führungen reichen nicht. Die HSG Wetzlar unterliegt der SG Flensburg/Handewitt mit 27:29. Die Flensburger Hampus Wanne (l.), Simon Hald (5) und Jim Gottfridsson (77) vereint gegen den HSG-Linkshänder. FOTO: VOGLER

HSG Wetzlar


In der fast leeren und doch ausverkauften Rittal-Arena hat sich die HSG Wetzlar beim Bundesliga-Auftakt der SG Flensburg/Handewitt trotz einer sehenswerten Vorstellung mit 27:29 (17:14) geschlagen geben müssen.

Großes Lob gab es von beiden Trainern in Richtung Zuschauer. »Wir hatten eine tolle Stimmung in der Halle«, sagte HSG-Trainer Kai Wandschneider. »Mir hat das heute Spaß gemacht, nach so einer langen Zeit.« »Es war richtig schön, eine tolle Atmosphäre«, ergänzte Gegenüber Maik Machulla. »Ich hoffe natürlich, dass möglichst schnell wieder viele Zuschauer in die Hallen kommen. Doch so wie heute macht es Spaß, lieber wenige Zuschauer als gar keine.«

Die 800 Wetzlarer Zuschauer haben ihr Kommen nicht bereut, denn sie sahen vor allem in der ersten Halbzeit ein packendes Spiel ihrer HSG. Den ersten Treffer der neuen Saison erzielte Stefan Cavor, der allein in der ersten Halbzeit sieben Mal den Ball ins gegnerische Netz wuchtete. Strippenzieher über weite Strecken der Partie war der spielende Co-Trainer Filip Mirkulovski als Dreh- und Angelpunkt im Wetzlarer Angriffsspiel. Zweiter Hauptakteur aufseiten der Gastgeber war Maximilian Holst, der im Verlauf des Spiels alle fünf Siebenmeter sicher verwandelte. Lenny Rubin entlastete Mirkulovski in der Abwehr und auch Till Klimpke hatte im Tor seinen Anteil an der 17:14-Führung der Grün-Weißen zur Pause.

Die Flensburger leisteten sich in der ersten Hälfte ungewöhnlich viele technische Fehler und Fehlwürfe. Goran Sogard auf Seiten der Norddeutschen fand kaum ins Spiel und wurde von Machulla nach einer Viertelstunde auf die Bank beordert. Für ihn kam Neuzugang Lasse Möller und mischte in der Folge die Wetzlarer Abwehr des Öfteren auf. Am Ende standen neun Tore auf der Habenseite des Dänen, der mit einigen Alleingängen und wuchtigen Würfen überzeugte und weitaus effektiver agierte als Sogard.

Dennoch schaffte es die HSG bis zur 38. Minute, den Vorsprung zu halten. Möller hatte nach einem der wenigen Ballverluste von Mirkulovski per Gegenstoß zum 19:19 getroffen und damit den ersten Ausgleich der Nordlichter nach dem 2:2 (5.) herbeigeführt. »Ich bin hoch zufrieden mit unserer Vorstellung hier. Wir haben eine großartige Moral bewiesen, wir haben eine exzellente erste Halbzeit gespielt, haben spielerisch überzeugt. Das macht mir Mut für die nächsten Wochen«, meinte Wandschneider, der den Negativlauf seiner Mannschaft (40.) mit einer Auszeit stoppen wollte. Alexander Feld kam für Mirkulovski - und auch der lange krank geschriebene Patrick Gempp erhielt am Kreis seine ersten Bundesliga-Minuten.

»Ich bin froh, dass wir über 60 Minuten die Moral hatten und weiter an uns geglaubt haben«, lobte Machulla sein Team. »Es ist schwierig, mit so wenig Zugriff in der Abwehr unser Tempospiel zu machen. Dafür haben wir in der zweiten Halbzeit sehr gute Lösungen gefunden und die individuelle Klasse von Lasse Möller hat uns heute geholfen, die zwei Punkte zu gewinnen. Die waren nach dem Spielverlauf nicht selbstverständlich.«

Die Kräfte der Grün-Weißen schwanden einerseits, zum anderen zeigte es sich, dass Flensburg mit bereits vier Spielen im Rücken durchaus einen Rhythmus-Vorteil hatte. »Da sind wir natürlich ein Stück weiter als Wetzlar. Im ersten Bundesligaspiel ein Niveau zu finden, ist etwas ganz anderes als Trainingsspiele«, meinte Machulla.

Wetzlar hielt die Partie aber bis kurz vor Schluss offen. Eineinhalb Minuten vor dem Ende hatte »Maxi« Holst die Möglichkeit zum 28:28 auszugleichen, scheiterte aber von außen am Ex-Wetzlarer Benjamin Buric. »In der zweiten Halbzeit machen wir nur noch zehn Tore, da fehlt uns auch noch die Eingespieltheit«, gab Wandschneider zu bedenken. »In der Abwehr haben wir nicht mehr den Zugriff bekommen wie in der ersten Halbzeit. Da haben wir nicht mehr die Kompaktheit herstellen können. Der zweite Punkt ist, dass wir in der zweiten Hälfte keinen Gegenstoß mehr gelaufen sind. Das Umschalten war bei uns nicht mehr so konsequent.«

Letztendlich war es Flensburgs bulliger Neuzugang Lasse Möller, der in der letzten Minute mit seinem neunten Treffer endgültig den Deckel für die Gäste draufmachte. »Der hat den Unterschied gemacht«, musste Wandschneider neidlos anerkennen.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (1), Srsen, Henningsson, Mirkulovski, Weissgerber (2), Holst (8/5), Fredriksen (n.e.), Forsell Schefvert (2), Gempp, Mellegard (n.e.), Rubin (3), Lindskog, Cavor (11).

SG Flensburg/Handewitt: Buric, Bergerud; Hald (2), Svan (1), Wanne (5/2), Jondal, Steinhauser, Mensah Larsen, Sogard (1), Gottfridsson (6), Semper (1), Pelko (2), Möller (9), Rod (2).

Stenogramm / SR: Thöne/Zupanovic (Lilienthal/Berlin). - Z: 800. - Zeitstrafen: 6:4 Minuten. - Siebenmeter: 5/5:4/2.

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