16. November 2017, 12:00 Uhr

HSG Wetzlar

HSG-Trainer Wandschneider fordert einen Sieg

Handball-Bundesligist HSG Wetzlar plagen vor dem Spiel am Donnerstag gegen Die Eulen Ludwigshafen Personalsorgen. Dennoch sagt Trainer Wandschneider: »Wir müssen gewinnen.«
16. November 2017, 12:00 Uhr
So wird’s gemacht: Auf Wetzlars Mittelmann Philipp Pöter (r.) und Olle Forsell Schefvert kommt heute gegen die Eulen Ludwigshafen eine Menge Arbeit zu. Trotz aller Personalsorgen bei der HSG fordert ihr Chef Kai Wandschneider einen Sieg im Heimspiel. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Vor dem Anpfiff zum Big-Point-Spiel der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga gegen Die Eulen Ludwigshafen zieren Sorgenfalten die Stirn von HSG-Trainer Kai Wandschneider. Wenn am Donnerstagabend um 19 Uhr (Sky live) der Anpfiff ertönt, hofft er vor allem auf die Unterstützung der Wetzlarer Fans, die seine dezimierte Truppe benötigt, um gegen Ludwigshafen zu bestehen.

Die personelle Situation: Stefan Kneer wurde am Montag aus dem Krankenhaus entlassen, fällt aber am Donnerstag noch aus. Diagnostiziert wurde eine bakterielle Infektion, die mit Antibiotika behandelt wird. »Ich glaube, er lag zehn Tage im Krankenhaus«, sagte Wandschneider. »Er hatte Ausfallerscheinungen im Gesicht, eine schiefe Lippe, eigentlich wie ein Schlaganfall. Das und auch ein Aneurysma und Gehirneinblutungen sind zum Glück ausgeschlossen worden«, ist der Trainer erleichtert. Trotzdem fehlt weiterhin der komplette Innenblock, und die beiden Youngster Anton Lindskog und Olle Forsell Schefvert sind wieder gefragt. Joao Ferraz hat nach seiner schweren Bronchitis am Montag trainiert, sich am Dienstag jedoch wieder krank gemeldet. »Wieder ein riesiges Fragezeichen«, seufze Wandschneider. Damit sind die Wechselmöglichkeiten im HSG-Rückraum auf ein Minimum beschränkt.

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Auch Jannik Kohlbacher ist am Montag nach zehn Minuten aus dem Training ausgestiegen. Er hat sich am Samstag eine schwere Oberschenkelprellung zugezogen. »Sein Einsatz ist fraglich. Und all das ausgerechnet vor dem Big-Point-Spiel gegen Friesenheim«, hadert der Trainer. »Letztes Jahr haben wir bei Ausfällen immer reagiert und nachverpflichtet, das geht dieses Jahr eben nicht. Die Verletzung von Evars Klesniks ist kein Fall für die Berufsgenossenschaft, der Bandscheibenvorfall ist als Verschleiß gewertet worden.« Und auch die bakterielle Infektion von Kneer ist ein normaler Krankheitsfall. »Sollte er länger ausfallen, müssen wir etwas tun«, sagte Wandschneider. Bei den Eulen steht ein Fragezeichen hinter Alexander Feld (Steißbeinprellung). Torhüter Kevin Klier hat im Hannover-Spiel auch eine Blessur davongetragen, wird aber wohl einsatzbereit sein.

Favoritenlast oder Favoritenlust für Wetzlar? Die personelle Ausgangsposition bei der HSG ist schwierig, daher dürfte es eine Favoritenbürde sein. »Und das bei einem Spiel, das wir gewinnen müssen«, gibt Wandschneider das Ziel vor. »Die Eulen sind ein ambitionierter Aufsteiger, die eine eingespielte Mannschaft haben.« Die Gäste haben viele junge Spieler und bisher überrascht. »Sie haben vor allem auch auswärts nur knappe Niederlagen kassiert und sind saugefährlich«, weiß Wandschneider.

»Wenn Du als Aufsteiger nach Wetzlar fährst, mit dem Etatunterschied und den professionellen Strukturen, die dort herrschen, denke ich, ist die Favoritenrolle eindeutig«, erklärte Eulen-Coach Benjamin Matschke. Seine Mannschaft besteht aus Spielern die berufstätig sind oder studieren. »Ein paar meiner Jungs hatten diese Woche Prüfungen, das war ärgerlich.« So wollen die Eulen einfach wieder an ihre beste Leistung herankommen, über weite Strecken am Limit spielen.

Was läuft gut, was läuft schlecht bei der HSG? Seit der Partie gegen Erlangen stellen Lindskog und Forsell Schefvert den Mittelblock und ergänzen sich gut. Das bedeutet aber auch, dass beide in der Deckung gebunden sind. Das Augenmerk der beiden dürfte vor allem auf Eulen-Kapitän Gunnar Dietrich liegen, den Denker und Lenker im Angriff, und den Rückraumlinken Patrick Weber, der aus der Distanz abzieht oder auch den Durchbruch sucht. »Wir müssen eine starke Abwehr stellen, mit der ich im bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden bin. Und wir brauchen eine hervorragende Torhüterleistung, die wird entscheidend sein«, fordert Wandschneider. Im Angriff sieht sich seine Mannschaft wechselnden Abwehrsystemen gegenüber.

Die Gäste spielen die 6:0-Deckung in unterschiedlichen Varianten, die bei einer Auslösehandlung in eine 3:3- oder auch eine 4:2-Deckung umschalten kann. »Sie decken auch 5:1 mit Weber vorne, der auch schon für Furore gesorgt hat.« Und genau hier liegt momentan die Achillesferse der Grün-Weißen. Alexander Hermann links und Stefan Cavor auf der rechten Seite müssen im Spiel mit den Mittelmännern Philip Pöter und Filip Mirkulovski zünden.

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