06. Dezember 2019, 12:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers vor dem »Klassentreffen« mit Würzburg

Die Heimspielserie der Gießen 46ers setzt sich am Samstag gegen Würzburg fort. Die Franken reisen mit gleich mehreren bekannten Gesichtern im Kader und auf der Trainerbank ins Mittelhessische. Schlüsselfaktor ist für 46ers-Coach Freyer das Duell auf den Guard-Positionen.
06. Dezember 2019, 12:00 Uhr
Der Game-Plan für Samstag gegen Würzburg steht - Gießens Cheftrainer Ingo Freyer (l.) hat ihn zusammen mit seinem »Co« Steven Wriedt ausgetüftelt. Foto: Friedrich

Gießen 46ers


Rechnet man das Pokal-Achtelfinalspiel gegen Bamberg hinzu, steht den 46ers das bereits achte Heimspiel der Saison ins Haus. »Wir nehmen das so hin, auch wenn es für die Zuschauer nicht schön ist«, kommentiert Ingo Freyer. Nach der Niederlage gegen Ulm und mit dem Vorweihnachtsspiel gegen den FC Bayern vor der Brust bietet sich den 46ers am Samstag (Osthalle, 18 Uhr) vermutlich die letzte Chance, in diesem Jahr noch Punkte einzufahren. Ein leichtes Unterfangen steht den 46ers mit Würzburg aber nicht ins Haus.

Status quo: Mit drei Siegen aus neun Spielen rangieren die 46ers im Niemandsland der Tabelle: Vier Punkte trennen den Club sowohl vom Abstiegs- als auch vom hintersten Playoffplatz. Die Gießener Bundesliga-Basketballer sind damit nach wie vor im Soll. Allein die Leistungsschwankungen rufen bei den Fans ein Wechselbad der Gefühle hervor.

Wurde der hohe Auswärtssieg über Göttingen vor knapp zwei Wochen wie die Meisterschaft gefeiert, dominierten nach dem 77:97 am letzten Sonntag ratlose Gesichter die Osthalle. Neben der schwachen Freiwurfquote waren es die hohe Turnoveranfälligkeit und eine mangelhafte Chancenverwertung, die den Mittelhessen das Leben erschwerten. Vor allem Neuzugang Matthew Tiby erwischte einen unglücklichen Auftritt. Freyer verteidigt den Forward: »Wichtig ist, dass er die richtigen Entscheidungen trifft. Wenn er dann daneben wirft, kann ich ihm keinen Vorwurf machen«, so der Trainer. Dass der US-Amerikaner überhaupt in aussichtsreiche Abschlusspositionen kommt und das Team massiv im Rebounding stärkt, sei Zeichen seiner Qualität.

Auffällig nimmt sich zudem die veränderte Rolle von John Bryant aus. »Er ist derzeit nicht so dominant im Abschluss am Brett, daher gucken wir, wie wir seine Stärken anders nutzen können«, erklärt Freyer. Gemessen an den gesunkenen Einsatzzeiten sei der Center ähnlich effektiv wie noch im Vorjahr. Nimmt der Kapitän den Wurf, ist ein Erfolg dabei hochwahrscheinlich: Mit über 65 Prozent aus dem Feld legt Bryant Fabelquoten auf. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich seine Abschlüsse allerdings mehr als halbiert.

Der Gegner: Viel häufiger drücken derzeit die beiden Guards Stephen Brown und Teyvon Myers ab. Da wundert es nicht, dass Freyer das Duell auf den kleinen Positionen zu einem der Schlüsselfaktoren erklärt. Mit Cameron Wells, Jordan Hulls und Skyler Bowlin verfügen die Würzburger über jede Menge Feuerkraft im Backcourt. Wells und Bowlin blicken dabei genauso auf eine Gießener Vergangenheit zurück wie ihr Trainergespann. Dort geben mit Aufstiegscoach Denis Wucherer (in Gießen von 2013 bis 2017) und Steven Key (2011) gleich zwei ehemalige Übungsleiter der 46ers die Anweisungen. Key war beim Ulm-Spiel in der Osthalle zu Gast und scoutete die 46ers.

Vier der letzten fünf Spiele konnten die Franken für sich entscheiden. Damit steht das Wucherer-Team gegenwärtig auf Rang sieben. Spätestens seit der für Gießen siegreichen Serie im ProA-Finale 2015 haben Partien gegen Würzburg echten Derbycharakter. Im Vorjahr konnten die 46ers die Auswärtspartie bei den Mainstädtern mit 85:81 für sich entscheiden. Das Rückspiel ging mit 101:84 im Februar aber klar verloren.

Schlüsselspieler: Wells war schon zu seiner Zeit in Gießen ein Führungsspieler. Was der Combo-Guard diese Saison bislang in Würzburg abfackelt, ist aber von neuer Qualität. Knapp 16 Punkte und sechs Assists verbucht der 31-Jährige pro Spiel. Seine Quoten sind mit 55 Prozent aus dem Zweipunkte-Bereich und 52 Prozent von außen so gut wie niemals zuvor. Mit einem Korbleger in der Schlussminute war es ebenfalls Wells, der sein Team im Frankenderby gegen Bamberg (72:69) auf die Siegerstraße brachte.

Personelles: Tim Köpple wird mit einer Verletzung am Daumen weiterhin ausfallen. Luke Petrasek (Wirbelsäulenerkrankung) ist auf dem Weg der Besserung, wie Freyer bestätigt. Demnächst wird der Forward wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Gegen Würzburg ist mit dem US-Amerikaner aber noch nicht zu rechnen.

Das sagt Trainer Freyer: »Mit Spielern wie Hulls, Wells und Bowlin sind sie ähnlich aufgestellt wie wir, was die Spielertypen angeht. Es wird interessant zu sehen sein, wer sich durchsetzt. Das sowie das Rebounding und die Verhütung von Ballverlusten werden der Schlüssel sein.«

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