09. April 2019, 22:21 Uhr

Grundlagen für die Reitsport-Saison legen

09. April 2019, 22:21 Uhr
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Von Petra Pickenhahn
Unter den Augen von Trainer Konrad Kugler erhalten die Kursteilnehmer wertvolle Tipps für die Reitsportsaison. (Foto: pic)

Die Tore des Hofguts in Dagobertshausen sind an diesem Sonntagnachmittag weit geöffnet. Auf dem Sandplatz stehen niedrige Hindernisse die Mittellinie entlang. Daneben sind Cavaletti, in der Höhe verstellbare Stangen mit Kreuzen an den Enden, im Zickzack aufgebaut. Ein Dutzend Zuschauer beobachtet das Geschehen. Es herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. »Warte, warte, mach ihm keinen Druck – jetzt nachgeben«, sagt Trainer Konrad Kugler zu dem jungen Reiter, der mit seinem großrahmigen Braunen die Hürden in Angriff genommen hat. Der Sprung gelingt.

»Als ob der Trainer hinter dem Reiter auf dem Pferd sitzen würde«, merkt eine Beobachterin leise an. Ein anderer stellt fest: »Das mit den Cavaletti müssen wir unbedingt zu Hause in unser Training einbauen.« Nicht nur die Teilnehmer erhalten bei dem Lehrgangswochenende im idyllischen Stadtteil von Marburg wertvolle Anregungen.

Pferdewirtschaftsmeister Kugler leitet den Kurs, den die Sieger der letztjährigen Mittelhessen-Tour gewonnen haben. Fabian und Peter Kress, Erik Bräu und Andrea Kopp sammelten in der großen, Chantal Rühl, Natascha Rabich und Bianca Rauber in der mittleren, Irina Michel, Lena Ried, Annika Hasselberg und Till Schmidt in der kleinen Tour fleißig Punkte in den Klassen A bis M. Über den Sommer haben sie bei zahlreichen Turnieren an den extra ausgeschriebenen Prüfungen teilgenommen und heimsen nun als Belohnung wertvolle Tipps von dem renommierten Ausbilder ein.

Ausrichter der Tour ist die Springsportförderung Mittelhessen, die mit großem Engagement der beteiligten Sponsoren die heimischen Amateure unterstützt. »Diesmal haben wir den Sieger-Lehrgang ins Frühjahr gelegt, als Vorbereitung auf die Turniersaison«, erklärt Mark Sauer, Sprecher und Organisator der beliebten Serie.

Die Voraussetzungen sind recht unterschiedlich: Vom jungen Nachwuchspferd bis zum routinierten Vierbeiner reicht die Spanne. »Sie sind alle verschieden«, weiß Kugler, »aber letztlich geht es doch immer darum, die Grundlagen zu schaffen.« Der Reiter müsse sein Pferd so gymnastizieren, dass es ein positives Körpergefühl erlange. Dafür brauche man ein paar Ideen, damit Abwechslung ins Training kommt. Die Cavaletti im Zickzack von rechts und links zu überqueren, ist dafür ein Beispiel. Oder auch die Hindernisstangen, die wie ein Fächer auf dem Boden liegen, auf einer Seite leicht erhöht. Zum Abschluss geht es über die aufgereihten Hindernisse. Nach rechts und links biegen sich die Rösser, meistern nacheinander die Wendungen und taxieren die Distanz zum Absprung. »Wenn das Pferd sich zu Hause sicher fühlt und weiß: Ich kann das, dann geht es auch auf dem Turnier mit Selbstbewusstsein in den Parcours«, erklärt Kugler. Seine Schüler beginnen nach dem Training, ihre Vierbeiner zu verladen. Alle sehen ein wenig müde aus – aber zufrieden. Es war anstrengend. Es war lehrreich. So mancher hatte ein Aha-Erlebnis. Die Turniersaison kann kommen.



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