Lokalsport

Gießen-Achter meldet sich zurück

Mit einem Paukenschlag startete der Gießen-Achter in den dritten Renntag der Ruder-Bundesliga. Im morgendlichen Zeitfahren gegen das Team aus Bremen ruderte das heimische Boot die zweitschnellste Zeit unter den 18 Mannschaften. Nur der Tabellenführer aus Berlin schaffte die 350 Meter auf dem Hannoveraner Maschsee noch schneller. »Dass wir ein schnelles Rennen gegen Bremen gefahren sind, war uns klar. Dass es die zweitschnellste Zeit wurde, hat uns alle überrascht«, so Ruderer Paul Itting. Nach dem mäßigen Abschneiden in Minden sollte es ein gutes Omen für den Renntag sein, den man als Fünfter abschloss.
07. August 2019, 21:38 Uhr
Eric Baumann
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Die Besatzung des Gießen-Achters bejubelt einen ihrer Tageserfolge auf dem Maschsee. (Foto: ejb)

Mit einem Paukenschlag startete der Gießen-Achter in den dritten Renntag der Ruder-Bundesliga. Im morgendlichen Zeitfahren gegen das Team aus Bremen ruderte das heimische Boot die zweitschnellste Zeit unter den 18 Mannschaften. Nur der Tabellenführer aus Berlin schaffte die 350 Meter auf dem Hannoveraner Maschsee noch schneller. »Dass wir ein schnelles Rennen gegen Bremen gefahren sind, war uns klar. Dass es die zweitschnellste Zeit wurde, hat uns alle überrascht«, so Ruderer Paul Itting. Nach dem mäßigen Abschneiden in Minden sollte es ein gutes Omen für den Renntag sein, den man als Fünfter abschloss.

Im Achtelfinale lag das Boot aus Lübeck neben den Gießenern in den Startblöcken. Mit einem guten Start legten sich die Mittelhessen früh vor das Boot aus der Hansestadt. Schlag um Schlag bauten sie ihre Führung aus und kamen mit einem deutlichen Vorsprung von zwei Bootslängen ins Ziel. Mit den beiden gewonnenen Läufen im Rücken gingen die Gießener selbstbewusst in das Rennen gegen den Tabellenvierten Minden.

Mit einem explosiven Start überraschten die Ruderer von der Lahn die Westfalen. Nach rund 100 Metern hatten sich die Mittelhessen einen leichten Vorsprung heraus gerudert. Doch Minden ließ nicht locker und setzte zur Streckenhälfte zu einem Zwischenspurt an. Schlag um Schlag kamen sie wieder heran, bis sie knapp 100 Meter vor dem Ziel auf gleicher Höhe waren.

Bug an Bug pflügten beide Boote durch den See. Kurz vor dem Ziel waren es die Mindener, die mehr Reserven hatten. Mit einem Luftkasten Vorsprung sicherte sich die Mannschaft vom Wasserstraßenkreuz das Ticket für die spätere Silbermedaille, während es für Gießen um Platz fünf ging.

Eine Portion Selbstbewusstsein

Im Halbfinale traf der Gießen-Achter auf die Lokalmatadoren vom Hannoveraner Maschsee-Achter. Vor ihrem heimischen Publikum wollten die Niedersachsen auf die vorderen Plätze. Beide Achter kamen gut aus den Blöcken. Angefeuert von tausenden Zuschauern, die ihre Heimmannschaft siegen sehen wollen, konnte sich der Maschsee-Achter zur Hälfte leicht vor die Mittelhessen legen. Steuerfrau Marina Warncke reagierte klug und der Endspurt, den sie ihren acht Ruderern ansagte, zündete. Die Hessen konnten den Achter aus der Landeshauptstadt kurz vor der Ziellinie überholen und kamen als Erste ins Ziel. »Wir hatten dieses Mal genug Biss«, freute sich Itting. »Auf der zweiten Hälfte konnten wir noch mal einen drauflegen und an Hannover vorbeiziehen.«

Das Finale um die Plätze fünf und sechs entschied sich zwischen Gießen und Hameln. Während den einsetzenden Schauern starteten beide Boote auf die 350 Meter lange Strecke. Auf dem ersten Drittel leisteten sich beide Boote kleine ruderische Unsicherheiten. Doch die Gießener bewiesen Nervenstärke und schoben ihren Bugball zur Streckenhälfte in Front. Mit jedem Schlag bauten sie ihren Vorsprung aus und holten sich mit einem souveränen Vorsprung von einer halben Bootslänge den vierten Sieg des Tages. Damit sicherte sich das Team um Schlagmann Johannes Birkhan nicht nur Platz fünf in der Tageswertung, sondern auch eine Portion Selbstbewusstsein. »Mit der Leistung haben wir das Ergebnis aus Minden wieder geradegerückt«, so Birkhan. »Wir haben das umgesetzt, was wir in den letzten drei Wochen erarbeitet haben und gezeigt, wo wir stehen.« Die Zeit bis zur nächsten Regatta ist indes noch kürzer: »Jetzt gilt es, die Motivation aus diesem Renntag mit ins Training zu nehmen und noch eine Schippe draufzulegen. In zwei Wochen steht die nächste Regatta an«, sagt Teamchef Eric Baumann.

Nach dem dritten Renntag baut der Hauptstadtsprinter aus Berlin seine Führung in der Tabelle aus. Dahinter folgen Münster, Minden, Hannover und Limburg/Wetzlar. Bremen und Gießen sind punktgleich auf den Plätzen sechs und sieben vor Wurzen und Hameln. Die zweite Tabellenhälfte beginnt mit Mülheim und Krefeld.

In Hannover ruderten Birkhan, Johannes Brück, Daniel Hartmann, Itting, Fabian Kröber, Raphael Lechtenböhmer, Jannik Reiting, Felix Weber, Nico Weber und Michel Zörb, gesteuert von Warncke.

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