07. März 2020, 07:05 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Vier-Punkte-Derby am Samstag gegen Frankfurt

Das erlittene 65:81 im Hinspiel zum Jahresanfang in Frankfurt schmerzt noch sehr. Die Gießen 46ers sinnen auf Revanche. Die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer will das Heimspiel am Samstag gegen die Skyliners unbedingt gewinnen. Es ist ein Vier-Punkte-Derby im Kampf um den Ligaerhalt.
07. März 2020, 07:05 Uhr
Derbyzeit: Die Gießen 46ers um Kendall Gray (Nr. 20) wollen den Frankfurt Skyliners (hier Joe Rahon) am Samstag in der Osthalle den Weg zum Korb versperren. FOTO: IMAGO

Gießen 46ers


Am Freitagmorgen gab es noch 150 Stehplatzkarten für das Hessenderby. Man kann davon ausgehen, dass die begehrten Tickets schnell weg waren und die altehrwürdige Osthalle am Samstag um 18 Uhr (live bei MagentaSport) aus allen Nähten platzen wird. Diesmal steht im Duell der beiden hessischen Basketball-Bundesliga-Teams aber nicht nur Prestige auf dem Spiel, sondern auch der Kampf um den Klassenerhalt.

Lage: Die Gießen 46ers gingen zuletzt dreimal als Verlierer aus fremden Hallen - in München, in Bonn, in Vechta. Vor allem in der letzten Partie bei den Rastamännern war der Sieg zum Greifen nah. In der Crunchtime - in den letzten zwei Minuten - häuften sich die Fehlentscheidungen der Protagonisten. Genau in der Phase, in der es Fehler zu vermeiden gilt, wenn es Spitz auf Knopf steht. So fingen sich die Bjarne Kraushaar, Alen Pjanic und Co. noch einen Wahnsinnsdreier von Jordan Davis, der das 73:72 und den Sieg für die Niedersachsen bedeutete. Ein Erfolg hätte den Gießenern, die mit zwei Punkten Vorsprung auf die Frankfurter Rang 13 belegen, mit Blick auf das schwere Restprogramm (nächsten Freitag unter anderem beim stark abstiegsgefährdeten MBC in Weißenfels) mit vielen Auftritten in der Fremde gut getan. Die Frankfurter kommen ebenfalls nicht in den Tritt. Das letzte Erfolgserlebnis feierten sie mit dem 81:65 gegen die Gießener - danach folgten sechs Niederlagen hintereinander.

Außergewöhnliches: Abseits des Spielfeldes kommt es ebenfalls zu einem besonderen Ereignis: Heiko Schelberg, der acht Jahre lang erfolgreich die Geschicke der Gießen 46ers von der Geschäftsführerposition aus leitete, wird verabschiedet. Die Gesellschafter des Clubs und der 47-Jährige hatten sich einvernehmlich auf ein vorzeitiges Vertragsende zum 1. März verständigt. Seit vergangenen Sonntag ist bereits sein Nachfolger Michael Koch im Amt, der ebenfalls vorgestellt werden soll. Für Verwunderung bei den Verantwortlichen sorgte zudem ein Bericht der Fachzeitschrift BIG, die den Gießen 46ers einen geschätzten Etat von 4,5 Millionen Euro andichtete. Auf Anfrage dieser Zeitung verwies Wolfgang Greilich, Aufsichtsratsvorsitzender der 46ers-Gesellschafter, diese Zahl in die Welt der Fabeln. »Reine Spekulation«, erklärte Greilich. Bislang war bekannt, dass sich das Budget der 46ers zwischen drei und dreieinhalb Millionen Euro bewege.

Gegner: Anfang des neuen Jahres hatte die Mannschaft von Trainer Sebastian Gleim noch allen Grund zum Feiern: Mit einem 81:65-Start-Ziel-Sieg gewann sie das Hinspiel gegen emotionslos auftretende Gießener, die den Start völlig verpassten. Entscheidend für den Heimerfolg der Skyliners war die bärenstarke Defense, mit der die Gäste von der Lahn überhaupt nicht zurechtkamen. Bester Werfer seitens der Mainstädter war Lamont Jones mit 16 Punkten. Überragend trat zudem der Allrounder Quantez Robertson auf. Danach ging es aber ergebnismäßig mit den Frankfurtern bergab. Von den nachfolgenden sechs Partien konnten sie keine für sich entscheiden. Mit nur fünf Siegen aus 20 Partien belegen sie Rang 14 und haben nur vier Punkte Vorsprung zum Tabellenende. Zuletzt verlor die Gleim-Truppe in der Fraport-Arena mit 54:79 gegen Ludwigsburg. Dabei beklagte der Coach unter anderem die Einsatzbereitschaft seiner Akteure, die zudem ganz schwach warfen. Nur fünf ihrer 26 versuchten Dreier trafen das Ziel - eine Quote unter 20 Prozent. Die Stärke der Skyliners ist eindeutig das Abwehrverhalten: Sie lassen im Schnitt pro Spiel 80,4 Punkte zu (Gießen 89,21). Dagegen sind sie mit im Durchschnitt 74,45 erzielten Zählern ligaweit die schlechteste Mannschaft (Gießen 84,84).

Personelles: Gießens Coach Freyer kann auf alle Spieler zurückgreifen. Der Zwist zwischen ihm und Kapitän John Bryant aus dem Spiel in Vechta sei ausgeräumt. Die Frankfurter müssen dagegen auf Richard Freudenberg (Ödem im Fuß) und Darius Carter (Quadrizepssehnenriss) verzichten. Dagegen wird Gleim auf die Nachverpflichtung Matt Mobley zurückgreifen, der auf dem Flügel agiert und ein guter Schütze ist.

Das sagt Frankfurts Trainer Gleim: »In jedem Spiel geht es zu allererst immer um unsere eigene Energie. Was unsere Energie im letzten Spiel gegen Ludwigsburg angeht, möchte ich mich bei unseren Fans entschuldigen. Reden ist aber die eine Sache. Spielen, Angreifen, Zusammenhalt des Teams in schwierigen Phasen, sind eine andere. Das muss aber immer unsere Basis sein, von der aus wir agieren. Davon abgesehen freuen wir uns auf das Derby und die tolle Atmosphäre.«

Das sagt Gießens Trainer Freyer: »Frankfurt hat mit Robertson, Jones, Hines und Kratzer starke Akteure in ihren Reihen. Wir müssen sie Mann gegen Mann und auch als Team kontrollieren. Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, weil es zum einen »Das Derby« ist und dazu kommt noch die enge Tabellenkonstellation.«

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