13. Oktober 2017, 23:32 Uhr

46ers-Coup

Gießen stürzt favorisierte Riesen

Überraschungserfolg für die Gießen 46ers: In einem packenden Finish holten sich die Bundesliga-Basketballer bei den MHP Riesen Ludwigsburg ihren ersten Saisonsieg.
13. Oktober 2017, 23:32 Uhr
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Von Martin Vogel
Pure Freude bei Jahenns Manigat und den Gießen 46ers nach dem 83:81-Coup in Ludwigsburg. (Foto: mv)

Erster Saisonsieg für Basketball-Bundesligist Gießen 46ers in Ludwigsburg. Doch nach dem 83:81 (46:36)-Triumph am Neckar haben die Gießener nur wenig Zeit zum Feiern: Schon am Sonntag um 20 Uhr erwarten die 46ers das Team aus Bremerhaven in der Osthalle.

Der Ballast fiel sichtlich von Spieler und Trainerteam ab, als die Schlusssirene ertönte. Drei Niederlagen gab es in den bisherigen drei Spielen, und auch in Ludwigsburg hatten die Gießener schon deutlich geführt, aber kurz vor dem Ende einen Rückstand aufholen müssen: Dwayne Evans, letzte Saison noch im 46ers-Dress unterwegs, hatte dreieinhalb Minuten vor Schluss die Hausherren in der MHP Arena mit 75:71 in Führung gebracht. Doch die Gießener fanden die richtige Antwort: Jahenns Manigat passte auf Max Landis, der per Dreier den Rückstand auf einen Zähler verkürzte. Eine Minute später klaute Manigat einen Ball und leitete so einen Fastbreak ein, an dessen Ende er mit zwei Freiwürfen die Führung ins Gießener Lager zurückholte. Kurz darauf schnappte sich der kanadische Guard einen Ludwigsburger Fehlwurf, dribbelte, und obwohl sein Dreier das Ziel verfehlte, konnte sich John Bryant den Offensivrebound schnappen und zum 78:75 für Gießen in den Korb legen.


46ers die bessere Mannschaft

»Wir haben als Mannschaft einige wichtige Aktionen gehabt«, wollte sich Manigat aber nicht zu viele Lorbeeren überreichen lassen. »Dee Davis hatte am Ende noch einen wichtigen Rebound, Max Landis hat das ganze Spiel über uns immer wieder aus brenzligen Situationen gerettet, weil wir uns auf ihn und seinen Distanzwurf verlassen konnten, er war wirklich großartig.«

Obwohl die Ludwigsburger, wahrscheinlich nach Bamberg und Bayern München die tiefste Mannschaft in der BBL, bis dato noch kein Spiel in dieser Saison verloren hatten, konnte Gießen von der ersten Minute an mit den Schwaben mithalten. Mehr noch, die Gießener waren vor 2627 Zuschauern die bessere Mannschaft und erspielten sich im zweiten Viertel eine verdiente, deutliche Führung (40:26, 16.).


Clevere Crunchtime

Auch im dritten Viertel blieben die Gießener vorne, doch waren es immer wieder vermeidbare Ballverluste, mit denen sich die 46ers selbst ein Bein stellten: Mauricio Marin passte einen Ball beim Einwurf direkt in die Arme von Evans und erlaubte ihm so einen freien Korbleger, kurz danach klaute der Ex-Gießener den Ball an der Mittellinie und stopfte im Fastbreak ein. Auch der zweite ehemalige 46er in Reihen der Riesen, Justin Sears, hatte eine starke Partie und sorgte mit seinem unorthodoxen Bewegungsablauf immer wieder für Probleme bei John Bryant und Co. Am Ende waren die Gießener in der Crunchtime jedoch einfach cleverer. Trainer Ingo Freyer war vor allem mit der ersten Hälfte seiner Schützlinge zufrieden, gab aber auch unumwunden zu: »Am Ende ging es hin und her, da haben wir auch das nötige Glück gehabt.«

Der Blick ist derweil schon wieder nach vorne gerichtet: Am Sonntag um 20 Uhr erwarten die 46ers zum zweiten Teil des Doppelspieltages die Eisbären Bremerhaven in der Sporthalle Ost.



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