Lokalsport

»Gießen Open« als Magnet Europas

Internationales Flair, fette Beats und eine volle Gießener Kongresshalle. Das »Wake-up Battle« der TSG Blau-Gold Gießen ist einmal mehr eine Veranstaltung der Extraklasse.
19. Mai 2017, 12:00 Uhr
Redaktion
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Ein Highlight – die Performance der Mashup-Kids der TSG Blau-Gold Gießen. (Foto: Friedrich)

Die achte Auflage des »Wake-up Battles« der TSG Blau-Gold Gießen mit Wettkämpfen in den modernen Tanzformen des Hip-Hops und des Breakdance ist inzwischen zu einer festen Größe in der internationalen Szene geworden. Die Teilnehmer aus zwölf Nationen waren sich einig, dass die Veranstaltung in Gießen mit zur ersten Adresse in Bezug auf Austragungsort, Musik, Organisation, Wertungsrichter und Moderation zählt. DJs und Moderatoren, spezialisiert auf die Austragung von Battles, sorgten für eine großartige Stimmung und für Spitzenleistungen der Akteure.

»Nur Tanzen zählt« ist die Devise des Gießener Tanzturnieres, das offen ausgeschrieben ist. In den Stilrichtungen Shows (Formationen), Hip-Hop-Urban, Locking, Popping, House und Breakdance können alle Tänzer teilnehmen. So maßen sich in der Kongresshalle Profis und Amateure, Jugend-Nachwuchsgruppen und routinierte Schaugruppen, Tänzer aus Sportvereinen verschiedener Verbände, aus Tanzschulen oder ohne Verbindung zu einer Organisation.

Der Publikumsmagnet in der mit über 600 Anwesenden vollen Kongresshalle war auch diesmal das Turnier der Hip-Hop-Formationen. Bei den »Shows« stellten sich elf Gruppen aus ganz Deutschland den Wertungsrichtern. Die mit einem Durchschnittsalter von zwölf Jahren besetzte Gruppe, die von Catja und Jana Reuning trainierten »Mashup Kids« starteten als Letzte in den Wettbewerb. Frenetisch angefeuert von den Zuschauern und den anderen Teilnehmern, war plötzlich von der großen Aufregung und Unsicherheit nichts mehr zu spüren. Zwar ohne Chancen auf einen vorderen Platz in dem leistungsstarken Teilnehmerfeld, verbuchten die Teens aus Gießen mit dem Anschlussplatz zum Finale und Platz fünf doch einen großen Achtungserfolg.


»Only 1 Time« gewinnt für TSG

Zuvor hatte das von Jemal Barnes trainierte und neu choreografierte »Wake-up Team« für Furore gesorgt. »Only 1 Time« traten ausdrucksstark, dynamisch und akkurat auf, dass sie gegenüber ihrem Auftritt im letzten Jahr einen riesigen Leistungssprung verzeichnen konnten.

Den direkten Konkurrenten, Fiyorinas aus Bad Nauheim und die Profigruppe Déja Vu aus Frankfurt, blieb in Anbetracht der Leistung der Gießener nur der Kampf um Platz zwei, der mit knapper Richterentscheidung zugunsten der Bad Nauheimer entschieden wurde.

Parallel zu den Entscheidungen der Formationen wurden im kleinen Saal der Kongresshalle die Vorentscheidungen der Einzelwettbewerbe ausgetragen. Eine Besonderheit bei diesen Turnieren ist die strikte Reduzierung des Teilnehmerfeldes, unabhängig von der Teilnehmerzahl, auf acht Viertelfinalisten. Diese Qualität steht nicht nur auf dem Papier. Auf eine Besonderheit freute sich Organisator Bernhard Zirkler besonders und wurde nicht enttäuscht. Die Juroren zeigten beim »Demonstration of the Judges« ihr Können und demonstrierten die unterschiedlichen Tanzstile auf Weltniveau.


Schneidt verzichtet, Tsegai siegt


Die »International Judges« setzten sich wie folgt zusammen: Edwin Batalla, Deutschland, Christian Triventi und Julie Richardson, Schweiz, Marta Saban, Spanien, Clara Bajado, England, und Nelson Epangue, Frankreich. Bei den 21 Breakdancern dominierte der 2016 Zweitplatzierte Joseph Haynn aus Mannheim vor dem Vietnamesen Hieu Lu. Noch keine Chance auf die vorderen Plätze hatten hier die heimischen Akteure Malik Schleher und die Brüder Alex und Valdis Skorbiashchinskyy in dem starken internationalen Feld.

Gespannt war man auf den Wettkampf in der Hip-Hop-Unterkategorie »Locking«. Inga Schneidt, amtierende deutsche Meisterin, die Deutschland auch bei der EM in Paris und der WM in Los Angeles vertreten wird, verzichtete als Organisatorin nach drei Siegen in den letzten Jahren auf den Start. So war der Weg frei für ihre ehemalige Partnerin Bana Tsegai aus Frankfurt die sich gegen Hakim Hachouche aus Paris durchsetzte. In der Hip-Hop-Stilrichtung »House« waren keine heimischen Vertreter am Start. Hier siegte Ogieva Idahosa aus Düsseldorf vor Franklin Pereira aus Frankreich.


"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Die Kategorie 2 on 2 Hip-Hop, bei der jeweils zwei Paare gegeneinander antreten, sprengte fast den Rahmen. Es fanden sich mit 60 Paaren genauso viele Tänzer wie beim Rekordergebnis 2016 in der Kongresshalle ein. Hier trafen die Gießener Vertreter auf Duos, die dem Profilager und der internationalen Spitze zugeordnet werden können. Der Sieg ging nach Frankreich an Jade/Feldmann vor BSmart&Sidney aus Essen.

Zum vierten Mal fand das Battle im »Popping« Style, früher als »Elektrik Boogie« bekannt, in Gießen statt. Mit unglaublichen Isolationsbewegungen warteten hier die 37 Wettkämpfer auf. Abtin Afshar Gotlie und Jemal Barnes gehörten zwar zu den besten deutschen Teilnehmern, erreichten die Runde der besten acht aber nicht. Es setzten sich die Spanier Nuria und Beltran Fernandez vor Ozone/Nykyta (Ukraine) durch.

TSG-Vorsitzender Bernhard Zirkler zeigte sich nach über zwölf Stunden voller Tanzdarbietung in den modernen Tanzstilen voll zufrieden. »Wir sind auf dem richtigen Weg, diesen Tanzformen gehört die Zukunft!«

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-gaz/Lokalsport-Giessen-Open-als-Magnet-Europas;art1434,257702

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