24. November 2018, 12:05 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers wollen in München frei aufspielen

Die Gießen 46ers sind beim FC Bayern München der Underdog. Alles andere als eine Niederlage beim Ligaprimus gliche einer Sensation. Und genau darauf hat das Freyer-Team richtig Bock.
24. November 2018, 12:05 Uhr
Ein Athlet vor dem Herren: Bayerns Superstar Derrick Williams (r.). (Foto: dpa)

Gießen 46ers


Rein tabellarisch gesehen, ist die Partie am Sonntag um 18 Uhr im Audi-Dome ein Spitzenspiel (Telekom Sport) – der Erste erwartet den Überraschungsdritten. Realistisch betrachtet, dürften die Gießener bei den einsam ihre Kreise in der Basketball-Bundesliga ziehenden Münchnern keine Chance haben. Viel zu hochkarätig ist der Kader von FCB-Coach Dejan Radonjic besetzt. Zudem kehrten die Bayern am Freitagmorgen mit einem aus der Euroleague erzielten Sieg auf Gran Canaria zurück an die Isar – und sind dementsprechend selbstbewusst. Und doch besteht eine klitzekleine Möglichkeit, das Starensemble zu schlagen. Klar, dazu muss bei den Gießen 46ers alles zusammenpassen – aber warum nicht?

Status Quo: Der Derbysieg mit der Superstimmung in der Osthalle hat den Gießen 46ers weiteres Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gegeben. Wieder schafften es die Lahnstädter, angeführt von einem erneut überragenden John Bryant, einen knappen Erfolg über die Ziellinie zu bringen. Das war mittlerweile der vierte von den insgesamt sechs in acht Partien. Sie haben wieder bewiesen, dass sie finishen können. Und dass die finale Aktion der 46ers über ihren Kapitän Bryant gehen sollte. Für ihn ist München natürlich ein besonderes Spiel. Seine Freundin stammt aus der Stadt, dort wurde sein Sohn geboren und dort lebt seine Familie. Und 2014 holte Bryant mit dem FCB die deutsche Meisterschaft. Doch es hagelte 2016 vor seinem vorzeitigen Abgang nach Valencia auch Kritik an ihm. Das dürfte dem Koloss ebenso noch in Erinnerung geblieben sein wie die kürzlich erlittene 92:106-BBL-Pokalniederlage. In Gießen fühlt sich Bryant wohl: Der 2,11-m-Riese legt pro Spiel 18,4 Punkte auf – Ligabestwert. Bei den Rebounds (10,8) ist er ebenfalls der Beste. Aktuell bemüht sich der Kalifornier um die doppelte Staatsbürgerschaft. Eine Entscheidung seitens der deutschen Behörde wird demnächst erwartet.

Gegner: Der FC Bayern ist unumstritten der Meisterschaftsfavorit Nummer eins. Er kann sich in dem bestens besetzten Kader den Luxus erlauben, Spieler wie Braydon Hobbs oder Robin Amaize gar nicht spielen oder lange auf der Auswechselbank schmoren zu lassen. Der Titel in der Basketball-Bundesliga ist ein Muss für die Mannschaft des montenegrinischen Trainers Radonjic, der Pokalgewinn ebenfalls. Und in der höchsten europäischen Liga, der Euroleague, soll am liebsten der Einzug unter die besten Acht gelingen, die dann in Playoffs im »Best-of-Five«-Modus die vier Teams ausspielen, die am Final-Four-Turnier teilnehmen.

Schlüsselspieler: Derrick Williams ist 2,03 m groß und 109 Kilo schwer, aber wahnsinnig beweglich und athletisch. Der neue Forward hat das Zeug zum Superstar in der BBL. In der NBA hat der 27-jährige stark an den Armen tätowierte Williams 428 Spiele absolviert. Das sagt alles über die Qualität des immer lächelnden Amerikaners aus, der unter anderem an der Seite von NBA-Superstar LeBron James bei den Cleveland Cavaliers agierte. In einem Interview sagte Williams, dass er das Gewinnen gelernt hat. Dafür tut er alles. FCB-Manager Marco Pesic lobte ihn kürzlich: Er sei der härteste Arbeiter im Team und an den freien Tagen immer in der Halle. Seine Performance in den letzten Spielen, ob BBL oder Euroleague, war beeindruckend – vor allem seine Spinmoves nach dem Dribbling und abschließendem Dunk. Wer soll den Athlet auf Gießener Seite aufhalten? Benjamin Lischka spielt auf der Vier – und präsentiert sich seit Wochen in bestechender Form. Williams könnte auch ein Fall für Larry Gordon sein.

Lazarett: Bis zum Freitagmittag hatte Gießens Coach Freyer keinen Ausfall zu beklagen. Guard David Bell steht nach seiner Verletzung vor der Rückkehr. Denkbar ist ein Einsatz beim nächsten Heimspiel am 8. Dezember gegen Vechta.

Das sagt 46ers-Trainer Freyer (aus der Erkenntnis vom Pokalspiel heraus): Wir dürfen nicht zu viel Respekt haben und ständig daran denken, der Williams hat die Stärken, da muss ich das dagegen tun, oder die spielen das, da muss ich jenes tun. Nein. Wir müssen auf uns schauen und frei aufspielen. Wenn wird das über 40 Minuten lang schaffen, dann können wir besser aussehen. Bayern ist aber eine Top-Euroleague-Mannschaft.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • Basketball-Bundesliga
  • Benjamin Lischka
  • Cleveland Cavaliers
  • David Bell
  • Deutsche Telekom AG
  • FC Bayern München
  • Gießen 46ers
  • John Bryant
  • Larry Gordon
  • LeBron James
  • National Basketball Association
  • Sensationen
  • Wolfgang Gärtner
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos