12. Oktober 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers warten auf die »Wundertüte« Bremerhaven

Pokal-Aus abgehakt, Liga-Alltag vor der Brust. Die Gießen 46ers erwarten eine »Wundertüte« in der Osthalle. Der dritte Sieg im dritten BBL-Spiel soll für das Bundesliga-Team von Coach Freyer her.
12. Oktober 2018, 07:00 Uhr
46ers-Cheftrainer Ingo Freyer zeigt es an: Vier Punkte hat seine Mannschaft nach zwei BBL-Spielen gesammelt – zwei weitere sollen am Samstag in der Osthalle gegen die »Wundertüte« Eisbären Bremerhaven dazukommen. (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Mit einem weiteren Erfolg können die 46ers ihren optimalen Start in der Basketball-Bundesliga toppen. Das ist auch das Ziel von Benjamin Lischka und Co. am Samstag um 18 Uhr gegen die Nordseestädter aus Bremerhaven, die gegen den Aufsteiger Crailsheim gewannen und bei den Riesen aus Ludwigsburg verloren. Im Pokal erging es den Eisbären wie den 46ers – Aus in der ersten Runde (gegen Bonn), nur dass die Gießener beim Doublesieger München die weit aus schwerere Aufgabe hatten.

Status Quo: Es hat nicht ganz gereicht für die Pokal-Sensation in München. Die 46ers hatten sich am vergangenen Sonntag viel vorgenommen, wollten unbedingt für eine Überraschung beim Favoriten im Audi Dome sorgen. Letztlich setzte es aber die 92:106-Niederlage, die vor allem einer schwachen Wurfquote in Hälfte eins geschuldet war. »Wir haben in der ersten Halbzeit einfach unheimlich schlecht getroffen«, erklärt Cheftrainer Freyer, der sich in der Nachbetrachtung jeden einzelnen Angriff noch einmal ansah und sich entsprechend Notizen machte. Aber es gab noch einen weiteren Grund: die hohe individuelle Qualität der Bayern. »Dann ist es schwer, dagegen in der Defense und in der Offense zu bestehen«, erläutert der Gießener Trainer weiter. Man muss gegen die Münchner in einen besonderen Rhythmus kommen – »den hatten wir in der zweiten Hälfte«, führt Freyer an, die bekanntlich mit 59:46 gewonnen wurde.

Der Gegner: An diese starke Leistung der 20 Minuten in München wollen die Gießener gegen Bremerhaven anknüpfen. Die Eisbären haben in der BBL ihre Pflichtaufgabe gegen den Neuling Crailsheim mit 93:80 gemeistert und erwartungsgemäß in Ludwigsburg mit 58:75 den Kürzeren gezogen. Im Pokal zu Hause gegen Bonn hat das Team von Coach Arne Woltmann nur Viertel eins mit 23:20 für sich entscheiden können, danach trumpften die Telekom-Männer um die Ex-Gießener Yorman Polas Bartolo (11 Punkte) und TJ DiLeo (8) auf und fuhren einen ungefährdeten 89:69-Sieg ein. Insgesamt hat sich viel verändert im klammen Club in der Seestadt. Die DME Sports Academy aus Florida ist als Gesellschafter eingestiegen und steuert nun dort die Geschicke – in Person von DME-Besitzer Dan Panaggio. Er ist der neue Eisbären-Sportdirektor, der aufgrund seiner Beziehungen Spieler nach Bremerhaven lotsen soll.

Schlüsselspieler: Einer davon, der den Weg aus der NBA in die BBL-Provinz mehr oder weniger gefunden hat, ist Darnell Jackson. Mit 138 Spielen in der besten Liga der Welt behaftet, treibt der 32-Jährige nun sein Unwesen unter den Brettern der Eisbären. Der 2,06 m große Powerforward blieb aber gegen Bonn blass – nur zwei magere Pünktchen in 18,34 Minuten Einsatzzeit. Aufpassen müssen die 46ers vor allem auf Chris Warren. Der Eurocup-erfahrene Pointguard ist der Dreh- und Angelpunkt der Eisbären und mit über 18 Punkten im Schnitt bester Scorer im Team.

Spielweise: Die Spielstile beider Mannschaften ähneln sich – der schnelle Abschluss wird gesucht. Da aber die 46ers neben dem Wurf aus der Distanz weitere Offensivoptionen über ihre Brettspieler Big John Bryant oder den ziehfreudigen Lischka haben, ist es momentan alles andere als angenehm, gegen die variantenreichen Gießener zu spielen.

Das Lazarett: Bjarne Kraushaar kehrt nach seiner überstandenen Sprunggelenksverletzung zurück in den Kader. Er weist aber noch Trainingsrückstand auf. Ebenfalls dabei sein wird Tim Uhlemann – auch ein Gießener Eigengewächs. Der Powerforward, der vermehrt bei den Gießen 46ers Rackelos eingesetzt werden soll, war ebenso umgeknickt und kann nun die erste Bundesligaluft schnuppern. David Bell arbeitet weiter an seiner Rückkehr nach dem Brustmuskelriss.

Das sagt Coach Freyer: Es wird ein sehr interessantes Spiel. Die Bremerhavener haben gute Schützen und Eins-gegen-Eins-Spieler – das macht sie sehr gefährlich. Wir haben in der Vorbereitung gegen sie gespielt und na ch dem ersten Viertel hoch hintengelegen, weil man damit nicht rechnen konnte. In den nachfolgenden Vierteln haben wir uns aber darauf gut eingestellt und gewonnen. Es ist eine unbequeme Mannschaft. Wir haben zwei Siege aus zwei Spielen – wir sind auf dem richtigen Weg. Aber wir wissen, dass wir auch noch einige Baustellen haben.

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