26. Oktober 2018, 12:05 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers wollen in Ulm nachlegen

Den Coup in Würzburg gelandet – und einen weiteren im Kopf. Die Gießen 46ers wollen am Samstag in Ulm den nächsten Auswärtssieg in der Basketball-Bundesliga einfahren.
26. Oktober 2018, 12:05 Uhr
Reboundkontrolle – wie es hier Gießens Kapitän John Bryant mit unbändigem Willen präsentiert – dürfte in Ulm ein Hauptfaktor sein, um zu gewinnen. (Foto: dpa)

Gießen 46ers


Mit Blick auf die Tabelle der Basketball-Bundesliga wird einem als Anhänger der Gießen 46ers warm ums Herz: 6:2 Punkte, Rang sechs, punktgleich mit dem Fünften Telekom Baskets Bonn und dem Siebten BG Göttingen. Werden die Träume von den Playoffs in dieser Spielzeit Realität? Klar, für eine Tendenz ist es noch viel zu früh in der Saison, aber die Auftritte der Mannschaft geben Hoffnung, dass es klappen könnte. Denn ein 85:81 bei den ambitionierten s. Oliver Würzburg einzufahren, ist alles andere als alltäglich. Und ein weiterer Sieg soll am Samstag um 18 Uhr in Ulm geholt werden – damit weiter geträumt werden kann. Bereits am heutigen Freitag begibt sich der 46ers-Tross in Richtung Donaustadt, am Abend steht ein komplettes Training an und am Samstagmorgen das für die Abendspiele obligatorische Anschwitzen mit Wurfübungen.

Status Quo: Sieg gegen den MBC, Sieg in Crailsheim, unnötige Niederlage gegen Bremerhaven, Sieg in Würzburg. Das kann sich nach vier Spieltagen sehen lassen. Die Gießen 46ers sind in der Spur. Sie haben vor allem nach dem unnötigen 87:89 gegen Bremerhaven bei den mächtig unter Druck stehenden Würzburgern, die ihre bisherigen Partien in der BBL alle verloren haben, Moral bewiesen – und am Schluss nicht wieder die Fehler gemacht, die zur Niederlage gegen Bremerhaven führten. Der Erfolg in Würzburg hat der ganzen Mannschaft in allen Bereichen einen gehörigen Schub gegeben. Sie weiß, dass sie nun auch auswärts knappe Spiele über die Ziellinie bringen kann. Das dürfte der Truppe um Kapitän John Bryant und dem in Würzburg stark aufspielenden Brandon Thomas in Ulm auf jeden Fall hilfreich sein. »Brandon hat ein gutes Spiel gemacht. Er hat wenige Schwankungen. Das sieht alles sehr sicher und gut aus«, bestätigte Freyer. Ein Lob sprach er zudem Larry Gordon aus, der seine Reboundstärke unter Beweis stellte und am Ende wichtige Körbe erzielte.

Der Gegner: Die Ulmer sind gegen die 46ers fast schon zum Siegen verdammt. Das Team um Coach Thorsten Leibenath, der Ende der 90er-Jahren in Lich und Gießen Assistenztrainer war und 2007 bei den 46ers sogar das Headcoach-Amt übernahm, hat sich in der BBL bislang nur Niederlagen gefangen. Aber ausschließlich gegen Hochkaräter: München, Oldenburg und Berlin. International läuft es ebenfalls durchwachsen: Bisher ein Sieg im Eurocup – gegen Galatasaray Istanbul. Leibenath kennt die Situation aus dem Vorjahr, als seine neuformierte Mannschaft nur langsam in Schwung kam. Der zehnte Platz aus dem Vorjahr ist aber nicht der Maßstab, der bei den Schwaben angelegt wird. Die Playoffs sollten es schon sein. Dementsprechend wurden auch die neuen Spieler um das bestehende Gerüst aus der letzten Saison mit Per Günther, Ismet Akpinar und Isaac Fotu verpflichtet.

Die Schlüsselspieler: Neu bei den Ulmern ist Dwayne Evans, in Gießen bestens bekannt. Der vielseitige Powerforward wechselte von Ludwigsburg in die Münsterstadt und wartet auch dort mit guten Werten auf. Mit 12,3 Punkten im Schnitt ist der Go-to-Guy zweitbester Scorer im Team. Besser ist nur Shootingguard Javonte Green (12,5), der aus dem italienischen Trieste kam. Aufpassen müssen die Gießener Guards vor allem auf den deutschen Nationalspieler Akpinar, der von der Dreierlinie heißlaufen kann. Zweistellig punktet zudem noch Spielmacher Patrick Miller. Guard Katin Reinhardt und Flügelspieler Ryan Thompson sollte man ebenfalls im Auge behalten – und Isaac Fotu. Der Powerforward spielte in der vergangenen Saison in Gießen groß auf und hatte großen Anteil am 84:70-Sieg der Ulmer. Die 46ers um Bryant, der am Samstag an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, haben aber auch gute Erinnerungen an die letzte Spielzeit: Ihnen gelang in Ulm der 95:90-Coup.

Das Lazarett: Routinier David Bell befindet sich nach seinem Brustmuskelriss weiterhin in der Reha, aber schon in der aktiven Phase. Max Montana hat seine leichte Gehirnerschütterung auskuriert, die er sich im Heimspiel gegen Bremerhaven zuzog, als er auf den Kopf fiel. Das war auch der Grund, warum ihn Coach Freyer beim Coup in Würzburg nicht einsetzte.

Das sagt 46ers-Trainer Freyer: Isaac Fotu ist für Ulm ein wichtiger Spieler. Er ist die erste Option auf den großen Positionen. Dwayne Evans ist der Energizer, der Top-Rebounder und spielt seinen Stiefel runter, wie er es in Gießen und Ludwigsburg gemacht hat. Evans spielt in Ulm wirklich eine gute Rolle. Ansonsten sind die auch unheimlich gefährlich von außen. Sie haben Reinhardt, Akpinar und Günther. Wenn der von der Dreierlinie heißläuft, da muss man schon aufpassen. Wir wollen weiterhin in der Offensive flexibel agieren und in der Defensive so engagiert wie in Würzburg.

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