06. August 2018, 16:05 Uhr

Fußball

Große Sorgen um Jugendbereich im heimischen Fußball

Es steht nicht gut um den heimischen Jugendfußball. Einige Jahrgänge stehen dabei besonders im Fokus.
06. August 2018, 16:05 Uhr

Traditionell lädt der Kreisfußballausschuss Gießen vor dem Saisonstart auf Kreisebene zu seinem »Kleinen Kreisfußballtag«. So auch in diesem Jahr, als sich die Vereinsvertreter anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Sportfreunde Burkhardsfelden am Samstagvormittag in der Sport- und Kulturhalle unterhalb des Dautenbergs trafen. Angesichts der großen Hitze eilten sich Kreisfußballwart Henry Mohr und seine Mitstreiter mit ihrem Programm, doch es wurde dennoch munter geschwitzt. Der ausrichtende Verein war aber glänzend vorbereitet – kalte Getränke und Brötchen – waren mehr als ausreichend. Zudem hatte der Jubiläumsverein noch einen kleinen Vortrag – für den unter anderem Alisa Mohr verantwortlich zeichnete – über 100 Jahre Sportfreunde für die Gäste parat, bei dem man auch auf besonders erfolgreiche Jahre zurückblickte.

Zu den Gastrednern in Burkhardsfelden gehörte unter anderem Gießens Sportkreisvorsitzender Dr. Heinz Zielinski, der auch kurz auf die Debatte um den Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil und der damit einhergehenden Integrationsdebatte ging. »Fußball und Integration infrage zu stellen, ist absurd«, sagte Zielinski in Richtung aller Kritiker.

Neben zahlreichen Ehrungen stand das Spielgeschehen 2018/2019 im Mittelpunkt der Zusammenkunft. Einen Überblick in den Fußball in Hessen gab Henry Mohr. Insgesamt gehen im Landesverband in dieser Spielzeit 2679 Mannschaften an den Start, davon 2493 in Konkurrenz. Auf die Region Gießen/Marburg entfallen davon 508 Teams (411 davon in Konkurrenz), auf den Fußballkreis Gießen 102 Mannschaften (91 davon in Konkurrenz). Allerdings sind das insgesamt 73 Teams weniger als in der Vorsaison – darunter 65 Mannschaften, die in Konkurrenz gespielt hatten. Ein Trend, der bedenklich ist. Den Fußballkreis Gießen sieht Mohr im Vergleich zu anderen Kreisen dennoch gut aufgestellt.

Ein großes Sorgenkind ist der Jugendfußball-Bereich. Vorgesehen war, dass am nächsten Wochenende unter anderem die A-Junioren-Kreisliga in die neue Spielzeit startet – doch daraus wird nichts. Wie Kreisjugendfußballwart Jürgen Jung mitteilte, hat es am vergangenen Freitag noch gravierende Veränderungen gegeben, so dass man den Start um eine Woche nach hinten verlegen muss. Insgesamt sind die Zahlen in Sachen Mannschaftsstärke im Sportkreis Gießen weiter rückläufig. Im Vergleich zur Vorsaison gehen in der neuen Runde gleich 34 Mannschaften weniger an den Start. (210; Vorjahr 244). Den stärksten Rückgang verzeichnet man bei den A-, B- und D-Junioren (jeweils -7), bei den C-Junioren sind es fünf weniger, bei den F-Junioren sechs. Ein ganz kleines Plus gibt es bei den E-Junioren (+1), bei den G-Junioren sieht es besser aus (+8). Auch für die Region Gießen/Marburg lassen die Zahlen aufhorchen. Waren 2017/2018 noch 966 Teams gemeldet, so sind es für 2018/2019 noch 881.

»Bei den A-Junioren sieht es ganz, ganz schlecht aus«, sagte Jung in Bezugnahme auf den Fußballkreis Gießen, der einen eindringlichen Appell an die Delegierten richtete: »Wenn es Vereine gibt, die um Platz fünf oder sechs gespielt haben, zuvor aber A-Junioren in den Senioren-Bereich hochgezogen haben, dann hatte das zur Folge, dass es Rückzüge in dieser Jugend-Altersklasse gab. Bitte überlegt Euch das gut, ob Ihr so etwas macht«, so Jung, der hofft, dass es nicht wieder zu solchen »Hochziehungen« von A-Jugend-Spielern kommt.

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