05. Oktober 2018, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers haben in München keine Lust auf Sightseeing

Die Gießen 46ers kehren zurück auf die Bühne BBL-Pokal: Am Sonntag steht beim FC Bayern das Achtelfinale im Cupwettbewerb für die 46ers seit dem 19. November 2008 auf dem Programm.
05. Oktober 2018, 07:00 Uhr
Die Gießen 46ers um Benjamin Lischka (wirft) wollen beim Pokal in München gegen die Bayern (links Danilo Barthel und in der Mitte Alex King) überraschen. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers


Damals unterlagen die Gießener um Michael Umeh, Heiko Schaffartzik und Johannes Lischka bei den Telekom Baskets Bonn mit 56:67 – das Ausscheiden im Achtelfinale wollen sie bei der Rückkehr in den Pokal nun vermeiden. In München war bislang allerdings für die 46ers wenig zu holen: In allen zehn Spielen – an der Isar wie an der Lahn – gewannen die Bayern, in München sogar im Schnitt mit mehr als 37 Zählern Differenz. Für Kapitän John Bryant, selber drei Jahre bei den Bayern aktiv und 2014 Meister mit München, aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Schon nach dem Sieg gegen Crailsheim am Mittwoch machte er klar: »Wir wollen in München die Leute überraschen!«

Der Wettbewerb: Der BBL-Pokal war im Sommer, auch unter Mitarbeit von 46ers-Manager Heiko Schelberg, reformiert worden: In den letzten Jahren spielten die ersten sechs der Hinrunde in drei Viertelfinals drei Teilnehmer des Top Four aus, für das der Gastgeber automatisch gesetzt war. Seit dieser Saison spielen die 16 Mannschaften der BBL – alle Teams abzüglich der beiden Aufsteiger – in K.-o.-Runden gegeneinander. Auch das beliebte Turnier der besten Vier an einem Wochenende musste weichen, dafür gibt es nun ein einfaches Finale.

Status Quo: Mit zwei Siegen in zwei Spielen sind die 46ers in der Liga auf Kurs – auch, wenn die Gegner Crailsheim und Weißenfels nicht zum Tafelsilber der BBL gehören, müssen solche Partien erst einmal gewonnen werden, und in Gießen war das in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. Center und MVP-Kandidat John Bryant (mit 12,5 Rebounds pro Spiel jetzt bereits wieder Ligaführender) ist auch weiterhin die Schnittstelle im Spiel, dazu der starke Max Landis (15,0 Punkte im Schnitt) und Benjamin Lischka, der weiterhin mit seinen Passfähigkeiten überzeugt.

Der Gegner: Für diesen neuformierten Wettbewerb hätte es kaum einen schwierigeren Gegner geben können, denn Bayern München ist nicht nur amtierender Meister, sondern auch Titelverteidiger im Pokal. Am Mittwoch taten sich die Münchener allerdings gegen Aufsteiger Vechta über den größten Teil der 40 Minuten schwerer als erwartet, lagen zwei Minuten vor dem Ende nur mit drei Zählern vorn. Mit Robin Amaize und Braydon Hobbs warten die Bayern mit zwei in Gießen bestens bekannten Gesichtern auf, dazu in der Liga etablierte Stars wie Finals-MVP Danilo Barthel, Nationalspieler Maodo Lo und Center Devin Booker. Die spektakulärste Verpflichtung gaben die Münchener allerdings erst am Mittwoch bekannt: Derrick Williams, 2. Pick beim NBA Draft 2011 und 428 Spiele in der besten Liga der Welt auf dem Buckel, wechselt von den Los Angeles Lakers an die Isar und soll gegen die 46ers sein Debüt geben.

Das Lazarett: Bjarne Kraushaar kehrt nach seiner Knöchelverletzung in München in den Kader zurück – somit fehlt nur noch der langzeitverletzte David Bell, der mit seinem gerissenen Brustmuskel noch etwas länger zuschauen muss.

Das sagt 46ers-Coach Freyer: »Wir wollen nicht nach München fahren, um da Sightseeing zu betreiben und uns den tollen Euroleague-Kader mit dem NBA-Star anschauen! Wir haben in jedem Spiel eine Siegchance, und gerade im Pokal braucht man nur 40 Minuten Sahnetag, während die Bayern vielleicht nicht ganz auf der Höhe sind, und schon sind wir weiter. Ich bin gespannt, wie viel Williams in seinem ersten Spiel bringen kann: Wenn er so gut ist, wie man sich einen NBA-Star vorstellt, kann er direkt ein Zeichen setzen. Aber ich freue mich auch für meine Spieler, dass sie sich mit so jemandem messen und ihm vielleicht auch mal den Ball durch die Nase ziehen können. Dass wir gegen den MBC und Crailsheim nach dem Start den Gegner wieder rankommen ließen, war kein Stottern – wir haben einfach in beiden Spielen sehr, sehr stark angefangen. Wir können nicht 40 Minuten so spielen. Auch der Gegner will ins Spiel kommen, bekommt einen Rhythmus, das ist ganz normal. Aber wir haben beide Partien am Ende gewonnen, das ist toll.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • Benjamin Lischka
  • David Bell
  • Deutsche Telekom AG
  • FC Bayern München
  • Gießen 46ers
  • Heiko Schelberg
  • Johannes Lischka
  • John Bryant
  • Los Angeles Lakers
  • National Basketball Association
  • Sightseeing
  • Telekom Baskets Bonn
  • Martin Vogel
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen